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Über exotische Pseudogetreide Amarant und Quinoa



Pseudogetreide sind die Samen von Pflanzen, die botanisch nicht zu Getreide gehören, aber ähnlich wie diese verwendet werden. Zu diesen Pflanzen gehören vor allem Amarant und Quinoa (Bild).


Amarant (Amaranthus) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Die Nutzpflanze zählt zu den ältesten der Menschheit. Schon die Vorfahren der Inkas, Azteken und Mayas in Südamerika kultivierten dieses Pseudogetreide. Heute sind die wichtigsten Anbaugebiete Südamerika, Russland und China.

Das Korn kann ähnlich wie Reis zubereitet werden, als Beilage zu Gemüse und Fleisch, für Aufläufe und Bratlinge. Getrocknete Samen können wie Puffmais geröstet werden, als Knabberei oder für Müslis, Suppen und Süssspeisen. Amarantmehl eignet sich nur begrenzt zum Backen, da es kein Klebereiweiss enthält. Weizenmehl kann aber bis zu 20 Prozent damit gemischt und als Brot verbacken werden, was dem Brot einen anderen Geschmack und ein höheres Wasserhaltevermögen verleiht.

Das Nährstoffprofil von Amarant ist beachtlich: Sein Energiewert ist deutlich höher als der von Getreidearten, bedingt durch einen höheren Protein- und Fettgehalt. Der hohe Gehalt an essenziellen Aminosäuren verleiht dem Pseudogetreide eine hohe biologische Wertigkeit. Der Anteil an Kohlenhydraten und Ballaststoffen liegen in etwa auf Getreide-Niveau. Die B-Vitamine können sich mit Getreide messen lassen, die Gehalte an Mineralstoffen, wie etwa Calcium und Magnesium sowie an Spurenelementen, respektive Eisen und Zink sind wiederum höher.

Amarant ist eine einjährige Pflanze, deren Blütenstände Rispen sind. Diese können grün, orange, braun oder rot gefärbt sein. Auch die weniger als einen Millimeter grossen runden Samen können alle Farben von Weiss über (Gold-)gelb, Dunkelrot bis zu Schwarz haben. Aus den Amarant-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst etwa 50.000 Samen je Pflanze.


Man kann für die Brotherstellung 20 bis 30% eines backfähigen Mehls (Weizen, Dinkel) durch Quinoa oder Amaranth ersetzen und erhält ein gesundheitlich aufgewertetes Brot mit immer noch fast normalem Volumen und Geschmack. Glutenfreies Brot aus diesen Pseudogetreiden dagegen benötigt Backpulver zur Lockerung und allenfalls ein weiteres glutenfreies Mehl wie Reismehl. Weniger Probleme bietet die Herstellung von Biscuits aus reinem Quinoa, die je nach Teigtyp ohnehin nur wenig Lockerung erfahren. Bild: Amaranth-Brot der Schaffhauser Bäckerei Köhler


Quinoa (Chenopodium quinoa) stammt aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Ebenso wie Amarant, zählt Quinoa zu den ältesten kultivierten Pflanzen, die von den Inkas und Azteken im Hochland der Anden angebaut wurden. Von dort breitete sich die Pflanze über grosse Teile des südamerikanischen Kontinents aus und entwickelte sich schnell zu einem Grundnahrungsmittel.

Das Nährstoffprofil der Samen ist beachtlich: Sie enthalten in etwa so viel Eiweiss, Kohlenhydrate und Fett wie Haferflocken. Die biologische Wertigkeit des Proteins ist sogar noch etwas besser, als die von Amarant, womit die Pflanze eine hervorragende Eiweissquelle ist. Quinoa ist reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen, Kalium und Kalzium. Bei den Vitaminen reichen die Werte nicht ganz an die von Amarant heran. Generell sind die Nährwertangaben für Pseudogetreide je nach Quelle sehr unterschiedlich, nichtsdestotrotz sind sie ernährungsphysiologisch eine attraktive Wahl. Man bekommt sie insbesondere im Naturkosthandel.

Die Pflanze gedeiht auf kargen Böden, trotzt Starkregen und Trockenheit und widersetzt sich Frost und Hitze. Die Hauptanbaugebiete liegen heute in Peru, Bolivien und Ecuador, wo rund 95 Prozent der weltweiten Ernte anfallen. Auch hierzulande wird Quinoa in sehr geringem Umfang angebaut. Die Pflanze ist einjährig, die kleinen Blüten sitzen endständig an bis zu 40 Zentimeter langen, rispenartigen Blütenständen, aus denen sich ein bis zwei Millimeter grosse, gelblichweisse Samen entwickeln. Bezüglich der Produkte und Verwendungsmöglichkeiten im Haushalt, gilt das gleiche wie für Amarant. (BZfE)

Stichwort: .Bäckerei:
(gb)

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