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WISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen

Man solle Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, lehrt uns eine alte Redewendung. Botanisch gesehen sind sich die beiden Früchte aber sehr ähnlich, denn die Pflanzengattung der Birnen (Pyrus) gehört – wie der Apfel – zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse.

Birnen haben dank ihren guten Lagerungsbedingungen eine lange Saison und sind von August bis April erhältlich. Sie werden kurz vor der Reife geerntet und reifen während ihrer Lagerungszeit nach, womit die Schweiz fast das ganze Jahr über von Schweizer Birnen und ihren Nährstoffen versorgt wird.

Birnen schmecken nicht nur gut, sie sind auch sehr gesund: Sie haben doppelt so viele Nahrungsfasern wie Äpfel und enthalten unter anderem wertvolle Mineralstoffe wie Kalium und Chlorid. Zudem sind Birnen mit 54 Kilokalorien pro 100 Gramm sehr kalorienarm. Der Nährstoffgehalt ist am höchsten, wenn die Birne roh genossen wird.

Weltweit gib es wahrscheinlich rund 2’500 verschiedene Birnensorten und Forschende von Agroscope stellten 840 einzigartige, in der Schweiz heimische Birnensorten fest. Während im Supermarkt oft nur wenige Dutzend der kommerziell wichtigsten Sorten erhältlich sind, ist in privaten Gärten eine viel grössere Vielfalt zu finden.

Fast die Hälfte der Schweizer Birnen werden nicht als frische Frucht gegessen, sondern zu Saft, Destillaten oder Trockenfrüchten verarbeitet. Auf 730 Hektaren wurden 2024 schätzungsweise 14’700 Tonnen Mostbirnen verarbeitet und rund 12’500 Tonnen Tafelbirnen geerntet. Hauptanbaugebiete sind dabei der Kanton Thurgau – weshalb die Ostschweiz manchmal auch «Mostindien» genannt wird – und das Wallis, wo sich fast 40 Prozent der Gesamtfläche befindet.

Wichtigste Sorten

Zu den meistangebauten Sorten in der Schweiz gehört die Kaiser Alexander – die Kräftige –, die vor allem im Thurgau zuhause ist. Durch ihr süsses und würziges Aroma ist sie für Desserts und zum Einmachen geeignet.

Die Sorte Willams – die Vielseitige – ist im Wallis weit verbreitet. Sie ist nur im September und Oktober erhältlich und wird hauptsächlich zum bekannten Obstbrand Williams verarbeitet.

Die Sorte Conférence – die Zartschmelzende – zu den Spitzenreiterinnen in der Schweiz. Sie hat ein mittelfestes Fruchtfleisch und eignet sich unter anderem zum Dörren.

Schliesslich wird die Sorte Gute Luise – die Rotbackene – frisch vom Baum genossen oder zum Backen, im Obstsalat oder zur Saftherstellung verwenden. Ihr gelblich-weisses Fruchtfleisch ist sehr saftig, süss und hat eine angenehme Säure.

Erwähnenswert ist zudem die Nashi-Birne. Sie stammt ursprünglich aus China und ist heute in ganz Ostasien und Japan verbreitet. Nashi ist das japanische Wort für Birne. Auch in der Schweiz wird die Nashi-Birne angebaut: Wegen ihrer Herkunft und ihrer kugelförmigen, apfelähnlichen Form wird sie im deutschsprachigen Raum auch Asiatische Birne, Apfel-Birne, Bapfel oder Birpfel genannt. (LID)
(gb)

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