Foodfachzeitung im Internet
Montag, 3. Oktober 2022
Tipp
08.07.2022
Messetipp: Südback 2022 mit Innovationen und Inspirationen

Bäckerei / Konditorei-Fachmesse erweitert Angebot um Themen der Glacéherstellung. 22.-25.10.2022 in Stuttgart
News, Tipps, …
Druckansicht12.10.2021
NEWS: Computermodell deckt Lebensmittelfälschungen auf

Durch gefälschte Lebensmittel, insbesondere durch falsche Angaben zur geografischen Herkunft, entsteht jährlich ein wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe. Botaniker der Universität Basel haben nun ein Modell entwickelt, mit dessen Hilfe die Herkunft von Lebensmitteln effizient und kostengünstig bestimmt werden kann.

Erdbeeren aus der Schweiz oder Olivenöl aus Italien können im Laden deutlich teurer verkauft werden als wenn diese Produkte aus anderen Ländern stammen. Immer wieder kämpfen Behörden und die Lebensmittelindustrie deshalb gegen Falschdeklarationen der geografischen Herkunft von Produkten. Der jährliche wirtschaftliche Schaden wird auf 30 bis 40 Milliarden Dollar geschätzt.

Eine Methode, um Lebensmittelbetrug aufzudecken, ist die Bestimmung des Delta-O-18-Wertes einer Produktprobe, welche das Sauerstoffisotopenverhältnis charakterisiert. Bislang war dieses Verfahren sehr aufwändig und kostspielig. Bei einem Betrugsverdacht müssen nicht nur Referenzdaten aus dem angeblichen Herkunftsland gesammelt werden, sondern auch Vergleichsdaten aus anderen Regionen, um die Herkunft des Produkts zu validieren oder widerlegen.

Der Basler Botaniker Dr. Florian Cueni hat nun in Zusammenarbeit mit der auf Isotopenanalytik spezialisierten Agroisolab GmbH ein Modell entwickelt, mit dem sie das Sauerstoffisotopenverhältnis in Pflanzen einzelner Regionen simulieren können, wodurch das aufwändige Sammeln von Referenzdaten entfällt. Das Modell basiert auf Temperatur-, Niederschlags- und Luftfeuchtigkeitsdaten und Informationen über die Wachstumszeit einer Pflanze. Diese Informationen beziehen sie aus öffentlich zugänglichen Datenbanken.

Überprüft und validiert hat Cueni das Modell an einem einzigartigen Delta-O-18-Referenzdatensatz für Erdbeeren, der europaweit über 11 Jahre zusammengetragen wurde. Die Fallstudie hat gezeigt, dass das Modell die Herkunft der Erdbeeren mit hoher Präzision simulieren kann. «Mit geringfügigen Anpassungen der Parameter kann unser Modell zur Bestimmung aller pflanzlichen Produkte genutzt werden», sagt Prof. Dr. Ansgar Kahmen, der das Forschungsprojekt geleitet hat. Somit liesse sich die herkömmliche Isotopenanalytik durch die präzise Simulierung der Herkunftsgebiete landwirtschaftlicher Lebensmittel vereinfachen und beschleunigen.

Von Interesse ist das Modell der Basler Botaniker einerseits für die behördliche Lebensmittelforensik oder die Ermittlungsbehörden, wenn es beispielsweise um die Herkunft konfiszierter Drogen geht, aber auch für private forensische Institute, die Lebensmittel kontrollieren oder als Gutachter vor Gericht auftreten. Andererseits interessieren sich NGOs wie WWF oder Greenpeace dafür – vor allem im Hinblick auf die Bestimmung der Herkunft von illegal eingeschlagenem Holz – und schliesslich auch die Lebensmittelindustrie, für die der Verkauf potenziell falsch deklarierter Lebensmittel rufschädigend ist. (Universität Basel)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
03.10.2022
dSAISON: Vielseitige Quitte, heute eine Rarität
02.10.2022
dKOMMENTAR: Folgen des Volks-Nein zur Massentierhaltungsinitiative
28.09.2022
dNEWS: Max Havelaar prämiert Coop und Nespresso für fairen Handel
27.09.2022
dSAISON: Wissenswertes über Birnen
26.09.2022
dNEWS: Titandioxid als Zusatzstoff in der Schweiz verboten
25.09.2022dTIPP: Vermicelle do it yourself
21.09.2022dNEWS: Weizen-Eisbock von Schützengarten ist offiziell bestes Weizenbier
20.09.2022dNEWS: Offiziell beste Berufsbildner 2022
19.09.2022dNEWS: Die offiziell schmackhaftesten Bioprodukte 2022
15.09.2022dTIPP: Tag des Apfels 16.9.2022 mit Gratisapfel
14.09.2022dNEWS: Offiziell beste Fleischfachleute und Swissskills-Sieger
13.09.2022dTIPPS: Gemüse einmachen do it yourself
12.09.2022dNEWS: offiziell beste Jungbäcker/innen der Swissskills
11.09.2022dNEWS: Schweizer wird Bier-Sommelier-Weltmeister
07.09.2022dTIPPS: Cashewkerne als veganer Käse/Rahm-Ersatz
06.09.2022dNEWS: Migros lanciert CoffeeB-Kapselmaschinen ohne Kapseln
05.09.2022dTIPP: Slow Food Market Zürich 10.9.2022
04.09.2022dTIPP: Öffentlicher Wettkampf der Schweizer Nachwuchs-Berufsleute
31.08.2022dFORSCHUNG: Tomatenblätter als Proteinquelle
30.08.2022dTIPP: Früchte sterilisieren im Einmachglas
29.08.2022dNEWS: Meerestrauben als gesunde Meeres-Delikatesse
24.08.2022dFORSCHUNG: Nutri-Score kann irreführenden Zuckerangaben entgegenwirken
23.08.2022dWISSEN: Nutzen und Schaden von Vitamin D-Ergänzungsmitteln
22.08.2022dFORSCHUNG: proteinreiche Kost hilft beim Abnehmen
21.08.2022dSAISON: Feigen selber trocknen
17.08.2022dTIPP: FOOD ZURICH Festival mit 100 Veranstaltungen
16.08.2022dFORSCHUNG: Pfeffer-Scharfstoff gelangt auch in die Muttermilch
15.08.2022dNEWS: täuschende Health Claims auf Instagram
14.08.2022dTIPP: Kräutersalz do it yourself
10.08.2022dRÜCKBLICK: BIOFACH-Messe 2022 mit hochkarätigem Kongress
Ecke für Profis
30.09.2022
.MOLKEREI: Offiziell beste Käse der Schweiz an Swiss Cheese Awards

Der Gruyère AOP von der Käserei FR in Montbovon wurde als bester Schweizer Käse 2022 ausgezeichnet. Marc Delacombaz gewann den Titel «Swiss Champion».




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland