​
Foodfachzeitung im Internet
Mittwoch, 7. Oktober 2026
Tipp
07.09.2026
Premiere NovaFood 26.-27.10. 2026 in Luzern

Vom 26.-27.10. 2026 wird Luzern Treffpunkt der Schweizer Lebensmittelproduktion. An der neuen Fachmesse stellen Hersteller und Dienstleister für Produktionstechnik, Betriebsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate aus.
News, Tipps, …
Druckansicht04.07.2024
KOMMENTAR: Ist Reis noch zukunftsfähig trotz Klimaänderung?

"Reis ernährt gut die Hälfte der Weltbevölkerung,“ sagt Dr. Rolf Sommer, Leiter des Fachbereichs Landwirtschaft und Landnutzungswandel beim WWF. Allerdings verbraucht der Reisanbau laut „Sustainable Rice Platform“ etwa ein Drittel des weltweit verfügbaren Süsswassers, das immer knapper wird. Zunehmende Wasserknappheit erschwert den Reisanbau nicht alleine. Auch der ansteigende Meeresspiegel zerstört immer mehr Reisanbauflächen in Küstengebieten Asiens. Durch die Überschwemmung mit Meerwasser erhöht sich der Salzgehalt des Wassers im Anbaugebiet, was Reispflanzen nicht vertragen. Das reduziert wiederum die Erntemenge. Laut Internationalem Reisforschungsinstitut (IRRI) ging die weltweite Reisproduktion durch Klimaveränderungen um zwei Prozent zurück.

Dabei leidet der Reisanbau nicht nur unter der Klimakrise, er trägt auch dazu bei. Das IRRI schätzt, dass der konventionelle Anbau auf überfluteten Feldern zehn Prozent des weltweiten Methanausstosses erzeugt, was die Erderwärmung zusätzlich anheizt. Weil die Reispflanze unter Wasser steht, verfaulen organische Stoffe im Boden und setzen dabei unter anderem das klimaschädliche Gas Methan frei, das in seiner Wirkung auf das Klima deutlich schädlicher ist als CO2. Beim Anbau entstehen pro Kilogramm Reis rund 3 kg CO2 während es zum Beispiel bei Dinkel nur 0,7 kg CO2 sind.

Es gibt allerdings bereits alternative Anbaumethoden für Reis. Der Trockenanbau hat weltweit etwa 10 Prozent Anteil an der Gesamtfläche. Dort werden aber nur 4 Prozent der Ernte weltweit produziert. Zudem gibt es Bedenken wegen des höheren Einsatzes von Herbiziden im Trockenanbau.

Indien, der weltweit grösste Exporteur für Reis, erregte 2023 mit einem Exportverbot für weissen Reis Aufsehen, um nach einer Dürre die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern. Solche Ereignisse beeinflussen die Preise am Weltmarkt und verteuern ein Grundnahrungsmittel, auf das viele angewiesen sind. Auch Italien, grösster Reisproduzent Europas, hatte infolge einer Dürreperiode 2022 grosse Ernteeinbussen. Gleichzeitig wird Wasser im Land generell immer knapper.

In Mitteleuropa gibt es zahlreiche Alternativen zu Reis. Und das mit besserer Nährstoffzusammensetzung und Klimabilanz, wie etwa Weizen, Hafer, Grünkern, Hirse, Gerste oder Dinkel. „Graupen aus Gerste zum Beispiel enthalten im Gegensatz zu weissem Reis dreimal so viele Ballaststoffe und die dreifache Menge an Eisen“, erklärt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim Bundeszentrum für Ernährung. „Dinkelreis“ enthält doppelt so viel Eiweiss, mehr Vitamine sowie Mineral- und Ballaststoffe als Reis, kann aber genauso zubereitet werden und hat die gleiche Kochzeit.

Es finden sich auch online immer mehr Rezepte, die traditionelle Reisgerichte wie zum Beispiel Risotto mit Reis-Alternativen variieren. Wer angesichts der Entwicklung beim Reisanbau seine Ernährung und seine Klimabilanz verbessern möchte, hat also gute Möglichkeiten das umzusetzen. (BZfE)

Was ist Dinkelreis?

Bei der Herstellung von Dinkelreis wird das Dinkelkorn von den für diese Getreideart typischen Spelzen befreit und abgeschliffen. Das Korn lässt sich dann wie Reis verwenden. „Wird Dinkelreis regional hergestellt, ist er eine klima- und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Reis“, sagt Anja Schwengel-Exner, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Zubereitet wird Dinkelreis genauso wie klassischer Reis: Die Körner werden mit der doppelten Menge Flüssigkeit aufgekocht und garen etwa 25 Minuten, bis sie weich sind. Anschlie
end kann man sie nach Belieben würzen. Wer Dinkelreis vorab etwa eine Stunde einweicht, verkürzt die Garzeit und der Getreidereis wird weicher. Dinkelreis eignet sich pur als Beilage, für Dinkel-Risotto oder anstelle von Reis in Pfannengerichten. Der Geschmack ist leicht nussig. (verbraucherzentrale-bayern.de)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
04.10.2026
dTREND: Food Radar von Betty Bossi
27.09.2026
dNEWS: Metzgerei Jenzer gewinnt Preise für beste Metzgete
24.09.2026
dNEWS: Tag der Pilze 26.9.2026
20.09.2026
dWISSEN: Milde, vielseitige Schalotte für die feine Küche
11.09.2026
dNEWS: Nationale Woche gegen Food Waste 12.-20.9.2026
08.09.2026dTIPP: Schweizer Genusswoche 2026
31.08.2026d SAISON: Wassermelone richtig verarbeiten
28.08.2026dKOMMENTAR: Erhitzen zerstört Schimmelpilzgifte nicht
23.08.2026d FORSCHUNG: Übergewicht-Einfluss auf Krebsrisiko
09.08.2026dWISSEN: Chili oder Cayennepfeffer - feurige Würze
03.08.2026dTIPP: Trendgemüse Kürbis - vom Acker bis zum Teller
27.07.2026dFORSCHUNG: Quantensensorik erkennt Lebensmittelbetrug
23.07.2026dKOMMENTAR: Wie sinnvoll sind Near-Water-Getränke?
21.07.2026dWISSEN: Matjes auf holländische oder nordische Art
13.07.2026d FORSCHUNG: Hülsenfrüchte gegen Bluthochdruck
06.07.2026dTIPP: Liebstöckel - intensiv-würziges Maggikraut
02.07.2026dWISSEN: Erbsen als Proteinbombe
26.06.2026dFORSCHUNG: Luzerne-Drink als nachhaltige Milchalternative
22.06.2026d TIPP: Vielseitiger Thymian - vom Schmorgericht bis Dessert
17.06.2026dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung ist sinnlos bei Omega-3-Fettsäuren
10.06.2026dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland