Foodfachzeitung im Internet
Samstag, 11. April 2026
News, Tipps, …
Druckansicht25.05.2020
NEWS: Fleischmarkt erholt sich vom Coronaschock

Der Ausnahmezustand durch die Corona-Pandemie führte Ende März zu Preisrückgängen auf dem Schlachtviehmarkt und die Befürchtungen, dass die Preise ins Bodenlose sinken würden, waren gross. Die Schliessung der Gastronomie führte insbesondere beim Kalb- und Rindfleisch zu einem starken Rückgang der Nachfrage und mit dem Verbot öffentlicher Schlachtviehmärkte verloren die Landwirte einen bedeutenden Absatzkanal für ihre Schlachttiere. Um den negativen Entwicklungen entgegen zu wirken, ergriff die Branche eine Reihe von Massnahmen. Die Landwirte folgten dem Aufruf, ihre Tiere zurückzuhalten. Die Kuhschlachtungen waren in der Folge im April um 48 % tiefer als im Vorjahr.

Durch die zweimalige Verlängerung der Importperiode für Rindfleisch konnte die Einfuhr der Anfang März noch freigegebenen Importmengen vorübergehend ausgesetzt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Mit ausserordentlichen Bundesmitteln von drei Millionen Franken konnte ausserdem Kalb-, Rind- und Gitzifleisch einlagert werden. Mit diesen Massnahmen ist es gelungen insbesondere bei den Kühen und beim Bankvieh einen starken Preiseinbruch zu verhindern und den Markt rasch wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Im Monat April wurde im Detailhandel 40 % mehr Rindfleisch verbraucht als vor einem Jahr. Auch die Menge der Wurstwaren, die über den Detailhandel abgesetzt wurden, waren um ein Drittel höher. Hackfleisch, Bratwurst und Cervelat waren die Gewinner. Schon gegen Ende April begannen die Schlachtviehpreise wieder merklich anzuziehen und die Marktentlastungsmassnahmen beim Rindfleisch konnten eingestellt werden. Anfang Mai wurde alles eingefrorene Rindfleisch wieder zur Auslagerung freigegeben und bereits eine Woche später konnte Proviande wieder moderate Rindfleischimporte beantragen, welche vom BLW freigegeben wurden.

Seit dem 11. Mai können nun auch Schlachtviehmärkte unter strengen Auflagen wieder stattfinden. Das erwartete grosse Angebot ist bisher allerdings ausgeblieben und um die aufgeführten Tiere wurde regelrecht gekämpft. Seit Mitte Mai liegen die Kuh- und Bankviehpreise wieder über dem Niveau von vor der Corona-Krise. Dass Rindfleisch nun so rasch wieder derart stark nachgefragt wird, war in diesem Masse nicht vorhersehbar.

Die sehr hohen Steigerungspreise für die bewilligten Rindfleischimporte sowie die enorme Preisentwicklung bei den Kühen zeigen, wie gefragt das Rindfleisch im Moment ist. Es ist deshalb wichtig, die Tiere, die zurückgehalten wurden, nun auf den Markt zu bringen und eine Überhitzung insbesondere des Kuhmarktes möglichst zu verhindern. Heute steht nicht genügend Rindvieh zur Verfügung, um die Nachfrage zu befriedigen. Für die nächste Verwaltungsratssitzung von Proviande zeichnen sich deshalb weitere Importanträge ab, um den Markt ausreichend versorgen zu können.

Der Verbrauch beim Rind-, Lamm- und Schweinefleisch war im Detailhandel in den letzten Wochen erfreulich. Sowohl die Grossverteiler als auch die gewerblichen Metzgereien konnten die Kundenwünsche ohne Einschränkung befriedigen und die Kunden dankten es ihnen mit lokalem Einkauf. Wenn nun aber die Grenzen wieder geöffnet werden, die Gastronomie- und Take Away-Betriebe bald wieder zum Normalbetrieb zurückkehren können, wird sich auch die Nachfrage wieder verändern. Alle Beteiligten der Branche, auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, sind gefordert das zu produzieren und anzubieten was am Markt gewünscht ist, zu einem Preis, den der Kunde auch bereit ist zu zahlen. (Proviande)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
08.04.2026
dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026
dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026
dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026
dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026
dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
19.03.2026dKOMMENTAR: Schweizer Lebensmittel-Pyramide am Pranger
18.03.2026dKOMMENTAR: Steuer auf mehrere Risikostoffe statt reine Zuckersteuer
16.03.2026dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
06.02.2026dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
21.01.2026d TIPP: Exotische Passionsfrucht richtig verarbeiten
17.01.2026dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland