Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 17. März 2026
News, Tipps, …
Druckansicht13.05.2025
FORSCHUNG: Platterbse – wiederentdeckte proteinreiche Hülsenfrucht



Die „Vergessene“ Platterbse bietet grosses Potenzial für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme in Europa.


Die Platterbse, eine Hülsenfrucht, ist eine der ältesten kultivierten Pflanzen. Heutzutage wird sie jedoch kaum noch angebaut und hauptsächlich als Futtermittel verwendet. Dabei bietet die Platterbse zahlreiche Vorteile für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit: Sie kann sich an unterschiedliche klimatische Bedingungen anpassen und besitzt eine bemerkenswerte Toleranz sowohl gegenüber Trockenheit als auch gegenüber übermässigen Niederschlägen. Dies macht sie zu einer widerstandsfähigen Kandidatin für Regionen mit unvorhersehbaren Witterungsmustern. Sie bindet Stickstoff und kann so den Bedarf an Düngemitteln verringern.

Zudem bereichert sie Fruchtfolgen, was insbesondere für den ökologischen Landbau von Vorteil ist: Als stickstoffbindende Leguminose verbessert sie auf natürliche Weise die Bodenfruchtbarkeit, verringert die Abhängigkeit von synthetischen Düngemitteln und fördert umweltfreundliche landwirtschaftliche Praktiken.

Durch geeignete Züchtungsstrategien und Verarbeitungsmethoden lassen sich zudem die vorteilhaften ernährungsphysiologischen Eigenschaften wie der hohe Proteingehalt und das Nährstoffprofil verbessern. Roh sollten die Samen der Platterbse nicht gegessen werden, da sie Inhaltsstoffe enthalten, die bei regelmässigem Verzehr Nervenschäden verursachen können. Deshalb ist es wichtig, die Samen richtig zu verarbeiten: Methoden wie Einweichen, Fermentieren, Kochen, Rösten oder Keimen verbessern die Verträglichkeit und den Nährwert.

Die Platterbse eignet sich gut für die Entwicklung innovativer Produkte, die Trends in der modernen Küche entsprechen. Im Rahmen des Projekts BioValue wurden bereits zwei kulinarische Verwendungsmöglichkeiten für die Platterbse entwickelt: ein Eintopf aus Buchweizen, Platterbsen und Aubergine sowie Kräcker aus Platterbsensamen- und Kichererbsenmehl.

Richtig verarbeitet kann sich die Platterbse zudem einen Platz in der innovativen, gesunden Küche erobern. Ein Forschungsteam der Justus-Liebig-Universität Giessen (JLU) hat im Rahmen des EU-Projekts BioValue das beträchtliche Potenzial der derzeit kaum genutzten Platterbse (Lathyrus sativus) untersucht. Die Fallstudie, die sie gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Serbien, Spanien, Frankreich durchgeführt haben, ist in der Fachzeitschrift Sustainability erschienen.

Moderne Agrar-Lebensmittelsysteme erfordern Pflanzen, die gegen Klimaveränderungen resistent sind, eine nachhaltige Landwirtschaft sowie die Ernährungsvielfalt fördern und bei den Verbrauchern ankommen. „Um das Potenzial dieser ‚vergessenen‘ Pflanze zu nutzen, sind angepasste Anbaumethoden und die Zusammenarbeit der Akteure in der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich – vom Anbau bis zum fertigen Lebensmittel“, so die Erstautorin der Studie, Dr. Irina Solovieva, die an der JLU im Zentrum für Umwelt und Entwicklung (ZEU) forscht. „Zudem erweisen sich die kostengünstige Preisgestaltung von Produkten aus Platterbsen und die Kommunikation ihrer ernährungsphysiologischen, ökologischen und sozialen Vorteile als entscheidend.“ (Text und Bild: Justus-Liebig-Universität Giessen www.uni-giessen.de/de)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
16.03.2026
dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026
dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026
d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026
dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026
dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
06.02.2026dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
21.01.2026d TIPP: Exotische Passionsfrucht richtig verarbeiten
17.01.2026dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland