Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 7. Juni 2026
News, Tipps, …
Druckansicht18.09.2024
KOMMENTAR: Proviande kritisiert neue Ernährungsempfehlungen

Die Bedeutung von Fleisch wird in den neuen Schweizer Ernährungsempfehlungen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen stark verringert. Proviande kritisiert diese Marginalisierung und die Darstellung der Lebensmittelpyramide.

Fleisch ist ein äusserst hochwertiges Lebensmittel und Bestandteil für eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Nun aber wird der Anteil von Fleisch in den neuen Ernährungsempfehlungen stark abgewertet, weil es fälschlicherweise bei Gesundheits- wie auch Umweltaspekten in der Kritik steht. Als Ersatz für tierische Proteine sollen gemäss den Empfehlungen zur neuen Lebensmittelpyramide vermehrt pflanzliche Proteine aufgenommen werden. Hiess es bisher «Fleisch, Fisch, Eier & Tofu», so lautet die Reihenfolge nun «Hülsenfrüchte, Eier, Fleisch und Weitere».

In der bisherigen Lebensmittelpyramide galt die Empfehlung: «Konsumieren Sie Fleisch massvoll.» Heute steht dazu: «Über eine Woche hinweg zwischen den verschiedenen Proteinquellen abwechseln: Hülsenfrüchte, Tofu, Eier, Fleisch, Fisch und Weitere». Somit wurde die frühere Empfehlung neu als maximale Menge definiert. Proviande stimmt dieser Empfehlung nicht zu.

Es gibt keinen Grund, die empfohlene Menge an Fleischkonsum zu verringern. Denn es liegt keine wissenschaftliche Evidenz vor, dass Fleisch, so wie es mengenmässig heute in der Schweiz verzehrt wird, negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Zudem müsste nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen die doppelte Menge an pflanzlichen Proteinen gegenüber tierischen Proteinen gegessen werden, um die gleiche Protein-Wirkung im Körper zu erzielen, was jedoch eine deutliche Überversorgung mit Kohlehydraten zur Folge haben kann.

Fragwürdige Verknüpfung mit Nachhaltigkeit

Neu werden in den Empfehlungen die beiden Bereiche Nahrung und Nachhaltigkeit miteinander verknüpft. Der Umwelt ist aber nicht geholfen, wenn mehr Pflanzen und weniger tierische Lebensmittel gegessen werden. Denn ein verminderter Fleischkonsum führt nicht in erster Linie zu Ressourcenschonung. Die Behauptung, tierische Lebensmittel würden die Umwelt stärker belasten als pflanzliche Lebensmittel, ist eine pauschale Falschannahme, insbesondere in Anbetracht der hohen Schweizer Produktionsstandards. Zudem basieren die bisherigen Berechnungen der Methangas-Belastungen auf überholten Werten.

Halb versteckt hinter einem Tofu-Quader findet sich in der neuen Lebensmittelpyramide eine kleine Pouletbrust. Rotes Fleisch, wie beispielsweise vom Schwein oder Rind, fehlt gänzlich. Proviande kann diese grafische Herabstufung von Fleisch in der Lebensmittelpyramide nicht nachvollziehen und verlangt eine bessere Sichtbarkeit von Fleisch. Die neue Lebensmittelpyramide vermittelt einer Betrachterin oder einem Betrachter den Eindruck, rotes Fleisch zu essen sei unnötig, ja gar nicht empfehlenswert – was nicht den Tatsachen entspricht. (Proviande)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
02.06.2026
dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026
d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026
dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026
d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026
dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
19.03.2026dKOMMENTAR: Schweizer Lebensmittel-Pyramide am Pranger
18.03.2026dKOMMENTAR: Steuer auf mehrere Risikostoffe statt reine Zuckersteuer
16.03.2026dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland