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Druckansicht01.11.2021
NEWS: Miserable Schweizer Honigernte 2021

Das diesjährige schlechte Wetter hat auch die Honigernte der Schweizer Imkerinnen und Imker entscheidend geschmälert: Im Durchschnitt 7,2 Kilogramm Honig gab es pro Bienenvolk – damit ist die diesjährige Honigernte 75 Prozent kleiner als letztes Jahr. Nach der Rekordernte des letzten Jahres mit bis zu 40 Kilogramm pro Bienenvolk in einigen Kantonen habe sich das Jahr 2021 von einer ganz anderen Seite gezeigt, schreibt der Dachverband der Schweizerischen Bienenzüchtervereine Apisuisse in einer Mitteilung.

Wegen des zu kalten und nassen Frühlings sei bereits die Frühlingshonigernte mager ausgefallen und auch die Sommerhonigmengen hätten sehr stark unter dem Wetter mit viel Regen, Hagelgewittern und Überschwemmungen gelitten. Als Folge hätten die Bienen nicht ausfliegen können, um Nektar zu sammeln und die Wiesenblumen und Obstbäume zu bestäuben. Regional mussten die Bienen laut Apisuisse sogar zugefüttert werden, sonst wären sie verhungert.

Schweizweit sei die Frühlingshonigernte im Durchschnitt bei 1,9 Kilogramm pro Bienenvolk gelegen – im Vorjahr gab es durchschnittlich 11,2 Kilogramm. Die ausbleibende Bestäubung habe ausserdem zu einer sehr mageren Kirschen- und Zwetschgenernte 2021 geführt. Starkregen und Hagelzüge hätten im Sommer dann eine Waldtracht verhindert, kurze Phasen der Wetterberuhigung hätten den Bienen aber geholfen, besondere Nektarquellen wie Lindenblüten und späte Brombeerenblüten zu erschliessen. Dies habe in der Folge zu einer mittleren schweizweiten Sommerhonigernte von 5,3 Kilogramm pro Bienenvolk geführt, die im Vergleich zum Vorjahr mit 18,7 Kilogramm aber deutlich tiefer ausfiel.

Die Gesamtjahresernte betrug laut Apisuisse 7,2 kg pro Bienenvolk – im Vorjahr gab es 29,9 Kilogramm. In diesen Zahlen seien auch die Erntemengen im Tessin enthalten, das in den Trachtmonaten vom schlechten Wetter weitgehend verschont geblieben sei und trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr noch eine Gesamthonigmenge von 25,9 kg pro Bienenvolk erzielen konnte – mehr als doppelt so viel, wie die «besten» Kantone nördlich der Alpen.

Einige Imkerinnen und Imker könnten dank ihrem Lagerbestand aus dem ergiebigen Vorjahr zwar noch Honig verkaufen, aber für die meisten bedeute das Jahr 2021 auch finanziell eine Einbusse. Das gelte besonders für die Berufsimker, die im Gegensatz zu den ebenfalls betroffenen Obst- und Gemüsebauern keine Subventionen vom Staat erhalten, heisst es. Und der wenige Honig, der überhaupt in den Verkauf gelange, dürfte wohl wegen der Knappheit einiges mehr kosten. (LID)
(gb)

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