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SAISON: Vielseitige gesunde Feigen

In der Schweiz haben Feigen nur rund zwei bis drei Monate Saison: Von Juli bis September. Geniessen kann man die Früchte ganz unterschiedlich: Roh, gegrillt, getrocknet, konserviert, als Paste oder als Konfitüre. Die Farbe der Haut variiert von grün bis zu einem dunklen Violett, das Fruchtfleisch kann weisslich-rosa bis rot gefärbt sein. Die Haut und die Kerne sind essbar. Wer die Haut nicht mag, kann die Feige aber auch - ähnlich wie eine Kiwi - halbieren und das zarte Fruchtfleisch auslöffeln.

Achten Sie beim Einkauf auf Qualität: Wenn man sanft auf die Schale drückt, sind frische Früchte weich, aber nicht matschig. Je dunkler die Farbe, desto reifer und süsser ist die Feige. Die empfindliche Ware wird meist in Seidenpapier eingewickelt, da sie ansonsten leicht Druckstellen bekommt oder aufplatzt. Feigen sollten möglichst direkt nach dem Einkauf verarbeitet werden, weil sie durch die Lagerung an Aroma verlieren.

Eine beliebte Vorspeise ist Feige mit Ziegenkäse und Schinken. Dazu wird die Frucht kreuzweise eingeschnitten, der Käse in die geöffnete Frucht gegeben, mit Schinken umwickelt und kurz im Ofen überbacken bis der Käse leicht schmilzt. Das einzigartige Aroma der exotischen Frucht harmoniert gut zu Fleisch, insbesondere Wild und Lamm, aber auch zu Fisch und Gemüse wie Auberginen und Fenchel. Feigen können hervorragend als Beilage in Form von Chutneys und Kompott serviert werden. Auch im Dessert sind sie ein Genuss und schmecken etwa in einer Limettencreme, in einer Mandelmousse, in der Tarte oder im Früchtebrot.

Feigen gehören zu den ältesten Früchten der Welt, die von Menschen gegessen werden. Schon in der Antike wurde die Feige als Süssungsmittel und Medizin genutzt. Das nicht ohne Grund: Die ist Frucht sehr gesund und mit wertvollen Nährstoffen ausgestattet. Das Steinobst bietet unter anderem wichtige Mineralstoffe wie Magnesium und Folsäure sowie die Vitamine A und B. Ausserdem haben 100 Gramm frische Feigen durchschnittlich nur 63 Kilokalorien. Aber Achtung: getrocknete Feigen besitzen auf das gleiche Gewicht 247 Kilokalorien, da sie an Wasser verlieren.

In der Schweiz werden kaum Feigen angebaut. Vor allem in Hausgärten sind man nahe der Wand desöfteren Feigenbäume. Die Frucht braucht warmes und sonniges Klima. Die Feigen in unserem Detailhandel sind somit fast alle importiert. Die grösste Importmenge kommt aus der Türkei. Daneben stammen viele unserer Feigen aus Italien und Spanien.

Wie bei vielen anderen Pflanzen gibt es auch bei der Feige weibliche und männliche Blüten. Dabei entwickelt sich nur aus der weiblichen Blüte eine Feige. Die männliche Blüte ist für die Bestäubung der weiblichen Blüten zuständig. Meistens haben die Feigenbäume ein spezifisches Geschlecht. Es gibt aber auch selbstbefruchtende Feigenbäume, die sowohl weibliche als auch männliche Blüten tragen.

Der Bestäubungsprozess der Blüten bei nicht selbstfruchtenden Sorten ist speziell. Dafür braucht es die Feigenwespe. Mit der Wespe, die wir in der Schweiz kennen, hat diese nicht viel zu tun. Äusserlich sieht sie eher wie eine fliegende Ameise aus. Auf dem Weg in die Blüte verlieren die Wespen ihre Flügel, teils auch die Beine. Deshalb sterben sie später in der Blüte. Sie legen aber Eier, die Nachkommen graben Tunnel aus der Feige. Mit dabei gesammelten Pollen bestäuben die die weiblichen Wespen die nächsten Blüten. Sichtbare Feigenblüten sucht man am Baum übrigens vergeblich. Die vielen kleine Blüten sitzen in den Kugeln, die später zur Feige werden. Es handelt sich nicht um eine Frucht, die wir als Feige wahrnehmen. Jeder kleine Kern in der Feige ist eine eigene Steinfrucht. (LID, aid)
(gb)

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