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FORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?

Hochverarbeitete Lebensmittel sind aus unseren Supermarktregalen kaum noch wegzudenken. Im Englischen spricht man von Ultra-processed Foods (UPF) und meint damit Lebensmittel, die – meist industriell – hergestellt und stark verarbeitet sind. Die zunehmend kritisch betrachtete NOVA-Klassifikation unterscheidet dabei Lebensmittel je nach Verarbeitungsgrad, der Zahl der Zutaten und Zusatzstoffen sowie der Art der Verpackung: Lebensmittel der Klasse 1 (unverarbeitet) bis 4 (hochverarbeitet).

Den gesundheitlichen Stellenwert von UPF beleuchtet eine Übersichtsarbeit (Review) der Arbeitsgruppe um Hana Kahleova vom Physicians Committee for Responsible Medicine. Der Review berücksichtigte prospektive Beobachtungsstudien sowie randomisierte klinische Studien, die den Einfluss unterschiedlich stark verarbeiteter Lebensmittel auf Körpergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit untersuchten.

Der Review zeigte: Ein verstärkter Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel ging mit einem erhöhten Diabetesrisiko einher; allerdings ergaben sich zwischen den unterschiedlichen UPF-Gruppen grosse Unterschiede. Daten einer europäischen Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, EPIC) zeigten z. B. besonders für hochverarbeitete tierische Produkte und süsse Getränke ein erhöhtes Risiko.

Insgesamt waren hauptsächlich hochverarbeitete Fleischprodukte, süsse Getränke sowie Fette und Saucen verantwortlich für den Zusammenhang zwischen UPF und erhöhtem Risiko für chronische Erkrankungen. Für alle drei Lebensmittelgruppen wiesen unterschiedliche Studien ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterberisiko nach.

Hochverarbeitete Lebensmittel, die eventuell schützen können sind Vollkorn- und Fleischersatz-Produkte. Vollkornprodukte, Frühstückscerealien und Brot (z. B. Müesli, Vollkorntoast) gingen ebenso wie pflanzliche Alternativen (z. B. vegane Fleisch- und Wurstersatzprodukte) mit einem geringeren Erkrankungs- und Sterberisiko einher. Randomisierte klinische Studien zeigten gesundheitliche Vorteile, wenn tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen ersetzt wurden, auch wenn letztere zu den UPF zählen. Unterschiedliche Resultate wurden für Süssigkeiten und Desserts gefunden – je nachdem, welche Lebensmittel diesen Kategorien zugeordnet wurden.

Fazit: Nicht alle UPF bergen gesundheitliche Risiken. Die in diesem Review dargestellten Studien zeigen: Nicht alle UPF sind schädlich. Während zuckerhaltige Getränke, Wurst und Fertigfleischgerichte klar mit Gesundheitsrisiken verbunden sind, können Vollkornprodukte, pflanzliche Fleisch- und Wurstersatzprodukte positive Effekte haben.

Hochverarbeitete Lebensmittel wurden in der Studie in unterschiedlichen Gruppen zugeteilt:
Süsse Getränke (mit Zucker oder Süssstoffen gesüsst)
Fleischprodukte (Wurst, Fleischfertiggerichte)
Fette, Dips, Saucen (z. B. Margarine, Fertigsaucen)
Süssigkeiten und Desserts (Eiscreme, Schokolade, Kekse)
Pflanzliche Fleisch- und Wurstalternativen
Frühstückscerealien und Brot (Müsli, Toast, Knäckebrot)
Fertiggerichte (Tiefkühlpizza, Instant-Nudeln)

Die Übersichtsarbeit bezog 14 Studien ein (12 prospektive und 2 randomisierte klinische Studien). Den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Kategorien hochgearbeiteter Lebensmittel und Diabetes untersuchten 7 prospektive Studien. (DeutschesGesundheitsPortal, Auszug)
(gb)

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