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Montag, 4. Juli 2022
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18.04.2022
Bio Marché 2022 im Juni in Zofingen

Der Bio Marché ist das führende Schweizer Biofest und eine einmalige Mischung aus Markt, Festival und nationaler Bio-Plattform. Vom 17. bis 19. Juni 2022 in der Altstadt von Zofingen.
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KOMMENTAR: «Tierschutz» fordert bessere Preise für Bauern

Geht's dem Bauern gut, geht's den Tieren gut - und umgekehrt. Wollen wir mehr Tierwohl in den Ställen, müssen den Landwirten die dafür erbrachten Mehrleistungen über Labelprämien und Direktzahlungen kostendeckend abgegolten werden. Das ist heute nicht der Fall, wie eine neue von Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE in Auftrag gegebene Agroscope-Studie bestätigt.

In mehreren Studien im Rahmen der Kampagne «Absatzoffensive Labelfleisch und Eier» hat der Schweizer Tierschutz STS aufzeigen können, dass die Produzentenanteile an der Gesamtwertschöpfung bei Labelprodukten deutlich geringer sind als im konventionellen Sortiment und sich die landwirtschaftlichen Produzenten nicht proportional am Markterfolg beteiligen können. Die vorliegende Studie «Betriebszweiganalyse» von Agroscope - eine Auftragsstudie vom Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE - zeigt darüber hinaus, dass Labelproduzenten in den Bereichen Rind- und Schweinefleisch ihre Kosten für Tierwohlmehrleistungen nicht decken können.

Anhand der Agroscope-Betriebszweiganalyse lässt sich im Rahmen einer detaillierten Vollkostenrechnung erstmals die monetäre Erfassung von Tierwohlleistungen, die über die Minimalforderungen der Tierschutzverordnung hinausgehen, aufzeigen. Ganz prekär sind die Ergebnisse bei der Rindfleisch-Labelproduktion. Gut ein Viertel der Aufwendungen für das Tierwohl werden nicht entschädigt (Studie basiert auf Preiszuschlag Label 0,55 CHF/kg Schlachtgewicht). Bei IP-Suisse Mastschweinebetrieben werden die Aufwendungen etwas besser gedeckt, aber auch hier nur zu rund 90 % (Studie basiert auf Preiszuschlag Label 0,275 CHF/kg Schlachtgewicht).

Tierwohlprämien sind zu erhöhen

Die Tierwohlprämie umfasst in der Regel zu rund zwei Dritteln die Labelprämie der Abnehmer und zu rund einem Drittel die Direktzahlungen vom Bund für die freiwilligen Tierwohlprogramme (BTS und RAUS). Aus den Studienergebnissen lässt sich ableiten, dass die Labelprämie bei der Rindermast um knapp 60 %, bei der Schweinemast um 16 % erhöht werden müsste. Werden die Prämien nicht erhöht bzw. die für das Wohl der Tiere erbrachten Mehrleistungen nicht fair entschädigt, geht das zu Lasten der Tiere. Werden aufgrund der ungenügenden Abgeltung Direktkosten gesenkt, zum Beispiel weniger Stroh eingestreut, Arbeitszeit, auch in der Tierbetreuung reduziert, und langfristig nicht in tierfreundliche Ställe investiert, dann haben die Tiere darunter zu leiden.

Wenn der Bund seine Rolle in Richtung einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion wahrnehmen will, muss die Labelproduktion zusätzlich kräftig gefördert werden. Für die Produzenten soll nicht nur eine Kostendeckung resultieren, sondern mit einem zusätzlichen finanziellen Anreiz eine Besserstellung der Labelproduktion und damit insgesamt mehr Tierwohl erreicht werden. (Schweizer Tierschutz STS)
(gb)

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