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17.01.2022
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NEWS: Schweizer Café-Branche in grosser Not wegen Corona

Die Schweizer Café-Branche und die Gastronomie befindet sich nun den zweiten Winter in Folge in einer existentiell bedrohlichen Lage. Die Gastronomie-Verbände anerkennen das zurückhaltende Handeln des Bundesrates und das Ziel, das öffentliche Leben aufrecht zu erhalten und Kapazitätseinschränkungen zu verhindern. Die Gastronomie wird aber auch von den aktuellen Verschärfungen hart getroffen, weshalb schnell neue Entschädigungslösungen gefunden und Unterstützungsleistungen verlängert werden müssen.

Die Gastronomie ist bereits heute, je nach Konzept, Lage und Gästestruktur sehr stark von den betriebswirtschaftlichen Folgen der geltenden Massnahmen betroffen und die neuen Verschärfungen und die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie werden in den kommenden Wintermonaten für die gesamte Branche zu einer weiteren Belastungsprobe. Gemeinsam mit GastroSuisse unterstützt CafetierSuisse deshalb konkrete Forderungen nach neuen Entschädigungen und der Verlängerung vorhandener Unterstützungsleistungen, damit Betriebsschliessungen und Entlassungen verhindert werden können:

• Eine neue Härtefallreglung ist nötig, um Umsatzausfälle auszugleichen.
• Das vereinfachte Anmelde- und Abrechnungsverfahren bei den Kurzarbeitsentschädigungen muss verlängert werden.
• Die Corona-Erwerbsersatzlösung muss weiterhin möglich sein und die Anspruchsgrenze muss deutlich gesenkt werden.
• Die Amortisation der Covid-Kredite und die Rückzahlungsforderungen von Härtefallgeldern bei einem Jahresgewinn müssen gestoppt werden. Weitere Massnahmen, welche die Kapazität der Betriebe reduzieren (Mindestabstände, Einschränkung der Grösse der Gästegruppen, Personenobergrenzen, frühe Sperrstunden, verschärfte Zertifikat-Regelungen), sind zu vermeiden.

Kaffeekonsum, Kaffeetagung & Schweizer Kaffee-Sommelier

Betriebe mit klarer konzeptioneller Ausrichtung und hoher Angebotsqualität verfügen über eine stärkere Kundenbindung und damit eine höhere Krisenresistenz. Mit Blick auf das Kaffeeangebot hat sich das Qualitätsbewusstsein und die entsprechende Erwartung bei Gästen und Kunden weiter gesteigert. CafetierSuisse setzt sich deshalb für die Steigerung von Kaffeewissen und Kaffeequalität ein, damit Kaffee als wichtiger Umsatzträger in der Gastronomie erhalten bleibt. Am Tag des Kaffees, 01.10.2021, hat die 5. Kaffeetagung von CafetierSuisse stattgefunden und mit dem Schweizer Kaffee-Sommelier wird eine Ausbildung für gesamte Breite der Schweizer Kaffeebranche angeboten. In der Schweiz wurden 2020 durchschnittlich 1'070 Tassen Kaffee pro Person getrunken, womit sich die Schweiz beim Kaffeekonsum weiter innerhalb der Weltspitze bewegt.

Kaffeepreis 2021 und Ausblick 2022

Zum 34. Mal in Folge hat CafetierSuisse den angewandten Verkaufspreis für Café crème bei 650 Cafés, Cafeterias, Café-Bäckereien und Café-Bistros in der deutschsprachigen Schweiz erhoben (inkl. französisch- sprachigem Teil des Kantons Bern). Der Durchschnittspreis für einen Café crème ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um fünf Rappen angestiegen. Für das kommende Jahr werden tendenziell höhere Fixkosten in der Gastronomie erwartet. Die Sozialpartner des L-GAV haben sich für das Jahr 2022 auf eine Erhöhung der Mindestlöhne um 0.2 Prozent geeinigt. Bei Strom- und Rohstoffpreisen sind aktuell Steigerungen festzuhalten. Die wesentlichen Verkaufspreis-beeinflussenden Kostenfaktoren bleiben die Lohn- und Mietkosten.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Gastronomie wird aber erneut und in erster Linie von den Auswirkungen der Massnahmen gegen die Corona-Pandemie und der entsprechenden Ausgestaltung von Unterstützungsleistungen beeinflusst. Die Preisentwicklung richtet sich selbstverständlich nach individuellen und betriebsspezifischen Faktoren. Nach der eher zurückhaltenden Preisentwicklung in den vergangenen Jahren und um Umsatzrückgänge aufzufangen sowie die Überlebensfähigkeit von Betrieben zu sichern, können auch weitere spürbare Preiserhöhungen auf die Tasse Kaffee im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen bzw. nötig werden.

Hans-Peter Oettli (CafetierSuisse Präsident) hält zur Preisentwicklung 2021/2022 fest: „Der Preisanstieg in diesem Jahr ist sicher auch eine Folge der Corona-Pandemie. Da die Cornona-Krise weiter anhält und andere Kostenfaktoren ebenfalls steigen, können auch deutlichere Preiserhöhungen nötig werden, um Umsatzrückgänge auszugleichen und Rücklagen zu bilden.“ CafetierSuisse gibt keine Preisempfehlungen ab und hält fest, dass die Preisgestaltung im Ermessen der einzelnen Betriebe steht und für die Preiskalkulation die Konkurrenzsituation, das Konzept und der Standort des Betriebes zu berücksichtigen sind. (CafetierSuisse)
(gb)

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