Foodfachzeitung im Internet
Samstag, 14. März 2026
News, Tipps, …
Druckansicht12.07.2023
TIPPS: Basilikum richtig verarbeiten und Pesto herstellen

Basilikum ist eines der am angenehmsten riechenden Gewürz­kräuter und unerlässlich für einige Mittelmeerküchen. Der süsse und aromatische Geruch ist besonders in Italien beliebt. Da das empfindliche Aroma beim Kochen rasch zerstört wird, streut man gehackte Basilikumblätter oft über kalte oder warme Speisen. Die Blätter aller Basilikumsorten vertragen das Trocknen nur unter grossen Aromaeinbussen; die beste Konservierung erreicht man durch Einfrieren.

Oft wird das ganze Kraut geerntet und geschnitten verwendet; die beste Erntezeit ist kurz vor der Blüte. Basilikumblätter sollten, wenn immer möglich, frisch verwendet werden, das sie getrocknet im Lauf weniger Wochen alles Aroma verlieren. Allerdings kommt getrocknetes Basilikum in der bekanntesten Gewürzmischung aus Georgien, khmeli-suneli, vor (siehe Schabziegerklee). Frische Basilikumblätter haben ein starkes und charakteristisches, sehr angenehmes Aroma, das sich mit keinem anderen Gewürz vergleichen lässt; allerdings schwingt ein Hauch von Gewürznelken mit.

Das ätherische Öl (weniger als 1%) ist von komplexer und sehr variabler Zusammensetzung. Innerhalb der Art gibt es verschiedene chemische Rassen, und ausserdem üben Klima, Boden und Erntezeitpunkt sowohl auf Qualität als auch auf Quantität des ätherischen Öls einen grossen Einfluss aus. Die wichtigsten Aromakomponenten sind Cineol, Linalool, Citral, Methylchavicol (Estragol), Eugenol und Methylcinnamat, allerdings keineswegs immer in dieser Reihenfolge. Weiters enthält kaum ein Basilikum alle sechs dieser Inhaltsstoffe. In afrikanischen Arten wird auch oft Kampfer gefunden.

Die in Europa und im Nahen Osten übliche Qualität (Mittelmeer-Typ, auch als Französisches oder Europäisches Basilikum bezeichnet) enthält dominant Linalool und 1,8-Cineol, daneben nur wenig Estragol (Methylchavicol) bzw. Eugenol. Dieses Aromaprofil trifft gleichermassen auf grün- und rotblättrige (anthocyanhaltige) Sorten zu. Osteuropäische Sorten enthalten generell etwas mehr Eugenol.

Ein typisches und bekanntes Beispiel ist insalata caprese (Capri-Salat) aus Tomatenscheiben, die mit Mozzarella und Basilikum belegt und mit bestem Olivenöl abgeschmeckt werden. Weiter nördlich aromatisiert man diesen Salat (wahrscheinlich wegen der weniger geschmackvollen Tomaten) auch noch zusätzlich mit dem exclusiven aceto balsamico (Balsam-Essig). In der italienischen Küche kombiniert man Basilikum gerne mit Tomatensaucen, oft zusammen mit eingelegten Oliven, Kapern und Knoblauch. Für Fleischgerichte eignet es sich dagegen weniger; hier zieht man Oregano vor.

Pesto aus Basilikum

Das berühmte pesto alla Genovese ist eine Spezialität der nordwestitalienischen Region Ligurien, nach der der Liebstöckel benannt ist. Pesto ist eine Paste aus frischem Basilikum, kaltgepresstem (extra vergine) Olivenöl, Pinienkernen, Parmesan-Käse und Knoblauch, die alle zusammen verrieben und mit Nudeln (pasta) serviert werden; eine Spur Nelkenpulver intensiviert das Aroma, was bei nicht im sonnigen Italien gewachsenen Basilikum leider oft nötig ist. Pesto ist nicht nur eine hervorragend schmeckende Gewürzzubereitung, sondern auch eine effiziente Konservierungsmethode für Basilikum; allerdings erhält es seinen Geschmack besser in der Tiefkühltruhe als bei Raumtemperatur.

Pesto ist sehr sauerstoffempfindlich: Durch Oxidation der phenolischen Tannine zu chinoiden Polymeren färbt es sich an der Luft rasch braun und erleidet dabei grosse Geschmackseinbussen. Die Oxidationsempfindlichkeit ist besonders gross, wenn das Basilikum zu fein püriert wurde oder wenn das Pesto zuvor tiefgefroren war.

Leider gibt es keine einfache Möglichkeit, die Oxidation zu verhindern: Blanchieren der Basilikumblätter führt zwar zur Inaktivierung der für das Dilemma verantwortlichen Phenoloxidasen, schädigt den Geschmack aber enorm; Antioxidantien und Säuren helfen ebenfalls, bringen aber Fremdgeschmack ins Spiel. Somit bleibt nur übrig, einmal hergestelltes Pesto so rasch als möglich zu verbrauchen und das Serviergefäss während der Mahlzeit gut zu verschliessen und nur bei Entnahme zu öffnen. (Quellen: aid und Uni Graz)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
11.03.2026
dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026
d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026
dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026
dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026
d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
06.02.2026dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
21.01.2026d TIPP: Exotische Passionsfrucht richtig verarbeiten
17.01.2026dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland