Foodfachzeitung im Internet
Samstag, 17. Januar 2026
News, Tipps, …
Druckansicht05.10.2023
KOMMENTAR: Herausforderungen für Ernährungssicherheit

Die weltweite Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln dürfte mittelfristig stabil bleiben. Herausforderungen für die Ernährungssicherheit in der Schweiz sind die pro Kopf sinkende Agrarfläche, zunehmende Extremwetterereignisse und ein verstärkter Schaderregerdruck.

Die Schweiz ist auf importierte Nahrungs- und Produktionsmittel angewiesen, da rund die Hälfte der benötigten Kalorien eingeführt werden müssen. Aufgrund dieser Ausgangslage können globale Entwicklungen und Ereignisse die Ernährungssicherheit des Landes beeinträchtigen. Agroscope erstellt deshalb im Auftrag des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) jährlich einen Bericht zur Versorgungssicherheit der Schweiz. Er basiert auf Daten- und Literaturanalysen sowie einer Befragung von Expertinnen und Experten des Fachbereichs Ernährung der wirtschaftlichen Landesversorgung (WL).

Die global pro Kopf verfügbare Landwirtschaftsfläche sinkt aufgrund des Bevölkerungswachstums. Die weltweite Produktion von Nahrungsmitteln steigt jedoch weiterhin, sodass das Angebot auf dem Weltmarkt zumindest kurz- bis mittelfristig als stabil beurteilt werden kann – vorausgesetzt, landwirtschaftliche Produktionsmittel wie Saatgut und Energie bleiben konstant verfügbar und Ertragsausfälle aufgrund zunehmender Extremwettereignisse wie Hitze und Trockenheit treten begrenzt auf.

Schweiz: Sinkende Landwirtschaftsfläche als Herausforderung

Auch in der Schweiz sinkt die Landwirtschaftsfläche pro Kopf. Die Abnahme der pro Einwohner/-in verfügbaren Landwirtschaftsfläche gehört zusammen mit den zunehmenden Extremwetterereignissen und der Ausbreitung von Schaderregern zu den aktuell grössten Herausforderungen der Schweizer Ernährungssicherheit. Die Expertinnen und Experten der WL erachten es deshalb als wichtig, nachhaltig mit den verfügbaren Ressourcen wie Land, Wasser und Energie umzugehen.

Unerlässlich sei auch die Erforschung und effektive Umsetzung von Anpassungs- und Eindämmungsmassnahmen. Eine zentrale Rolle spiele dabei die Züchtung von Kulturpflanzen, die gegenüber Trockenheit, Krankheiten und Schaderregern resistent sind. Im Falle einer raschen Beeinträchtigung der Ernährungssicherheit z.B. durch Schadorganismen sollten auch chemische Pflanzenschutzmittel weiterhin eine Option zur Sicherung der Erträge sein.

Fazit: In der Schweiz gehören die Abnahme der Landwirtschaftsfläche pro Einwohner/-in, zunehmende Extremwetterereignisse und der Schutz der Kulturpflanzen vor Schaderregern zu den grössten Herausforderungen für die landwirtschaftliche Produktion und damit auch für die langfristige Ernährungssicherheit.

Wichtig sind – neben den spezifischen krisenbezogenen Massnahmen wie der Pflichtlagerhaltung – Vorkehrungen zur Gewährleistung des erforderlichen Produktionsmittelangebots auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, stabile Handelsbeziehungen und ein Monitoring zur frühzeitigen Erkennung von Gefährdungen. Gleichzeitig bleibt die Eigenverantwortung von Privatwirtschaft und Bevölkerung unerlässlich, zum Beispiel durch die Reduktion von vermeidbaren Lebensmittelabfällen oder mittels des Haltens eines Notvorrats für kurzfristige Versorgungsengpässe (z.B. Stromausfall).

Der Bericht repräsentiert die Situation Mitte des Jahres 2023. Die Preise sind auf globaler Ebene für einige Nahrungsmittel wie Öle, Getreide, Milch und Fleisch nach dem starken Anstieg ab Mitte 2020 wieder zurück auf das Niveau vor dem Krieg in der Ukraine gesunken. Die Preise für Energie verharren hingegen weiterhin auf einem hohen Niveau, was in der Europäischen Union (EU) unter anderem zu steigenden Nahrungsmittelpreisen geführt hat. Obwohl die Schweiz weniger stark von Inflation betroffen war, sind auch hierzulande die Nahrungsmittelpreise gestiegen. Trotz Hitzeperioden war die Versorgung mit Lebensmitteln sowohl in der EU als auch in der Schweiz bis Mitte 2023 gesichert. (Agroscope)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
17.01.2026
dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026
d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026
dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026
dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026
dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
09.12.2025dTIPP: Cicorino Rosso - schmackhafter Hingucker
03.12.2025dKOMMENTAR: Hochverarbeitete Produkte vs. Unausgewogene Ernährung
30.11.2025dSAISON: Schwarzwurzel, eine Winterrarität
28.11.2025dTREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu
25.11.2025dNEWS: Tasse Kaffee wird nochmals teurer
20.11.2025dNEWS: Markus Roten ist «Metzger des Jahres 2025»
18.11.2025dTIPP: Halbdörrfrüchte als natürliches Süssungsmittel
16.11.2025dWISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen
14.11.2025d NEWS: Schweiz triumphiert an World Cheese Awards
12.11.2025dNEWS: Barry Callebaut setzt auf kakaofreie Schokolade
07.11.2025dSAISON: Kardy – Gemüse-Geheimtipp aus der Westschweiz
04.11.2025dTIPP: Igeho-Messe 15.-19.11.2025 in Basel
03.11.2025dFORSCHUNG: Herkunft kann über Umweltfreundlichkeit täuschen
29.10.2025dWISSEN: Hafer ist glutenhaltig – oder doch nicht?
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland