Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 7. Juli 2022
Tipp
18.04.2022
Bio Marché 2022 im Juni in Zofingen

Der Bio Marché ist das führende Schweizer Biofest und eine einmalige Mischung aus Markt, Festival und nationaler Bio-Plattform. Vom 17. bis 19. Juni 2022 in der Altstadt von Zofingen.
News, Tipps, …
Druckansicht28.04.2021
FORSCHUNG: Regionalität ist vielen Konsumenten wichtiger als Bio

Viele Konsumenten haben das Vertrauen in Bio-Labels verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die die Hochschule Albstadt-Sigmaringen gemeinsam mit der Ostschweizer Fachhochschule (OST) durchgeführt hat. Hierfür wurde zunächst erforscht, wie Produkte aus der Region präsentiert und beworben werden müssen, damit sie vom Verbraucher als „regional“ wahrgenommen werden. „Wir haben untersucht, was genau Konsumenten unter Regionalität verstehen und welchen Informationsbedarf sie diesbezüglich haben, bevor sie sich für ein Produkt entscheiden“, sagt Prof. Dr. Andrea Maier-Nöth, die die Studie geleitet hat.

Hier ging es beispielsweise um die Frage, wie lang der Transportweg eines Lebensmittels sein darf, um als „regional“ durchzugehen, oder welche Methoden Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Anbau und in der Produktion wichtig sind. „Ausserdem stand das Einkaufs- und Konsumverhalten der Befragten im Fokus sowie die Frage, welche Preise sie zu zahlen bereit wären.“

Die Studie lieferte teils überraschende Ergebnisse. „Regional“ hat bei der Mehrzahl der Befragten demnach ein positiveres Image als „Bio“, das viele wegen seiner inflationären Verwendung nicht mehr für glaubwürdig halten. Voraussetzung für den Absatz regionaler Produkte ist allerdings eine transparente und vertrauenswürdige Kommunikation: „Es kann für Lebensmittelproduzenten also sinnvoll sein, sich entschieden von ,Bio‘ abzugrenzen und – wenn möglich – eher auf den Aspekt der Regionalität und auch Saisonalität zu setzen“, sagt Andrea Maier-Nöth. Dies sei vor allem deshalb wichtig, da sich die Mehrheit der Studienteilnehmer mittelmässig oder nur schlecht über regionale Produkte informiert fühle.

„Regional schlägt Bio“ heisse allerdings nicht, dass der Herstellungsprozess eines Lebensmittels für Verbraucher keine Rolle spielt. „Schonender Anbau und eine entsprechende Verarbeitung werden hier in aller Regel erwartet und schlichtweg vorausgesetzt.“ sagt Oliver Christ, an der OST Professor für Unternehmensentwicklung und Digitale Transformation.

Eine Frage, die die Wissenschaftler umtreibt, lautet daher, an welchen Stellen und mit welchen Technologien die entsprechenden Informationen während des Anbaus und der Verarbeitung gesammelt und verarbeitet werden und wie sie bei einem begrenzten Platzangebot auf der Verpackung oder auch im Geschäft an den Mann gebracht werden können. „Wir wollen also herausfinden, wie die Verbraucher auch unter Zeitdruck die wesentlichen Produktinformationen bekommen. Daraus leiten wir dann entsprechende Empfehlungen ab.“

Mithilfe der Studienergebnisse sollen Lebensmittelproduzenten in der Bodenseeregion also Hilfestellung erhalten, wie sie den Absatz heimischer Lebensmittel steigern können. „Unsere Forschungsergebnisse sollen ihnen dabei helfen, sich besser im Markt zu positionieren, Konsumenten zu sensibilisieren und natürlich auch höhere Absätze zu erzielen.“

Doch auch die Verbraucher selbst nehmen die Forscher in den Blick: „Wir wollen ihnen dabei helfen, dank aussagekräftiger Informationen regionale Produkte zu erkennen und zu mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche beizutragen“, sagen die Wissenschaftler. Das übergeordnete Ziel des Projekts RegIdent bestehe darin, die regionale Identität der Bodenseeregion zu schärfen und zu stärken.

Weiterführende Informationen: Das Projekt RegIdent hat eine Laufzeit bis Ende dieses Jahres und wird von der Internationalen Bodenseehochschule (IBH) finanziert. Die IBH fördert und organisiert die Zusammenarbeit der Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee. Mit Partnern aus der Praxis arbeiten sie gemeinsam und grenzübergreifend an innovativen Lösungen für die Region. (Hochschule Albstadt-Sigmaringen)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.07.2022
dNEWS: Frankreich verbietet Bezeichnungen «Wurst / Steak» für Vegi
05.07.2022
dNEWS: Schweizer Beerenernte-Boom setzt sich fort
04.07.2022
dFORSCHUNG: Mega-Konsumtrends – durch Corona beschleunigt
03.07.2022
dTIPPS: Obst und Gemüse schälen oder mit Schale essen?
29.06.2022
dWISSEN: Honigsorten und -Gewinnungsarten
28.06.2022dFORSCHUNG: Die wahren Kaufmotive für Fleischersatz
27.06.2022dTIPPS: schäumbare Vegan-Milchalternativen für Kaffee
26.06.2022dTIPP: Laugengebäck do it yourself
22.06.2022dFORSCHUNG: Hohe CO2-Emissionen durch Fern-Transporte
21.06.2022dNEWS: Im 2022 mehr als 2500 Tonnen Schweizer Kirschen
20.06.2022dTIPP: Kartoffelkroketten do it yourself
16.06.2022dNEWS: Migros bleibt schweizweit alkoholfrei
15.06.2022dFORSCHUNG: Schnelle, mobile Lebensmittelanalyse, sogar mit Smartphone
14.06.2022dKOMMENTAR: Moderne Pflanzenzuchtmethoden angstfrei objektiv beurteilen
13.06.2022dNEWS: Eigenbrötler Backwerke gewinnt «Bäckerkrone 2022»
12.06.2022dNEWS: GalloSuisse plant Geschlechtbestimmung im Brutei
08.06.2022dNEWS: Erste Schweizer Bio-Kakaofabrik startet
07.06.2022dTIPPS: Garstufen für das perfekt gegarte Steak
05.06.2022dWISSEN: Yuzu – japanische Zitrusfrucht
02.06.2022dFORSCHUNG: Biertreber als gesunde Brotzutat
31.05.2022dKOMMENTAR: Werbeverbot ist sinnvoll bei Tabak aber nicht bei Fleisch
30.05.2022dTIPP: Teigwaren do it yourself ohne Maschine
29.05.2022dNEWS: Gute Erdbeer-Saison steht bevor
25.05.2022dNEWS: Anteil an tierfreundlichem Labelfleisch geht zurück
24.05.2022dForschung: Resveratrol im Rotwein ist Nervenmedizin
23.05.2022dKOMMENTAR: Industrie senkt Fett, Zucker und Salz aber nicht überall
22.05.2022dTIPPS: Gemüse richtig grillieren
18.05.2022dFORSCHUNG: Nicht weniger produzieren sondern anders für mehr Nachhaltigkeit
17.05.2022dKOMMENTAR: Folgen von Adipositas werden unterschätzt
16.05.2022dNEWS: Aldi Suisse lanciert neues Bio-Label
Ecke für Profis
01.07.2022
.TECHNOLOGIE: Algen als ökologischer Rohstoff der Zukunft

Neben Fleisch-Ersatz aus Pflanzen, Pilzen, Insekten, Fermentation und Kultur haben auch Algen einen Platz im künftigen Lebensmittel-Mix. Aquakultur von Meeresalgen zählen zu den am schnellsten wachsenden Lebensmittelsektoren.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland