Foodfachzeitung im Internet
Freitag, 18. Juni 2021
Publireportage
11.05.2021
Gebäude mit Hochleistungs-Kühltechnik und Bürofläche steht zum Verkauf

Neuwertiges Gebäude mit Hochleistungskühltechnik und Büroflächen – einmalige Gelegenheit für Unternehmen im Lebensmittel-Frischebereich in Niederglatt (ZH), in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Zürich und zum Autobahnanschluss.
News, Tipps, …
Druckansicht06.04.2021
Ressourcen sparen dank Nährstoffen aus Insekten, Pilzen und Algen

Proteine sind lebensnotwendige Nährstoffe. Sie könnten allerdings zur Mangelware in der globalen Nahrungsmittelversorgung werden. Gründe dafür sind extreme Wetterlagen als Ergebnis des Klimawandels sowie Belastungen von Böden und Gewässern aufgrund des Einsatzes von Pestiziden und Düngemitteln. Dieser Herausforderung globalen Ausmasses stellt sich das Fraunhofer-Institut.

Die Forscher wollen neuartigen Proteinquellen als nachhaltige und massentaugliche Alternative vor allem zu Schweine- und Rinderfleisch erschliessen. Sie entwickeln dafür neue Anbausysteme und -prozesse, mit denen nährstoffreiche Proteine zukünftig aus ausgewählten Pflanzen, Insekten, Pilzen und Algen gewonnen und für neue Produkte genutzt werden können. Der Verbrauch von Wasser, Düngemitteln, Pestiziden und Antibiotika in der Ernährungswirtschaft liesse sich mit diesen neuen Systemen deutlich verringern. Die Produktionsforschung des Fraunhofer IWU hat im Projekt das Energiesparen im Fokus.

Seit langem raten Expertinnen und Experten dazu, auf neue, alternative Proteinquellen umzusteigen – nicht nur, um den Konsum von Nahrungsmitteln aus der Grosstierhaltung zu reduzieren bzw. diese zu ersetzen, sondern auch, um für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Damit solche alternativen Quellen dieser wichtigen Nährstoffe erschlossen und ihre Potenziale in der Lebensmittelindustrie bestmöglich ausgeschöpft werden können, bedarf es neuer Agrarsysteme zur nachhaltigen Produktion sowie der effizienten Nutzung und Verwertung von Nebenprodukten und Reststoffen.

Das Leitprojekt ›FutureProteins‹ kombiniert die Herstellung alternativer Proteinquellen in geschlossenen Agrarsystemen mit einer integrierten Nutzung aller Nebenströme zur Herstellung weiterer Proteinrohstoffe. Als alternative Proteinquellen dienen hierbei bestimmte Pflanzen (Kartoffeln, Weizengras, Luzerne), Insekten (Mehlwürmer), fadenförmige (filamentöse) Pilze (z. B. Ständerpilze wie Seitling oder Shiitake) sowie Mikroalgen. Sie enthalten allesamt ein für die menschliche Ernährung hochwertiges Aminosäureprofil sowie gute Anwendungseigenschaften, wodurch sie für die Lebensmittelindustrie sehr attraktiv sind.

Im Mittelpunkt von ›FutureProteins‹ stehen vier in sich geschlossene Anbausysteme: Vertical Farming für Pflanzen, Insect Farming für Insekten, Bioreaktoren für Pilze sowie Photobioreaktoren für Algen. Ein wichtiger Bestandteil im Projekt ist die Analyse und Bewertung von Energie-, Abfall- und Abwasserströmen in diesen vier Anbausystemen und den jeweiligen Aufarbeitungsprozessen. Das Ziel sind geschlossene, kosteneffiziente und ressourcenschonende Kreisläufe entlang der Wertschöpfung.

Der grosse Vorteil der vier genutzten Anbausysteme besteht darin, dass die jeweiligen Proteinquellen ganzjährig, klimaunabhängig und dadurch mit hoher Effizienz und Resilienz angebaut werden können. Darüber hinaus sind die geschlossenen Systeme im Vergleich zu herkömmlichen Anbauprozessen eine äusserst ressourcenschonende Methode: Vertical Farming benötigt lediglich 5% des Wassers und 50% weniger Dünger. Auf Pestizide kann gänzlich verzichtet werden.

Damit Vertical Farming hinsichtlich Energie- und Kosteneffizienz noch weiter optimiert werden kann, wird im Projekt an hybriden Beleuchtungssystemen für Pflanzen geforscht, die Sonnen- und LED-Licht dynamisch und wellenlängenspezifisch miteinander kombinieren. Licht spielt auch eine wichtige Rolle bei der Algenkultivierung in den Photobioreaktoren, wo die Lichtausbeute mittels künstlicher Beleuchtung und KI-basierter Regelung optimiert wird.

Beim Insect Farming stellt die Vermeidung von Kontaminationen mit Insektenpathogenen die grösste Herausforderung dar, um auf den Einsatz von Antibiotika und Pestiziden verzichten zu können. Im Zuge dessen wird erstmals ein geeignetes Überwachungssystem entwickelt, mit dem Insektenfarmen vor Infektionskrankheiten geschützt werden können. Bei der Kultivierung filamentöser Pilze als Proteinquelle besteht die entscheidende Aufgabe darin, kostengünstige Nährmedien für die Pilze bereitzustellen.

Über die technologischen und biotechnologischen Aspekte hinaus, werden im Projekt die neuen Proteinquellen und ihre sensorischen und funktionellen Eigenschaften für ein breites Spektrum von Anwendungen in der Lebensmittelindustrie optimiert und veredelt. Hierbei werden Rezepturen für Nahrungsmittel mit verbessertem ernährungsphysiologischem Profil entwickelt sowie die Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Nachhaltigkeitsfaktoren bewertet.

Ein Manko, insbesondere bei einigen Pflanzenproteinen, sind z. B. Bitterstoffe oder störende Aromaeindrücke: So eignen sich beispielsweise Kartoffelproteine sehr gut für die Herstellung pflanzlicher Fleischalternativen. Sie sind jedoch aufgrund des bitter schmeckenden Inhaltsstoffs Solanin für die Verwendung in der Nahrungsmittelindustrie ungeeignet. Im Projekt werden Arbeiten zur Vermeidung dieser Inhaltsstoffe durchgeführt. (Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen).
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
16.06.2021
dTIPP: Die Maispalette erweitern mit Ribelmais
15.06.2021
dWarum schmeckt Fleisch so gut?
14.06.2021
dTIPP: Früchte gekonnt nachreifen
14.06.2021
dTIPP: Vegane Glace – do it yourself ohne Glacemaschine
12.06.2021
dNEWS: Migros lanciert neuartiges Hybridfleisch
09.06.2021dFORSCHUNG: Algen und Quallen als künftige Nahrung
08.06.2021dTIPP: Proteinpräparate sind auch für Sportler meist unnötig
07.06.2021dNEWS: Internationaler Tag der Lebensmittelsicherheit 7.6.2021
06.06.2021dFORSCHUNG: Haltbarkeitsverbesserung und Nährstoffschonung
02.06.2021dNEWS: Corona steigert Regionalproduktenachfrage
01.06.2021dPatisserie David Schmid in Zofingen gewinnt «Bäckerkrone 2021»
31.05.2021dKOMMENTAR: extreme Agrarinitiativen schaden Bäckereien
28.05.2021dNEWS: Corona-Lockerungen - Gastgewerbe kann aufatmen
25.05.2021dFORSCHUNG: beschichtetes Papier statt Plastikverpackung
24.05.2021dTIPP: Aromatischer Liebstöckel alias Maggikraut
21.05.2021dKOMMENTAR: Corona-Zertifikat schafft Zweiklassengesellschaft im Restaurant
19.05.2021dTIPP: Sauce Hollandaise zubereiten - klassisch, fettarm oder vegan
18.05.2021dFORSCHUNG: Flache Pasta bilden erst beim Kochen 3D-Formen
17.05.2021dCorona fördert Regionalitäts-Bewusstsein
16.05.2021dGRATULATION: 13 Goldmedaillen für Metzgerei Ernst Sutter
12.05.2021dTIPPS: Käse grillieren
11.05.2021dNEWS: Max Havelaar wächst trotz Corona
10.05.2021dFORSCHUNG: Verpackungen aus Cornflakes-Reststoff
05.05.2021dFORSCHUNG: Pilze stiften wichtige Mikronährstoffe
04.05.2021dFORSCHUNG: Was macht Obst und Gemüse so gesund?
03.05.2021dFORSCHUNG: Convenience wird langsam gesünder
02.05.2021dFORSCHUNG: Zuviel Salz bremst Immunsystem aus
29.04.2021dNEWS: Corona senkt Weinkonsum aber Schweizer Weine gewinnen
28.04.2021dFORSCHUNG: Regionalität ist vielen Konsumenten wichtiger als Bio
27.04.2021dNährstoffe von Algen sind umweltschonender als von Fischzucht
Ecke für Profis
18.06.2021
.Bäckerei: Plädoyer für modernen Brotweizen

Einige US-amerikanische Bestseller-Autoren bezeichnen „modernen“ Weizen als Krankmacher, Stichworte: FODMAPs, gluten. Die Universität Hohenheim kontert mit wissenschaftlichen Argumenten und Studienergebnissen.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland