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KOMMENTAR: wichtigste aktuelle Themen und Trends der Ernährung

Aktuell lassen sich viele Ernährungstrends auf drei Hauptbegriffe reduzieren: Gesundheit, Nachhaltigkeit und Convenience. Das sind die gefühlten Dauerbrenner. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Unterthemen, die in diese Bereiche eingebettet sind.

Im Bereich Gesundheit beobachten wir den Trend, dass Ernährung vermehrt nicht nur als präventive Massnahme, um gesund zu bleiben, sondern auch als eine Art Medizin genutzt wird. Dort fliesst auch die Thematik der Selbstoptimierung mit ein: Zum Beispiel die Verdatung durch Messgeräte, die in Uhren integriert sind und uns helfen, auf unsere Gesundheit zu achten, oder Krankenkassenangebote, die einen Rabatt erlösen, wenn man aktiv ist.

Die Kombination aus Nachhaltigkeit und Gesundheit wiederum spiegelt sich beispielsweise in der Planetary Health Diet wider. In diesem Bereich versucht man sich so zu ernähren, dass es sowohl für den eigenen Körper als auch für die Umwelt optimal ist; sodass man eine Balance findet.

Im Bereich Convenience drückt sich der Zeitdruck aus, dem wir alle unterliegen. Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, Zeit zu sparen, ohne dabei auf Qualität oder Genuss zu verzichten. Das bewusste Geniessen von Mahlzeiten und das Selberkochen werden zu bewussten Entscheidungen, die man sich gönnt, wenn es die Zeit erlaubt.

Die Menschen versuchen, sich gesünder und nachhaltiger zu ernähren. Das beobachten wir seit einigen Jahren. Man kann davon ausgehen, dass das etwas ist, was die Menschen beschäftigt. Es zeigt sich aber auch, dass obwohl viele heute besser informiert sind, die Mehrheit die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Nachhaltigkeit nicht versteht.

Wir haben die Menschen gefragt, was ihnen helfen würde, sich gesünder und nachhaltiger zu ernähren. Dabei wurde deutlich, dass unser aktuelles Ernährungssystem eine grosse Hürde ist. Die dringlichsten Anliegen waren günstigere Preise, eine klarere Kennzeichnung der Produkte aufgrund verwirrender Labels, eine bessere Verfügbarkeit und mehr Auswahl. Erst danach kam das Thema «Mehr Zeit für die Zubereitung».

Es fällt auf, dass die vier Hauptantworten Aspekte sind, welche die Konsumenten nicht direkt beeinflussen können. Man möchte vielleicht gesünder oder nachhaltiger leben. Aber letztlich scheitern wir am Ernährungssystem. Vielleicht auch deshalb, weil Industrie, Politik und Handel den Konsumentinnen und Konsumenten zusätzliche Steine in den Weg legen. Die Subventionen, die wir heute haben, verzerren die Preise. Es bräuchte eine umfassende Transformation des Ernährungssystems, um diese Lücke zu schliessen und den Konsumentinnen und Konsumenten zu ermöglichen, ihre Ernährungsgewohnheiten entsprechend ihren Werten und Bedürfnissen zu gestalten.

Wenn man das Prinzip der True Costs betrachtet, müssten die Preise für viele Produkte, wie zum Beispiel Fleisch, deutlich höher sein. Denn die aktuellen Preise spiegeln nicht die gesamten Kosten wider, die durch die Produktion entstehen. Neben den reinen Produktionskosten sind auch Umweltbelastungen, Tierleid, der Verlust an Biodiversität und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen entscheidende Faktoren, die den wahren Preis eines Produkts ausmachen.

Wie wichtig ist die Herkunft der Nahrungsmittel? Wir haben eine Konsumentenbefragung durchgeführt, bei der wir die Teilnehmer baten, aus acht Kategorien die drei wichtigsten in Bezug auf Lebensmittel auszuwählen. Die am häufigsten genannten waren Geschmack, Nährstoffgehalt, Kosten und Herkunft, wobei 47 Prozent angaben, dass ihnen die Herkunft besonders wichtig ist. Wir haben aber nicht untersucht, ob die Herkunft für die Befragten deshalb wichtig ist, weil sie die lokale Landwirtschaft unterstützen möchten oder ihren CO₂-Fussabdruck minimieren wollen.

Des Weiteren haben wir die Teilnehmenden gefragt, welches Lebensmittel ihrer Meinung nach den grössten ökologischen Fussabdruck hat: eine importierte Mango oder regionales Rindfleisch. Die Mehrheit hat sich für die Mango entschieden. Das deutet darauf hin, dass die Emissionen durch den Transport tendenziell überschätzt werden. Wobei man inzwischen weiss, dass der Transport nur einen kleinen Teil der Emissionen ausmacht. (LID - Christine Schäfer, Senior Researcherin und Referentin am Gottlieb Duttweiler Institut GDI)
(gb)

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