Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 12. Juli 2026
News, Tipps, …
Druckansicht26.04.2021
TIPPS: Fleisch schonend garen bei Niedertemperatur

Unter Niedertemperaturgaren versteht man eine Garmethode, bei der Fleisch bei besonders niederer Temperatur (ca. 80°C) im Ofen langsam gegart wird. Der grosse Vorteil beim Garen mit Niedrigtemperaturen liegt in der schonenden Zubereitungsweise, bei der das Fleisch schön saftig und die Nährstoffe erhalten bleiben. Die Aromenfülle, die sich dadurch entfalten kann, ist unvergleichlich.

Garen mit Niedrigtemperaturen eignet sich für Fleisch und Fisch aller Grössen - von kleinen Kaninchenrückenfilets über Lachs bis hin zur Weihnachtsgans. Anders als beim Zubereiten mit grosser Hitze kommt es hier nicht auf jede Minute an, und Angst vorm Anbrennen brauchen Sie nicht zu haben.

Durch diese besonders schonende Garweise bei niedriger Temperatur bleibt das Fleisch besonders zart und saftig. Ausserdem kann man als Gastgeber einige Stunden bevor die Gäste eintreffen in Ruhe das Fleisch vorbereiten und dann in den Niedertemperaturofen schieben. Man kann sich dann ganz entspannt seinen Gästen widmen, während das Fleisch bei Niedertemperatur gart.

Für das Niedergaren eignen sich besonders grosse Fleischstücke vom Rind, Schwein, Kalb und Lamm. Auch grosse ganze Fische wie bspw. Lachs eignen sich aber Geflügel nur bedingt. Ungeeignet für das Niedertemperaturgaren sind Kurzbratstücke, Hackfleisch, Gemüse und vegane Fleischalternativen.

Der Vorteil beim Niedertemperaturgaren ist, dass es zu sehr geringen Garverlusten kommt (ca. 5% im Vergleich zu ca. 30% bei konventioneller Methode) und das Fleisch auch wesentlich weniger Saft verliert. Durch die schonende Garung bleibt das Bratenstück auch zarter und saftiger und man bekommt mehr Portionen aus einem Fleischstück als bei der konventionellen Bratmethode. Braten lassen sich auch über mehrere Stunden problemlos warmhalten, ohne dass ein Qualitätsverlust auftritt. Das Fleisch bleibt im Niedertemperatur-Ofen stets optimal auf den Punkt genau gebraten und jederzeit servierbereit.

Vorgehensweise

Das Fleisch muss gut abgehangen sein. Das Fleisch sollte chambiert sein, es muss also 1-2 Stunden vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank geholt werden. Nun das Fleisch rundherum scharf anbraten, damit sich Röststoffe bilden und die Oberfläche sterilisiert wird (innen ist Fleisch ohnehin steril, sollte aber nicht vor dem Garen angestochen werden). Oder wenn man erst nach dem Garen anbraten will, sollte man das Fleisch marinieren mit einer säurehaltigen Marinade, welche bakteriostatisch wirkt.

Den Ofen auf ca. 80-90°C vorheizen und das Fleisch hineinlegen (ohne Umluft). Dadurch gart das Fleisch ganz langsam bei einer Umgebungstemperatur von 70-80°C. Nach Beendigung der Garzeit hat das Fleischstück eine Kerntemperatur von 55-78°C, je nach gewünschter Garstufe und nach der Art des Fleisches. Dadurch bleibt der Fleischsaft im Fleisch. Wichtig beim Niedrigtemperatur-Garen ist ein gradgenauer Fleischthermometer, damit man die Kerntemperatur des Fleisches ablesen kann. Dies ist besonders wichtig bei Fleischstücken, die rosa gebraten werden sollen wie z.B. Roastbeef oder Filet. (GB)

Tipps vom Nidwaldner Spitzenkoch Herbert Huber

Ich brate nach 2 Methoden: Niedergartemperatur und das klassische Braten. Wichtig für den Geschmack des gebratenen Fleisches ist, dass es am Schluss eine Kruste hat. Bei Niedergartemperatur sollte man diese kurz vor dem Servieren noch „aufsetzen“. Beim klassischen Braten geschieht dies von Anfang an. Die exakten Vorgänge wie folgt.

So geht Niedergaren für saignant: Das Fleisch gut würzen, gut mit dem Öl einreiben. Bei 70° im Ofen auf eine Kerntemperatur von ca. 56° garen. Ca. 4 Std. im Ofen garen. Aufsetzen der Kruste: Kurz vor dem Servieren im Öl krustig anbraten und anschliessend in eine Pfanne geben wo vorher Rosmarin -und Thymianzweiglein In Butter geschwenkt wurden. Niedergartemperatur ohne Kruste ist arm an Geschmack und gräulich.

Weiterlesen: Sanft garen bei Niedertemperatur – die Gartabelle
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.07.2026
dTIPP: Liebstöckel - intensiv-würziges Maggikraut
02.07.2026
dWISSEN: Erbsen als Proteinbombe
26.06.2026
dFORSCHUNG: Luzerne-Drink als nachhaltige Milchalternative
22.06.2026
d TIPP: Vielseitiger Thymian - vom Schmorgericht bis Dessert
17.06.2026
dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung ist sinnlos bei Omega-3-Fettsäuren
10.06.2026dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
19.03.2026dKOMMENTAR: Schweizer Lebensmittel-Pyramide am Pranger
18.03.2026dKOMMENTAR: Steuer auf mehrere Risikostoffe statt reine Zuckersteuer
16.03.2026dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland