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NEWS: Internationaler Tag der Lebensmittelsicherheit 7.6.2021

An der 73. Generalversammlung 2019 haben die Vereinten Nationen in New York eine Resolution verabschiedet, mit der der 7. Juni zum jährlichen «World Food Safety Day» – dem Internationalen Tag der Lebensmittelsicherheit – erklärt wurde. Mit dem Tag soll weltweit darauf aufmerksam gemacht werden, welche Folgen verunreinigte und verdorbene Lebensmittel für die öffentliche Gesundheit haben.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr 10 Prozent der Weltbevölkerung infolge des Konsums von Lebensmitteln, die durch Bakterien, Viren, Parasiten oder chemische Substanzen verunreinigt sind. Die WHO geht davon aus, dass verunreinigte Lebensmittel über 200 Krankheiten von Durchfall bis Krebs verursachen und jedes Jahr würden 420’000 Personen, davon 125’000 Kinder unter fünf Jahren an diesen Krankheiten sterben.

Ausserdem: Kommt der Thymianhonig tatsächlich aus Spanien, wie es das Etikett anpreist? Wurde der Ziegenkäse aus Ziegenmilch hergestellt? Kurz: Steckt drin, was draufsteht? Häufig werden Produkte gestreckt, abgewandelt oder durch Zusätze absichtlich verändert - und falsche Angaben auf das Etikett gedruckt. Vor allem beliebte und teure Produkte bieten Kriminellen eine hohe Gewinnmarge. Die langen, globalen Warenketten erschweren es jedoch, die Betrüger zu überführen.

Ziel des Internationalen Tags der Lebensmittelsicherheit ist es, stärker dafür zu sensibilisieren, welche Bedeutung der Lebensmittelsicherheit beim Schutz der Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zukommt. Laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit beeinträchtigen verunreinigte und verdorbene Lebensmittel auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung und belasten die öffentlichen Gesundheitssysteme, die nationalen Volkswirtschaften, den Handel und den Tourismus. Die Lebensmittelsicherheit sei ausserdem eine wesentliche Grundlage zur Umsetzung mehrerer nachhaltiger Entwicklungsziele, welche die UN-Mitgliedstaaten bis 2030 erreichen sollten.

Fingerprinting-Verfahren gegen Fälschungen

„Hochwertige Lebens- und Futtermittel täglich sicher bereitzustellen, ist eine grosse Herausforderung für alle Warenketten-Beteiligten“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Anlässlich des World Food Safety Day macht er auf betrügerische Praktiken mit Lebensmitteln aufmerksam. „Absichtlich verfälschte Produkte stellen ein globales Problem dar und bergen oft gesundheitliche Risiken“, sagt Hensel. Das BfR forscht deshalb aktuell im Rahmen des EU-Forschungsprojekts MEDIFIT an innovativen Labor-Technologien, die Echtheitskontrollen und Rückverfolgungen grenzübergreifend verbessern sollen.

Um die Echtheit von Lebensmitteln sicherzustellen und die Rückverfolgbarkeit verbessern zu können, bedarf es deshalb komplexer Technologien im Bereich der chemischen Analytik und ebenso ausgeklügelter Software-Lösungen. An ihnen forscht das BfR im Rahmen von MEDIFIT zusammen mit elf Partnern aus Behörden, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, Griechenland, Malta, Spanien, Tunesien und der Türkei.

Für das BfR steht die Weiterentwicklung sogenannter Fingerprinting-Verfahren im Fokus. Mit ihrer Hilfe kann die Zusammensetzung von Lebensmitteln genau bestimmt und ein individueller chemischer „Fingerabdruck“ ermittelt werden. Dabei kommen insbesondere spektroskopische Analyseverfahren zum Einsatz, die zunehmend auch bei Routinekontrollen von Lebensmitteln genutzt werden.

Die Allianz gegen die extremen Agrarinitiativen nimmt den Internationalen Tag der Lebensmittelsicherheit als Anstoss, um kurz vor den nationalen Abstimmungen vom kommenden Sonntag erneut vor einer Annahme der beiden Agrarinitiativen zu warnen – diese würden das hohe Niveau der Lebensmittelsicherheit gefährden. So fordere die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ein Verbot von synthetischen Bioziden. Diese spielten aber von der landwirtschaftlichen Produktion über die Lagerung bis hin zur Desinfektion von Verarbeitungsgeräten der Lebensmittelindustrie eine wichtige Rolle, schreibt das nationale Nein-Komitee. Ein Nein zu dieser Initiative sei deshalb auch ein Bekenntnis für eine hohe Lebensmittelsicherheit, wird argumentiert. (LID, BfR)
(gb)

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