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WISSEN: Warum die meisten Bitterstoffe positiv wirken

Viele Menschen mögen bitter schmeckende Lebensmittel wie Rosenkohl, Chicorée und Grapefruit nicht. Die enthaltenen Bitterstoffe sind aber sehr gesund, da sie etwa die Verdauung anregen. Viele Pflanzen bilden Bitterstoffe, um sich vor Frass zu schützen. Auch der Mensch meidet instinktiv bitter schmeckende Substanzen, die er beispielsweise über rund 25 unterschiedliche Rezeptoren über den Mund wahrnehmen kann. Das ist ein angeborenes Warnsystem für Giftstoffe in der Nahrung, die meist ebenfalls bitter schmecken.

Die meisten Bitterstoffe sind aber nicht giftig, sondern haben positive Wirkungen auf unseren Körper. Ein Beispiel ist Intybin (Lactucopicrin) aus Chicorée, das die Sekretion von Magensaft und Gallenflüssigkeit fördert und dadurch die Verdauung verbessert. Bitterstoffe können auch Heisshungerattacken vorbeugen, da das Sättigungsgefühl nach dem Essen länger anhält. Einige Inhaltsstoffe haben eine antioxidative Wirkung oder können bei der Bekämpfung von Krankheitserregern helfen.

Da der Bittergeschmack wenig beliebt ist, enthalten heutzutage viele Gemüse- und Obstarten durch gezielte Züchtung nur noch wenige Bitterstoffe. Wer lieber bittere Salat-, Obst- oder Gemüsesorten kaufen möchte, wird am ehesten beim Erzeuger oder auf dem Wochenmarkt fündig. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn natürlicherweise mildes Gemüse aus dem eigenen Garten, wie Zucchini oder Gurke, roh oder gegart bitter schmeckt. Es kann durch natürliche Wachstumsprozesse Giftstoffe enthalten und muss immer entsorgt werden.

Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, kann regelmässig bitter schmeckende Lebensmittel in seinen Speiseplan einbauen. Dazu zählen neben Chicorée und Rosenkohl auch Endivie, Radicchio, Mangold, Rucola, Artischocke und Aubergine. Obstarten wie Grapefruit, Wildkräuter wie Löwenzahn und Gewürze wie Kardamom sind weitere gute Lieferanten von Bitterstoffen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an den Geschmack. In vielen Gerichten können mild-süssliche Komponenten Bitteraromen ausgleichen. So schmeckt etwa ein Endiviensalat mit Granatapfeldressing ausgewogener oder ein Salat aus Radicchio und Apfel milder. (BZfE)
(gb)

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