Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 7. Februar 2023
Tipp
29.01.2023
Messetipp: Slow Food Markt Zürich 2023

Motto: gut – sauber – fair. 3.-5. März in Zürich Oerlikon
News, Tipps, …
Druckansicht04.01.2023
KOMMENTAR: Kaffee-Irrtümer korrigieren



Die Wissenschaft räumt mit Halbwahrheiten auf: Kaffeekonsum ist nicht ungesund und sogar gesünder als man denkt: Das edle Bohnen-Gebrüh vermindert z.B. das Diabetes-Risiko.


Kaffeetrinkern wurde es nicht leicht gemacht in den vergangenen Jahrzehnten. "Abends keinen Kaffee, sonst schläft man schlecht", "immer ein Glas Wasser dazu, denn Kaffee entzieht dem Körper Wasser" oder "zu viel Kaffee ist ungesund" sind die gängigsten Halbweisheiten, die Kaffeeliebhaber über sich ergehen lassen müssen. Mit einigen dieser Gerüchte hat die Ernährungswissenschaft inzwischen aufgeräumt.

Die Geschichte mit dem Kaffee als "Flüssigkeitsräuber" hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bereits im Jahr 2005 aufgeklärt. Die Empfehlung, zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser zu trinken, beruhte nämlich unter anderem auf der Fehlinterpretation der Ergebnisse einer Studie. Hier wurde fälschlicherweise die Gesamtwassermenge als alleiniges Mass für die Beurteilung der Flüssigkeitsversorgung herangezogen. Tatsache ist: Zwar hat das im Kaffee enthaltene Coffein einen harntreibenden Effekt aber der Körper kann eigenständig seinen Flüssigkeitshaushalt ausgleichen.

Was das "zu viel" Kaffee und "ungesund" angeht, müsste man fast schon einen Philosophen zu Rate ziehen. Ernährungswissenschaftler sind sich in jedem Falle einig, dass die Einteilung in "gesunde" und "ungesunde" Lebensmittel nicht zielführend ist. Wie so oft im Leben kommt es auf die Menge und die gesamten Ess- und Trinkgewohnheiten an.

In Teilaspekten haben sich jüngst Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DifE) dem Zusammenspiel Gesundheit und Kaffee gewidmet: Ergebnisse einer Studie mit knapp 43.000 erwachsenen Frauen und Männern weisen darauf hin, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen erhöht.

Der Kaffeekonsum ist sogar mit einem verminderten Diabetes-Risiko verbunden. "Personen, die täglich mehr als vier Tassen (über 600 ml) coffeinhaltigen Kaffee konsumierten, hatten im Vergleich zu Personen, die durchschnittlich weniger als eine Tasse tranken, ein um 23 Prozent verringertes Typ-2-Diabetes-Risiko", heisst es in einer Pressemitteilung des DifE. Wenn das mal nicht eine gute Nachricht für Kaffeetrinker ist. Oder zumindest Stoff für eine Erwiderung, wenn man mal wieder mit dem erhobenen Zeigefinger konfrontiert wird. Immerhin lag 2010 der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen bei etwa 6,4 kg Kaffee pro Jahr. In Tassen entspricht das etwa 150 Litern.

Nur an das Gerücht/Argument mit der Tasse Kaffee am Abend in Zusammenhang mit schlechtem Schlaf hat sich noch kein Forschungsinstitut herangewagt. Der Grund könnte darin liegen, dass Statistiken hier gar nicht weiterhelfen.

Auch wenn Orientierungen über Studien interessant sind und durchaus aussagekräftig sein können, handelt es sich selbst bei Kaffeetrinkern um Individuen. Und die reagieren nun mal ganz unterschiedlich - auch auf Kaffee und dessen Inhaltsstoffe. Ein Tipp "nicht wissenschaftlicher":aus der Schublade einfach ausprobieren. (Text: aid)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.02.2023
dWISSEN: Rettich, Meerrettich, Kren, Wasabi - was sind die Unterschiede?
05.02.2023
dKOMMENTAR: Brot ist heute besser denn je
01.02.2023
dSAISON: vielseitiges Winterlagergemüse Knollensellerie
31.01.2023
dTREND: Die Zukunft ist flexitarisch
30.01.2023
dSchweizer Wein ist im Ausland eine Rarität
25.01.2023dFORSCHUNG: Reihenfolge der Lebensmittel bestimmt Bitterkeit
24.01.2023dKOMMENTAR: Veganer Fleischersatz verdrängt Gemüse
23.01.2023dTIPP: vielseitiger gesunder Lauch
19.01.2023dNEWS: Migros erzielt 2022 Rekordumsatz
17.01.2023dFORSCHUNG: So servieren Roboter Getränke ohne verschütten
16.01.2023dNEWS: Migrosbetriebe JOWA und BINA fusionieren
11.01.2023dKOMMENTAR: Biotech für nachaltige, sichere Welternährung
10.01.2023dTIPP: Türkischer Börek do it yourself
09.01.2023dFORSCHUNG: Vollkorn schützt vor Bauchfett
08.01.2023dNEWS: Coop ist im Geschäftsjahr 2022 weiter gewachsen
04.01.2023dKOMMENTAR: Kaffee-Irrtümer korrigieren
03.01.2023dTIPP: Renaissance der Schwarzwurzel
02.01.2023dKOMMENTAR: welches Fleisch in der Ernährung, wieviel und warum
28.12.2022dSAISON: Winterwurzel Pastinake – erdig, nussig, süsslich
27.12.2022dFORSCHUNG: Oleogele als heimische Palmöl-Alternative
26.12.2022dSAISON: Federkohl – trendig und gesund
23.12.2022dTIPP: Hygieneregeln für Fondue chinoise
21.12.2022dTipps: echter Kaviar, Ersatzprodukte, Mariagetipps
20.12.2022dTREND: Was und wie wir in Zukunft essen
19.12.2022dFORSCHUNG: Fälschungen aufdecken mit berührungslosen Lichtquanten
17.12.2022dNEWS: Gesundheitsrisiken durch Energydrinks reduzieren
14.12.2022dFORSCHUNG: Aquakultur-Trend ist abgeschwächt
13.12.2022dTIPP: Citronat und Orangeat do it yourself
12.12.2022dKOMMENTAR: Schokolade stärkt die Psyche
10.12.2022dFORSCHUNG: Politik fördert Ernährungsstile unterschiedlich
Ecke für Profis
03.02.2023
.MOLKEREI: Forschung für veganen Laborkäse

Bislang wird veganer Käse mit pflanzlichen Rohstoffen wie Soja, Nüssen oder Mehl hergestellt. Es wird auch an synthetischem „Käse“ geforscht auf Basis von Fermentation. Die Konsumentenakzeptanz für solchen Laborkäse ist noch gering.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland