Foodfachzeitung im Internet
Freitag, 18. Juni 2021
Publireportage
11.05.2021
Gebäude mit Hochleistungs-Kühltechnik und Bürofläche steht zum Verkauf

Neuwertiges Gebäude mit Hochleistungskühltechnik und Büroflächen – einmalige Gelegenheit für Unternehmen im Lebensmittel-Frischebereich in Niederglatt (ZH), in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Zürich und zum Autobahnanschluss.
News, Tipps, …
Druckansicht02.05.2021
FORSCHUNG: Zuviel Salz bremst Immunsystem aus

Zu viel Kochsalz kann nicht nur den Blutdruck in die Höhe treiben, sondern auch den Energiehaushalt von Immunzellen empfindlich stören und damit ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Bereits 2015 hatte die Arbeitsgruppe von Professor Dominik Müller vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) herausgefunden, dass erhöhte Natriumkonzentrationen im Blut sich sowohl auf die Aktivierung als auch die Funktion patrouillierender Monozyten, der Vorläuferzellen der Makrophagen, auswirkt.

„Wir wussten aber nicht, was dabei genau in der Zelle passiert“, sagt Dr. Sabrina Geisberger vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC. Die Forschenden sahen sich im Labor den Stoffwechsel von Immunzellen an, die zuvor erhöhten Salzkonzentrationen ausgesetzt waren. Schon nach drei Stunden zeigten sich Veränderungen. „Die Atmungskette wird unterbrochen: Die Zellen produzieren weniger ATP und verbrauchen weniger Sauerstoff“, erklärt Sabrina Geisberger.

ATP (Adenosin-Triphosphat) ist der universelle Kraftstoff aller Zellen. Er liefert Energie für die „chemische Arbeit“ – die Synthese von Proteinen und anderen Molekülen – für Muskelkraft und die Regulation des Stoffwechsels. Gewonnen wird ATP in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zelle, mit Hilfe einer komplexen Folge von biochemischen Reaktionen – der Atmungskette. „Kochsalz inhibiert sehr spezifisch den Komplex II der Atmungskette.“

Das hat Folgen: Wegen des Energiemangels reifen die Monozyten anders aus. „Die Fresszellen, deren Aufgabe es ist, Krankheitserreger im Körper aufzuspüren und zu beseitigen, konnten einerseits Pathogene besser bekämpfen. Andererseits könnten Entzündungsprozesse dadurch eher gefördert werden, was unter Umständen das kardiovaskuläre Risiko erhöht“, erklärt Dominik Müller.

Salzeffekte sind reversibel

Professor Markus Kleinewietfeld von der Universität Hasselt und VIB und Professor Jonathan Jantsch von der Universität Regensburg waren massgeblich an den Untersuchungen von humanen Monozyten und Makrophagen beteiligt. Sie konnten zeigen, dass in humanen Fresszellen Salz in gleicher Weise die Funktion beeinflusst. In einer klinischen Studie untersuchten die Forschenden auch eine typische Alltagssituation: den Verzehr einer Pizza. Anschliessend analysierten sie den Zustand der Monozyten im Blut der Probanden.

Das Ergebnis: Der dämpfende Effekt auf die Mitochondrien zeigte sich nicht nur bei der längerfristig erhöhten Salzzufuhr, sondern schon nach einmaligem Pizzagenuss. Wie lange er anhält, zeigten die Daten des Pizza-Experiments. Den Probanden wurde nach drei und acht Stunden Blut abgenommen: In der zweiten Probe war der Effekt kaum noch messbar. „Das ist auch gut so. Denn wäre es zu einer langanhaltenden Störung gekommen, müsste man sich Sorgen machen, dass die Zellen längerfristig nur eingeschränkt mit Energie versorgt werden“, sagt Dominik Müller.

Die Mitochondrien-Aktivität ist demnach nicht dauerhaft gehemmt. Dass es zu Akkumulationseffekten kommt, wenn Menschen mehrmals am Tag stark salzige Mahlzeiten zu sich nehmen, ist jedoch nicht auszuschliessen. Dies muss jetzt näher untersucht werden. Die Pizza enthielt übrigens insgesamt zehn Gramm Salz. Ernährungsgesellschaften empfehlen Erwachsenen pro Tag nicht mehr als fünf bis sechs Gramm. Das versteckte Salz in verarbeiteten Lebensmitteln ist dabei bereits eingerechnet.

Noch ist unklar, wie bei bestimmten Zelltypen der Natriumeinstrom in die Mitochondrien reguliert wird. Die Studie untermauert jedoch, dass zu hoher Salzkonsum die Gesundheit beeinträchtigen kann. „Man denkt natürlich zuerst an das kardio-vaskuläre Risiko. Doch mehrere Studien haben gezeigt, dass Salz Immunzellen auf verschiedenste Weise beeinflussen kann. Ist ein so fundamentaler Zellmechanismus langfristig gestört, könnte sich das nachteilig auswirken. Entzündliche Erkrankungen an Gefässen, an Gelenken oder Autoimmunerkrankungen könnten dadurch möglicherweise begünstigt werden“, sagt Markus Kleinewietfeld. (MDC, ECRC)

Stichwort: .Ernährung:
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
16.06.2021
dTIPP: Die Maispalette erweitern mit Ribelmais
15.06.2021
dWarum schmeckt Fleisch so gut?
14.06.2021
dTIPP: Früchte gekonnt nachreifen
14.06.2021
dTIPP: Vegane Glace – do it yourself ohne Glacemaschine
12.06.2021
dNEWS: Migros lanciert neuartiges Hybridfleisch
09.06.2021dFORSCHUNG: Algen und Quallen als künftige Nahrung
08.06.2021dTIPP: Proteinpräparate sind auch für Sportler meist unnötig
07.06.2021dNEWS: Internationaler Tag der Lebensmittelsicherheit 7.6.2021
06.06.2021dFORSCHUNG: Haltbarkeitsverbesserung und Nährstoffschonung
02.06.2021dNEWS: Corona steigert Regionalproduktenachfrage
01.06.2021dPatisserie David Schmid in Zofingen gewinnt «Bäckerkrone 2021»
31.05.2021dKOMMENTAR: extreme Agrarinitiativen schaden Bäckereien
28.05.2021dNEWS: Corona-Lockerungen - Gastgewerbe kann aufatmen
25.05.2021dFORSCHUNG: beschichtetes Papier statt Plastikverpackung
24.05.2021dTIPP: Aromatischer Liebstöckel alias Maggikraut
21.05.2021dKOMMENTAR: Corona-Zertifikat schafft Zweiklassengesellschaft im Restaurant
19.05.2021dTIPP: Sauce Hollandaise zubereiten - klassisch, fettarm oder vegan
18.05.2021dFORSCHUNG: Flache Pasta bilden erst beim Kochen 3D-Formen
17.05.2021dCorona fördert Regionalitäts-Bewusstsein
16.05.2021dGRATULATION: 13 Goldmedaillen für Metzgerei Ernst Sutter
12.05.2021dTIPPS: Käse grillieren
11.05.2021dNEWS: Max Havelaar wächst trotz Corona
10.05.2021dFORSCHUNG: Verpackungen aus Cornflakes-Reststoff
05.05.2021dFORSCHUNG: Pilze stiften wichtige Mikronährstoffe
04.05.2021dFORSCHUNG: Was macht Obst und Gemüse so gesund?
03.05.2021dFORSCHUNG: Convenience wird langsam gesünder
02.05.2021dFORSCHUNG: Zuviel Salz bremst Immunsystem aus
29.04.2021dNEWS: Corona senkt Weinkonsum aber Schweizer Weine gewinnen
28.04.2021dFORSCHUNG: Regionalität ist vielen Konsumenten wichtiger als Bio
27.04.2021dNährstoffe von Algen sind umweltschonender als von Fischzucht
Ecke für Profis
18.06.2021
.Bäckerei: Plädoyer für modernen Brotweizen

Einige US-amerikanische Bestseller-Autoren bezeichnen „modernen“ Weizen als Krankmacher, Stichworte: FODMAPs, gluten. Die Universität Hohenheim kontert mit wissenschaftlichen Argumenten und Studienergebnissen.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland