Foodfachzeitung im Internet
Montag, 13. Juli 2026
News, Tipps, …
Druckansicht06.02.2026
WISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter

Kaum ein Gemüse leuchtet so intensiv wie Rande (Rote Bete). Sie sticht nicht nur optisch hervor, sondern auch in Sachen Nährstoffe und Geschmack. Wer sie nur vorgekocht aus dem Glas oder eingeschweisst kennt, verpasst einiges. Rote Bete schmeckt erdig-mild und leicht süsslich. Je nach Zubereitung verändert sich der Geschmack deutlich: So ist sie roh herber, gekocht süsslicher und geröstet aromatischer.

Botanisch gehört Beta vulgaris subs. vulgaris zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist eng mit Mangold und Zuckerrübe verwandt. Die runde bis längliche Knolle wächst unter der Erde. Was viele nicht wissen: Auch die grünen, leicht rötlichen Blätter sind ebenfalls essbar, beispielsweise roh als Salat, gedünstet oder in Suppen und Eintöpfen – am besten in Bio-Qualität. Ältere grosse Blätter werden besser gegart, da sie roh etwas zäh sind.

Rande muss nicht immer tiefrot sein: Es gibt auch pinke, gelbe, weissfleischige und rot-weiss geringelte Sorten, die rund, zylindrisch oder kegelförmig sein können. Je intensiver die Farbe, desto aromatischer der Geschmack. Es lohnt sich, die verschiedenen Varianten zu probieren.

Beim Einkauf sind feste, glatte Knollen mit unverletzter Schale zu bevorzugen. Kleine und mittelgrosse Exemplare sind meist besonders zart. Um den leicht erdigen Geschmack grosser Knollen zu mindern, können Kreuzkümmel oder etwas Zitronensaft beim Kochen helfen. Im Kühlschrank bleibt frische Rote Bete, ohne Blätter und in ein feuchtes Tuch gewickelt, bis zu zwei Wochen lang haltbar.

Ihre leuchtende Farbe verdankt die Rande dem Farbstoff Betanin, einem sekundären Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavonoide. Betanin wirkt antioxidativ und schützt die Zellen vor freien Radikalen. Zudem liefert Rote Bete viel Folsäure und Eisen. Beide Stoffe fördern die Zellbildung und die Bildung roter Blutkörperchen. Damit der Körper das pflanzliche Eisen besser aufnimmt, empfiehlt es sich, Rote Bete mit Vitamin-C-haltigen Zutaten wie Äpfeln, Orangen, Zitronensaft oder Sauerkraut zu kombinieren.

Mit nur 40 Kilokalorien pro 100 Gramm ist sie kalorienarm, sättigt aber dank ihrer Ballaststoffe dennoch gut. Die Knolle enthält auch Oxalsäure (wie Spinat und Rhabarber), vor allem roh, was beispielsweise für Nierenkranke problematisch sein kann. Oxalsäure ist aber wasserlöslich und reduziert sich durch das Garen, das Kochwasser wird nicht weiterverwendet. Zudem empfiehlt sich die Zugabe von Milchprodukten, da deren Calcium die Oxalsäure bindet und so neutralisiert.

Klassiker wie russischer Borschtsch, norddeutscher Labskaus oder Heringssalat enthalten traditionell Rote Bete. Aber egal ob gegart, geröstet oder roh – die Knolle ist vielfältig verwendbar. Um Farbe und wertvolle Inhaltsstoffe bestmöglich zu bewahren, sollte man sie mit Schale kochen oder im Ofen garen. Die Schale lässt sich danach mühelos abziehen. Etwas lästig ist, dass Rote Bete stark färbt. Schürze und Einmal-Handschuhe schützen beim Schälen und Schneiden. Verfärbte Finger lassen sich aber meist gut mit Zitronensaft reinigen.

Ob als Rohkost-Carpaccio mit Orangen, cremige Suppe mit Meerrettich und Forellenfilet oder lauwarmes Ofengemüse mit Ziegenkäse oder kurzgebratenem Fleisch – Rote Bete bringt Farbe und Abwechslung in die Winterküche: gesund, regional und herrlich vielseitig.

Rote Bete wächst besonders gut auf humosen, nährstoffreichen Böden in sonnigen Regionen. Frische Freilandware aus regionalem Anbau – ob konventionell oder in Bio-Qualität – gibt es bereits von Juni an, aber die Hauptsaison ist von September bis März. Ab Dezember kommt Rote Bete aus heimischer Produktion meist als Lagerware in den Handel. (BZfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.07.2026
dTIPP: Liebstöckel - intensiv-würziges Maggikraut
02.07.2026
dWISSEN: Erbsen als Proteinbombe
26.06.2026
dFORSCHUNG: Luzerne-Drink als nachhaltige Milchalternative
22.06.2026
d TIPP: Vielseitiger Thymian - vom Schmorgericht bis Dessert
17.06.2026
dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung ist sinnlos bei Omega-3-Fettsäuren
10.06.2026dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
19.03.2026dKOMMENTAR: Schweizer Lebensmittel-Pyramide am Pranger
18.03.2026dKOMMENTAR: Steuer auf mehrere Risikostoffe statt reine Zuckersteuer
16.03.2026dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland