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TIPP: Renaissance der Schwarzwurzel

Nach einigen Jahrzehnten, in denen die Schwarzwurzel bei uns in Vergessenheit geriet – ist sie nun wieder salonfähig geworden. Die bekannteste Art ist die Garten-Schwarzwurzel. Dabei werden Sorten bevorzugt, die keine beinigen Wurzeln bilden, sondern eine einzige Wurzel. Die bekannteste Sorte ist «Hoffmanns schwarzer Pfahl».

Bei uns wird die Schwarzwurzel auch als Winterspargel oder «Arme-Leute-Spargel» bezeichnet, da das fasrige, weisse Innere stark an dasjenige beim edlen Spargel erinnert. Ausser dem Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen enthält das leichtverdauliche Gemüse auch Inulin – und ist damit auch für Diabetiker geeignet. Doch ist dieses Inulin gleichzeitig auch dafür verantwortlich, dass es bei empfindlichen Menschen beim Verzehr von Schwarzwurzeln manchmal zu leichten Verdauungsproblemen kommen kann.

Die Schwarzwurzel wird häufig für Suppen und gekochte Gemüsebeilage verwendet. Ihre Blätter oder Wurzeln eignen sich aber auch gut als Salat. Tipp: Beim Schälen der Schwarzwurzel unbedingt Handschuhe tragen, da der weiss-gelbliche und kautschukhaltige Milchsaft die Hände dunkelbraun verfärbt.

Ähnlich wie die Zichorie wurden Schwarzwurzeln früher auch zum Strecken von Bohnenkaffee verwendet. Die Blätter kamen als Viehfutter zum Einsatz. Doch dies ist heute kaum noch der Fall, da die Schwarzwurzel-Anbauflächen zu klein ist.

Die Schwarzwurzel stammt ursprünglich aus Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien. Sie wurde von der iberischen Halbinsel, von wo aus sie im 17. Jahrhundert nach Mitteleuropa eingeführt worden ist, bis zu uns gebracht. Heute wird sie am meisten in Belgien und Frankreich angebaut, ist aber auch in anderen europäischen Ländern.

Giftige schwarze Schlange, heisst die Schwarzwurzel in der italienischen Sprachregion: Scorzone. Diese Bezeichnung hat vermutlich weniger mit dem Aussehen der Schwarzwurzel tun, als vielmehr mit der Tatsache, dass der Milchsaft der Wurzel in der Medizin des Mittelalters bei Schlangenbissen zum Einsatz kam.

Schwarzwurzeln sind frostresistent, das bedeutet, dass man sie über den Winter auf dem Feld lassen kann und bei Bedarf nach und nach frisch erntet. Bei der Ernte dürfen die Wurzeln nicht gebrochen werden, sonst läuft der Milchsaft aus und die Wurzel verliert zu viel Feuchtigkeit. (LID)
(gb)

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