Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 7. Juli 2022
Tipp
18.04.2022
Bio Marché 2022 im Juni in Zofingen

Der Bio Marché ist das führende Schweizer Biofest und eine einmalige Mischung aus Markt, Festival und nationaler Bio-Plattform. Vom 17. bis 19. Juni 2022 in der Altstadt von Zofingen.
News, Tipps, …
Druckansicht11.05.2021
NEWS: Max Havelaar wächst trotz Corona

Produkte mit dem Label von Fairtrade Max Havelaar erfreuen sich trotz Corona weiterhin grosser Beliebtheit. Der Umsatz stieg um 5.6% auf 860 Millionen Franken. Der Pro-Kopf-Konsum kletterte auf 99 Franken, was Weltrekord bedeutet! Davon profitierten Kleinbauern und Arbeiterinnen in Entwicklungsländern, die zusätzlich zu einem fairen Preis über 12 Millionen Dollar an Fairtrade-Prämien erhielten. Auf dem Schweizer Markt baut Fairtrade Max Havelaar sein Angebot mit zusätzlichen Dienstleistungen weiter aus.

Das Ziel von einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 100 Franken schien noch vor wenigen Jahren utopisch. Nun ist es zum Greifen nah: Letztes Jahr haben die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz durchschnittlich 99 Franken für Produkte mit dem Label von Fairtrade Max Havelaar ausgegeben: Das ist Weltrekord! Zum Vergleich: In Deutschland und Österreich liegt der Pro-Kopf-Konsum von Fairtrade-Produkten bei umgerechnet 25 Franken resp. 48 Franken.

Insgesamt stieg im Jahr 2020 der Umsatz mit Fairtrade-Produkten um 5.6% auf rund 860 Millionen Franken. Über diese positive Entwicklung freut sich auch Renato Isella, Geschäftsleiter der Max Havelaar-Stiftung: «Ein solches Wachstum in diesen schwierigen Zeiten ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Für die Kleinbauern und Arbeiterinnen im globalen Süden bedeutet Fairtrade gerade jetzt eine enorm wichtige Grundlage für eine bessere Zukunft.»

Die Jahreszahlen der Max Havelaar-Stiftung sind stark geprägt von Corona. Einerseits hat die Pandemie hat bei den Konsumentinnen und Konsumenten zu einem veränderten Einkaufsverhalten geführt. Während des Lockdowns erlebten nachhaltige Produkte einen wahren Boom. So nahm die Nachfrage nach Fairtrade-Produkten insbesondere im Detailhandel sowie in Online-Shops zu.

Zu Einbussen kam es hauptsächlich bei Blumen und Pflanzen aufgrund der verordneten Schliessung der Blumenläden im Frühling. Die Corona-bedingten Umsatzeinbussen in der Gastronomie haben sich für Fairtrade insbesondere beim Kaffee, Fruchtsaft und bei den Backwaren negativ ausgewirkt. Diesen Rückgang konnte das Plus im Detailhandel jedoch mehr als kompensieren. Besonders hervorzuheben sind Produkte für den Vorrat (wie Trockenfrüchte und Nüsse), aber auch frische Früchte und Genussprodukte (wie Biskuits oder Glace).

Mit Prämie und Hilfsfonds gegen die Krise

Die Pandemie hat die grosse Bedeutung der Fairtrade-Prämie bewiesen. Diese ist ein zusätzlicher Betrag zum Verkaufspreis, den die Produzentenorganisationen bei jedem Fairtrade-Verkauf erhalten und den sie in Projekte gemäss ihren Bedürfnissen zum Nutzen ihrer Kooperativen oder Gemeinden investieren. Wegen der Pandemie erlaubte Fairtrade, die Prämien als direkte Barauszahlungen an die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie für den Einkauf von Lebensmitteln zu nutzen. Durch Fairtrade-Verkäufe allein in der Schweiz wurden 12.2 Mio. Dollar an Prämien erwirtschaftet.

Insgesamt 15 Mio. Euro stellt Fairtrade zudem mit den beiden Corona-Hilfsfonds für Nothilfe und Resilienz zur Verfügung – Gelder aus Eigenmitteln des globalen Fairtrade Netzwerks und von externen Geldgebern, darunter das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Davon haben eine halbe Million Menschen in 900 Produzentenorganisationen aus rund 60 Ländern profitiert.

Weitere Dienstleistungen für Unternehmen

Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig Unterstützung vor Ort ist. Damit Unternehmen die Fairtrade-Kleinbauern und -Arbeiterinnen in Entwicklungsländern über die Zertifizierung hinaus stärken können, hat Fairtrade Max Havelaar die Angebotspalette erweitert. Dazu gehören Programme, Lieferketten-Dienstleistungen sowie ein ganzheitlicher Ansatz, um existenzsichernde Einkommen und Löhne zu ermöglichen.

So hat Coop in Zusammenarbeit mit Fairtrade Max Havelaar in wegweisenden Projekten in der Dominikanischen Republik bei Fairtrade-Bananenplantagen und in Ghana bei einer Kakao-Kooperative die Einkommen von Kleinbauern und Arbeiterinnen weiter angehoben. Damit wird die Lücke zu existenzsichernden Einkommen und Löhnen weiter verkleinert.

Die wichtigsten Zahlen zu Fairtrade Max Havelaar im 2020 auf einen Blick:
●Umsatz mit Fairtrade-Produkten: 860 Mio. Franken
●Pro-Kopf-Konsum: 99 Franken
●Anzahl Fairtrade-Produkte: 3000
●Fairtrade-Prämie für Kleinbauern und Arbeiterinnen: 12.2 Mio. Dollar
Alle Angaben beziehen sich auf den Handel von Produkten mit dem Label von Fairtrade Max Havelaar in der Schweiz

Max Havelaar in Kürze

Wer Produkte mit dem Label von Fairtrade Max Havelaar kauft, ermöglicht Kleinbauernfamilien und Angestellten in Entwicklungsländern ein besseres Einkommen und gute Arbeitsbedingungen. Diese erhalten einen stabilen Preis und zusätzlich eine Fairtrade-Prämie sowie Beratung vor Ort. Einen Teil des Verkaufserlöses investieren sie in Projekte, die der ganzen Gemeinschaft zu Gute kommen – wie in den Bau von Brunnen, Schulen und Spitälern.

Gegründet wurde Fairtrade Max Havelaar 1992 von den Hilfswerken Brot für alle, Caritas, Fastenopfer, HEKS, Helvetas und Swissaid. Von Bananen aus Peru über Kaffee aus Äthiopien bis hin zu Reis aus Indien – heute gibt es in der Schweiz 3000 Produkte mit dem Label von Fairtrade Max Havelaar zu kaufen. Für alle diese Produkte gelten die strengen Fairtrade-Standards bezüglich Anbau, Arbeiterrechten, Verarbeitung und Handel. (Text: Max Havelaar)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.07.2022
dNEWS: Frankreich verbietet Bezeichnungen «Wurst / Steak» für Vegi
05.07.2022
dNEWS: Schweizer Beerenernte-Boom setzt sich fort
04.07.2022
dFORSCHUNG: Mega-Konsumtrends – durch Corona beschleunigt
03.07.2022
dTIPPS: Obst und Gemüse schälen oder mit Schale essen?
29.06.2022
dWISSEN: Honigsorten und -Gewinnungsarten
28.06.2022dFORSCHUNG: Die wahren Kaufmotive für Fleischersatz
27.06.2022dTIPPS: schäumbare Vegan-Milchalternativen für Kaffee
26.06.2022dTIPP: Laugengebäck do it yourself
22.06.2022dFORSCHUNG: Hohe CO2-Emissionen durch Fern-Transporte
21.06.2022dNEWS: Im 2022 mehr als 2500 Tonnen Schweizer Kirschen
20.06.2022dTIPP: Kartoffelkroketten do it yourself
16.06.2022dNEWS: Migros bleibt schweizweit alkoholfrei
15.06.2022dFORSCHUNG: Schnelle, mobile Lebensmittelanalyse, sogar mit Smartphone
14.06.2022dKOMMENTAR: Moderne Pflanzenzuchtmethoden angstfrei objektiv beurteilen
13.06.2022dNEWS: Eigenbrötler Backwerke gewinnt «Bäckerkrone 2022»
12.06.2022dNEWS: GalloSuisse plant Geschlechtbestimmung im Brutei
08.06.2022dNEWS: Erste Schweizer Bio-Kakaofabrik startet
07.06.2022dTIPPS: Garstufen für das perfekt gegarte Steak
05.06.2022dWISSEN: Yuzu – japanische Zitrusfrucht
02.06.2022dFORSCHUNG: Biertreber als gesunde Brotzutat
31.05.2022dKOMMENTAR: Werbeverbot ist sinnvoll bei Tabak aber nicht bei Fleisch
30.05.2022dTIPP: Teigwaren do it yourself ohne Maschine
29.05.2022dNEWS: Gute Erdbeer-Saison steht bevor
25.05.2022dNEWS: Anteil an tierfreundlichem Labelfleisch geht zurück
24.05.2022dForschung: Resveratrol im Rotwein ist Nervenmedizin
23.05.2022dKOMMENTAR: Industrie senkt Fett, Zucker und Salz aber nicht überall
22.05.2022dTIPPS: Gemüse richtig grillieren
18.05.2022dFORSCHUNG: Nicht weniger produzieren sondern anders für mehr Nachhaltigkeit
17.05.2022dKOMMENTAR: Folgen von Adipositas werden unterschätzt
16.05.2022dNEWS: Aldi Suisse lanciert neues Bio-Label
Ecke für Profis
01.07.2022
.TECHNOLOGIE: Algen als ökologischer Rohstoff der Zukunft

Neben Fleisch-Ersatz aus Pflanzen, Pilzen, Insekten, Fermentation und Kultur haben auch Algen einen Platz im künftigen Lebensmittel-Mix. Aquakultur von Meeresalgen zählen zu den am schnellsten wachsenden Lebensmittelsektoren.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland