Foodfachzeitung im Internet
Samstag, 7. Februar 2026
News, Tipps, …
Druckansicht02.12.2021
TIPP: Joghurt oder Sauermilch?

Während für die Herstellung von Jogurt vorgeschrieben ist, welche Milchsäurebakterien verwendet werden dürfen (Lactobacillus bulgaricus, Streptococcus thermophilus), ist dem Hersteller von Sauermilch die Auswahl freigestellt. Milchsäurebakterien bauen den Milchzucker teilweise zu Milchsäure ab. Dadurch gerinnt das Milcheiweiss und die Konsistenz wird dicklich.

Ob Jogurt und Sauermilch eher flüssig oder cremig sind, säuerlich oder mild schmecken, hängt von der Wahl der Milchsäurebakterien ab, denn neben der Milchsäure produzieren diese noch verschiedene andere Säuren und Aromastoffe, die den Geschmack und die Konsistenz der Milchprodukte bestimmen. Jogurt und Sauermilch werden aus pasteurisierter Milch hergestellt und haben dieselben Eigenschaften. Sie lassen sich kaum unterscheiden.

Bei der Joghurtherstellung wird die Milch zuerst pasteurisiert, gekühlt und dann mit Milchsäurebakterien geimpft. Bei 40 bis 42 °C wird sie während ungefähr drei Stunden bebrütet, wobei sie gerinnt. Um den Säuerungsprozess abzubrechen, wird das Jogurt auf 4 bis 5 °C abgekühlt. Für stichfeste Sauermilchprodukte wird die Milch nach dem Impfen mit Zutaten aromatisiert, in die Becher abgefüllt und verschlossen. Die Bebrütung findet direkt in der Verkaufspackung statt. Bei den gerührten Produkten dagegen werden die Zutaten erst nach dem Bebrüten eingerührt.

Während der Lagerung nimmt der Säuregehalt langsam zu, denn die Milchsäurebakterien sind weiterhin aktiv. Ist der Becher nicht beschädigt und der Inhalt nicht schimmlig, kann das Produkt ohne weiteres nach Ablauf des Verfalldatums gegessen werden.



Maximal 30% Zutaten wie Früchte, Nüsse, Schokolade und Zucker (Bild) dürfen enthalten sein. Die Färbung kann mit Frucht- und Gemüsesäften verstärkt werden. Gelier- und Verdickungsmitteln sind gestattet, nicht aber Farbstoffe und Konservierungsmittel.


1989 kam das erste Jogurt mit Bifidobakterien auf den Markt. Inzwischen gibt es verschiedene Sauermilchprodukte mit probiotischen Milchsäurebakterien (LC1, 4plus, Aktifit, Probioplus). Diese unterstützen bei regelmässigem Konsum eine gesunde Darmflora und helfen, allfällige Krankheitserreger abzuwehren. Die Darmtätigkeit wird reguliert und das Immunsystem gestärkt.

Joghurt seit 2500 Jahren

Sauermilchprodukte gehören zu den ältesten Milchprodukten überhaupt. Sie entstanden anfänglich aus der Notwenigkeit, Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch haltbar zu machen. Dazu wurde die Milch der Selbstsäuerung überlassen. Heute ist Joghurt auf der ganzen Welt verbreitet. Allerdings zuckert man zB in Südamerika das Naturejoghurt, und in der Türkei salzt man den populären Joghurtdrink Ayran.

Vermutlich ist die Entstehung der Joghurtherstellung auf die Thraker zurückzuführen, der Urbevölkerung der Balkanhalbinsel. Die Schafzucht war bei den Thrakern sehr verbreitet. In der Sprache der Thraker bedeutete das Wort jog „schnittfest, dick“, und das Wort urt „Milch“. Nachweislich trugen die Thraker (6. bis 4. Jahrhundert v. Chr.) um den Gürtel einen länglichen Sack aus Lammfell – gefüllt mit Milch. Durch die Körpertemperatur und die Mikroflora im Lammsack kam es zur Milchsäuregärung. (Quellen Text: SMP, Migros, konsum-tv, Wikipedia)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.02.2026
dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026
dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026
dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026
dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
21.01.2026
d TIPP: Exotische Passionsfrucht richtig verarbeiten
17.01.2026dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
09.12.2025dTIPP: Cicorino Rosso - schmackhafter Hingucker
03.12.2025dKOMMENTAR: Hochverarbeitete Produkte vs. Unausgewogene Ernährung
30.11.2025dSAISON: Schwarzwurzel, eine Winterrarität
28.11.2025dTREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu
25.11.2025dNEWS: Tasse Kaffee wird nochmals teurer
20.11.2025dNEWS: Markus Roten ist «Metzger des Jahres 2025»
18.11.2025dTIPP: Halbdörrfrüchte als natürliches Süssungsmittel
16.11.2025dWISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen
14.11.2025d NEWS: Schweiz triumphiert an World Cheese Awards
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland