Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 7. Juli 2022
Tipp
18.04.2022
Bio Marché 2022 im Juni in Zofingen

Der Bio Marché ist das führende Schweizer Biofest und eine einmalige Mischung aus Markt, Festival und nationaler Bio-Plattform. Vom 17. bis 19. Juni 2022 in der Altstadt von Zofingen.
News, Tipps, …
Druckansicht18.05.2021
FORSCHUNG: Flache Pasta bilden erst beim Kochen 3D-Formen

Erst im Kochtopf bilden flache Teigwaren ihre bekannten 3D-Formen. Der Pastateig wird dazu mit raffinierten Rillenmustern ausgestattet, die beim Kochen die gewünschte Formveränderung bewirken. Diese sogenannte Morphing-Pasta ermöglicht damit erhebliche Einsparungen beim Verpackungsaufwand.

Die einfach gestalteten Spaghetti stecken in recht kleinen Tüten – Spirelli-Nudeln und Co benötigen hingegen vergleichsweise voluminöse Verpackungen. Durch den weltweit grossen Verbrauch an komplex geformten Pasta-Sorten besitzt dieser Unterschied eine beachtliche Bedeutung für den Umweltschutz: Die 3D-Nudeln verursachen vergleichsweise viel Plastik-Verpackungsmüll und ihr Platzbedarf bei der Lagerung und dem Transport ist hoch, was mit einem erhöhten Energieaufwand verbunden ist. Somit sind Optimierungsmöglichkeiten gefragt.

Vor diesem Hintergrund haben die Forscher des „Morphing Matter Lab“ an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh ihre umfangreichen Erfahrungen im Umgang mit formveränderlichen Materialien nun auf Nudelteig übertragen. „Inspiriert haben uns auch Bemühungen der Möbelindustrie, durch möglichst flache Konfigurationen der Produkte Platz zu sparen, die Lagerung zu erleichtern und den mit dem Transport verbundenen CO2-Fussabdruck zu reduzieren“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe Lining Yao. „So beschlossen wir auszuloten, ob wir mit den Morphing-Matter-Technologien flach verpackbare Nudeln herstellen können, die ebenfalls mehr Nachhaltigkeit ermöglichen.“

Das Team machte sich dabei die natürlichen Veränderungen von Nudeln beim Kochen zunutze: Sie dehnen sich durch die Aufnahme von Wasser aus und werden weich. Folglich können Verzerrungen entstehen, wenn der Prozess bei einer Nudel nicht gleichförmig abläuft. Genau dies führen die Wissenschaftler bei ihrem Verfahren gezielt herbei, indem sie den Nudeln Rillenmuster verpassen: Die in den Teig gestanzten Muster verlangsamen das Aufweichen in dem jeweiligen Bereich und sorgen damit für Asymmetrie. „Die Seite mit den Rillen dehnt sich weniger aus als die glatte Seite, was dazu führt, dass sich die Nudeln in bestimmte Form morphen“, sagt Co-Autor Teng Zhang von der Syracuse University.

Rillen formen die Pasta im Topf

Durch sorgfältige Planung, wo und wie die Rillen platziert werden und welche Merkmale sie besitzen, lässt sich erstaunlich präzise steuern, welche Form die Pasta beim Kochen annimmt, berichten die Forscher. Sie konnten zeigen, wie die Merkmale der Rillen, einschliesslich des Seitenwinkels, des Spalts, der Breite und der Tiefe, bestimmen, wie sich die Pasta in verschiedene 3D-Formen verwandelt. Das Verfahren funktioniert sowohl bei getrocknetem als auch bei frischem Teig und offenbar ist auch kein grosser Aufwand bei der Herstellung nötig: Die Nudeln lassen sich leicht durch kostengünstige Methoden wie Stanzen oder durch Giessen in Formen mit den Rillen-Strukturen ausstatten.

Sie haben ihre Technik bereits genutzt, um verschiedene Versionen von Morphing-Pasta aus gewöhnlichem Nudelteig herzustellen. Die speziellen Rillen führten dabei zur Entstehung von Spiralformen, röhrenartigen Gebilden oder Muschel-Strukturen, die verschiedenen Pasta-Sorten entsprechen. „Die gemorphten Nudeln sehen aus und ergeben auch ein Gefühl im Mund wie die herkömmlichen dreidimensionalen Pasta-Sorten,“ berichtet Erstautorin Ye Tao. Tao und ihre Kollegen hoffen nun, mit dem Konzept einen Beitrag zur Vermeidung von Plastikabfall leisten zu können. Zudem scheint auch eine Verringerung des Kohlenstoff-Fussabdrucks im Lebensmittelsektor durch geringeren Lager- und Transportaufwand möglich. (Carnegie Mellon University)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.07.2022
dNEWS: Frankreich verbietet Bezeichnungen «Wurst / Steak» für Vegi
05.07.2022
dNEWS: Schweizer Beerenernte-Boom setzt sich fort
04.07.2022
dFORSCHUNG: Mega-Konsumtrends – durch Corona beschleunigt
03.07.2022
dTIPPS: Obst und Gemüse schälen oder mit Schale essen?
29.06.2022
dWISSEN: Honigsorten und -Gewinnungsarten
28.06.2022dFORSCHUNG: Die wahren Kaufmotive für Fleischersatz
27.06.2022dTIPPS: schäumbare Vegan-Milchalternativen für Kaffee
26.06.2022dTIPP: Laugengebäck do it yourself
22.06.2022dFORSCHUNG: Hohe CO2-Emissionen durch Fern-Transporte
21.06.2022dNEWS: Im 2022 mehr als 2500 Tonnen Schweizer Kirschen
20.06.2022dTIPP: Kartoffelkroketten do it yourself
16.06.2022dNEWS: Migros bleibt schweizweit alkoholfrei
15.06.2022dFORSCHUNG: Schnelle, mobile Lebensmittelanalyse, sogar mit Smartphone
14.06.2022dKOMMENTAR: Moderne Pflanzenzuchtmethoden angstfrei objektiv beurteilen
13.06.2022dNEWS: Eigenbrötler Backwerke gewinnt «Bäckerkrone 2022»
12.06.2022dNEWS: GalloSuisse plant Geschlechtbestimmung im Brutei
08.06.2022dNEWS: Erste Schweizer Bio-Kakaofabrik startet
07.06.2022dTIPPS: Garstufen für das perfekt gegarte Steak
05.06.2022dWISSEN: Yuzu – japanische Zitrusfrucht
02.06.2022dFORSCHUNG: Biertreber als gesunde Brotzutat
31.05.2022dKOMMENTAR: Werbeverbot ist sinnvoll bei Tabak aber nicht bei Fleisch
30.05.2022dTIPP: Teigwaren do it yourself ohne Maschine
29.05.2022dNEWS: Gute Erdbeer-Saison steht bevor
25.05.2022dNEWS: Anteil an tierfreundlichem Labelfleisch geht zurück
24.05.2022dForschung: Resveratrol im Rotwein ist Nervenmedizin
23.05.2022dKOMMENTAR: Industrie senkt Fett, Zucker und Salz aber nicht überall
22.05.2022dTIPPS: Gemüse richtig grillieren
18.05.2022dFORSCHUNG: Nicht weniger produzieren sondern anders für mehr Nachhaltigkeit
17.05.2022dKOMMENTAR: Folgen von Adipositas werden unterschätzt
16.05.2022dNEWS: Aldi Suisse lanciert neues Bio-Label
Ecke für Profis
01.07.2022
.TECHNOLOGIE: Algen als ökologischer Rohstoff der Zukunft

Neben Fleisch-Ersatz aus Pflanzen, Pilzen, Insekten, Fermentation und Kultur haben auch Algen einen Platz im künftigen Lebensmittel-Mix. Aquakultur von Meeresalgen zählen zu den am schnellsten wachsenden Lebensmittelsektoren.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland