​
Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Freitag, 9. Oktober 2026
News, Tipps, …
Druckansicht 07.03.2021
Who is who bei den Hülsenfrüchten

Linsen, Kichererbsen und Co. sind nicht nur für Menschen, die sich ohne Fleisch oder tierische Produkte ernähren, eine wichtige Proteinquelle. Umso besser, wenn sie fast vor der Haustüre wachsen. Hülsenfrüchte spielen als Lieferanten von pflanzlichem Eiweiss eine wichtige Rolle in der ausgewogenen Ernährung. Insbesondere Vegetarier und Veganer können sich über Hülsenfrüchte mit wertvollen Proteinen versorgen. Aber auch für alle anderen Ernährungstypen ist der Eiweissgehalt, der etwa doppelt so hoch ist wie bei Vollkorngetreide von Weizen, Hafer, Gerste und Reis, ein Zugewinn. Denn Eiweiss hält auf gesunde Weise lange satt.

Hülsenfrüchte wie Soja oder Kichererbsen finden oft von sehr weit her ihren Weg auf unsere Teller. Doch wachsen Hülsenfrüchte auch bei uns. Zwar nicht in rauen Mengen, aber es ist durchaus möglich auch in unseren Breitengraden gewisse Arten von Hülsenfrüchten anzubauen: Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Bohnenarten und Lupinen.

Erbsen haben eine sehr lange Tradition und wurden bereits von den Bauern der Jungsteinzeit genutzt. Sie haben vor allem Suppen damit zubereitet. Auch Linsen werden seit dem Beginn des Ackerbaus als Nutzpflanze kultiviert. In der Schweiz werden seit einigen Jahren im Gebiet der Romandie Linsen angebaut. Auch Kichererbsen werden in der Westschweiz in kleinem Rahmen kultiviert. Andere Bohnenarten der Gattung «Phaseolus» wie beispielsweise die Busch-, Stangen- oder Kidneybohne wurden von den Indianern Süd- und Mittelamerikas domestiziert.

Dem «Soja des Nordens» gefällt es in der Schweiz

Lupinen sind eine weitere Art von Hülsenfrüchten, die seit Kurzem in der Schweiz angebaut werden. Lupinen werden auch als «Soja des Nordens» bezeichnet, da sie weniger wärmebedürftig sind als Sojabohnen. Ihr Eiweissgehalt ist der zweithöchste unter den Körnerleguminosen nach Sojabohnen. So liegt der Eiweissanteil bei der Blaue Lupinen bei etwa 30 Prozent, bei der Weissen Lupinen sogar bei 35 bis 40 Prozent.

Lupinen enthalten von Natur aus bittere Alkaloide. Es ist deshalb erstaunlich, dass Lupinen bereits im ersten Jahrhundert vor Christus in Ägypten und Rom zur menschlichen und tierischen Nahrungspalette gehört haben. Archäologen haben nachgewiesen, dass die Menschen schon damals ein Verfahren zur Entbitterung der Lupinen gekannt haben – das Verfahren ist bis heute dasselbe geblieben: Die Lupinen werden mehrtägig gewässert und das Wasser häufig gewechselt. So werden die wasserlöslichen Alkaloide ausgespült.

Im Mittelmeergebiet werden auch heute noch häufig Bitterlupinen angebaut und für einen traditionellen Snack: in Salzlake eingelegte Lupinensamen (schälen nötig). Durch Wässern und Kochen werden zuerst die Bitterstoffe entfernt und die Lupinen als Knabberbeilage zum Bier gereicht.

Seit den Züchtungen des 20. Jahrhunderts gibt es Lupinensorten, die sehr arm oder fast frei von Alkaloiden sind. Sie werden als «Süsslupinen» bezeichnet. Probieren Sie Lupinen einmal als würzigen Brotaufstrich oder in Form von Mehl als Ei-Ersatz in Backwaren. Als Schrot verwendet ergeben Lupinen einen prima «Bolognese»-Ersatz zu Pasta. (LID)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
04.10.2026
dTREND: Food Radar von Betty Bossi
27.09.2026
dNEWS: Metzgerei Jenzer gewinnt Preise für beste Metzgete
24.09.2026
dNEWS: Tag der Pilze 26.9.2026
20.09.2026
dWISSEN: Milde, vielseitige Schalotte für die feine Küche
11.09.2026
dNEWS: Nationale Woche gegen Food Waste 12.-20.9.2026
08.09.2026 dTIPP: Schweizer Genusswoche 2026
31.08.2026 d SAISON: Wassermelone richtig verarbeiten
28.08.2026 dKOMMENTAR: Erhitzen zerstört Schimmelpilzgifte nicht
23.08.2026 d FORSCHUNG: Übergewicht-Einfluss auf Krebsrisiko
09.08.2026 dWISSEN: Chili oder Cayennepfeffer - feurige Würze
03.08.2026 dTIPP: Trendgemüse Kürbis - vom Acker bis zum Teller
27.07.2026 dFORSCHUNG: Quantensensorik erkennt Lebensmittelbetrug
23.07.2026 dKOMMENTAR: Wie sinnvoll sind Near-Water-Getränke?
21.07.2026 dWISSEN: Matjes auf holländische oder nordische Art
13.07.2026 d FORSCHUNG: Hülsenfrüchte gegen Bluthochdruck
06.07.2026 dTIPP: Liebstöckel - intensiv-würziges Maggikraut
02.07.2026 dWISSEN: Erbsen als Proteinbombe
26.06.2026 dFORSCHUNG: Luzerne-Drink als nachhaltige Milchalternative
22.06.2026 d TIPP: Vielseitiger Thymian - vom Schmorgericht bis Dessert
17.06.2026 dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung ist sinnlos bei Omega-3-Fettsäuren
10.06.2026 dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026 d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026 dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026 d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026 dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026 d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026 dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026 dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026 d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026 dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland