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WISSEN: Modernes Fasten, wissenschaftlich fundiert

Ob nun Neujahresvorsätze oder religiöser Verzicht, Abnehmen oder gesünder Ernähren: Im ersten Jahresviertel entscheiden sich viele Menschen, mehr auf ihre Gesundheit zu achten. Dabei ist das Fasten ein bewährtes und beliebtes Mittel, um diese Ziele zu erreichen. Doch welche Fastenkur eben im Trend liegt, ist unterschiedlich und die Auswahl an Methoden nicht nur gross – sondern manchmal gar nicht so gesund. Gerade im Bereich Ernährung gibt es viele unbelegte und auch falsche Behauptungen.

„Fasten an sich hat zahlreiche gesundheitsförderliche Effekte, doch viele der althergebrachten, begleitenden Massnahmen und Empfehlungen zum Fasten sind wissenschaftlich nicht belegt und können hingegen der Gesundheit sogar schaden“, sagt Axt-Gadermann. Die Professorin für Gesundheitsförderung an der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit hat bereits mehr als 20 Bücher veröffentlicht und zusammen mit Johanna Katzera, Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaften und Physiotherapeutin, ein neues wissenschaftlich fundiertes Werk herausgebracht.

In „Der neue Fastencode“ werfen die Autorinnen einen kritischen Blick auf traditionelle Fastenmethoden und präsentieren ein modernes Konzept, das wissenschaftlich belegte Erkenntnisse mit praktischen Anwendungen vereint. Ein Ansatz, der nicht nur gesundheitliche Vorteile verspricht, sondern auch die individuellen Bedürfnisse der heutigen Zeit berücksichtigt. Denn Fasten ist nicht nur sinnvoll, sondern kann auch einfacher und angenehmer gestaltet werden.

Die Konzepte der klassischen Heilkuren wurden vor mehr als 100 Jahren entwickelt, in einer Zeit, in der das Mikrobiom unbekannt war und es Ernährungswissenschaften noch nicht gab, heisst es im Buch: „Viele dieser alten Fastenkonzepte werden aber bis heute unverändert oder mit lediglich geringfügigen Anpassungen durchgeführt und bisher kaum hinterfragt.“ Wie zum Beispiel das strenge Verbot, Kaffee zu trinken oder regelmässige Darmreinigungen durch Abführen oder Darmspülungen. Sie sind noch immer fester Bestandteil verschiedener Fastenkonzepte.

Heute weiss man, dass der Darm mit seinem Mikrobiom ein Ökosystem ist, das nicht gereinigt werden muss. Im Gegenteil: regelmässige Reinigungsmassnahmen können sogar nachhaltig schädlich sein. “Eine Auswertung der Daten der UK Biobank von mehr als 500.000 Personen hat ergeben, dass der regelmässige Gebrauch von osmotischen Abführmitteln, zu denen auch Glauber- und Bittersalz gehören, das Risiko für Demenz deutlich erhöht.”

Viele dieser Erkenntnisse sind erst durch die moderne Mikrobiomforschung sowie gezielte empirische Studien möglich geworden, die belastbare Beweise für Fastenmethoden erbringen. „Fasten fördert die Gesundheit des Mikrobioms, wenn wir ein paar moderne Erkenntnisse umsetzen. Neben dem Verzicht auf Darmreinigungsmassnahmen zählen dazu auch präbiotische Ballaststoffe, probiotische Bakterien und die Empfehlung, während des Fastens Kaffee zu trinken“, sagt Professorin Axt-Gadermann.

Ein positiver Nebeneffekt ist der leichtere Einstieg: „Wir haben in Tests mit rund 80 Fastenden festgestellt, dass auch die sogenannte Fastenkrise – das sind Kreislaufprobleme, allgemeine Erschöpfung und Kopfschmerzen in den ersten Tagen der Fastenkur – beinahe völlig ausbleibt. Oft wird erklärt, das seien Anzeichen dafür, dass der Körper „entgifte“. In Wirklichkeit entsteht die Fastenkrise offensichtlich als Folge eines massiven Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts durch das Abführen. Verzichtet man darauf, sind die Fastenden während der gesamten Zeit fit und energiegeladen“, sagt die Expertin.

Zu den vielen Tipps für ein erfolgreiches Fastenkonzept sollten neben dem Genuss von Kaffee zur Anregung der Zell-Erneuerung (Autophagie) auch präbiotische Ballaststoffe, pflanzliche Öle und probiotische Bakterien in das Fastenprogramm integriert werden. (Hochschule Coburg)

Stichwort: .Ernährung:
(gb)

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