Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Donnerstag, 15. Januar 2026
News, Tipps, …
Druckansicht 30.05.2023
FORSCHUNG: Zuwenig Vollkorn erhöht Diabetesrisiko

Weltweit sind etwa 70 Prozent der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen. Das lässt eine Studie der Tufts University in Boston vermuten, für die Daten aus den Jahren 1990 und 2018 für 184 Länder ausgewertet wurden. Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Zuckerwerte im Blut ohne Behandlung dauerhaft erhöht sind. Der Lebensstil ist entscheidend für den Verlauf der Erkrankung, wobei die Ernährung eine zentrale Rolle spielt.

US-amerikanische Forschende haben anhand von Daten der „Global Dietary Database“ und weiterer Quellen den Anteil der Fälle geschätzt, der auf eine „ungesunde“ Lebensmittelwahl zurückzuführen ist. Es wurden elf verschiedene Ernährungsfaktoren, etwa ein zu geringer Verzehr von Obst und Gemüse oder ein zu hoher Verzehr von Fleisch und Wurstwaren, einbezogen.

Im Jahr 2018 haben weltweit 20,1 Millionen Erwachsene einen Typ-2-Diabetes entwickelt, von denen 14,1 Millionen auf eine ungesunde Lebensmittelwahl zurückgeführt werden konnten. Den grössten Einfluss auf die steigende Inzidenz hatte ein unzureichender Verzehr von Vollkornprodukten (26,1 %) sowie der übermässige Verzehr von raffiniertem Reis und Weizen (24,6 %), Wurstwaren (20,3 %) und rotem Fleisch (20,1 %). Weitere Faktoren wie ein geringer Verzehr von Joghurt, Nüssen, Obst und Gemüse sowie ein hoher Konsum von gesüssten Getränken und Fruchtsaft hatten geringere Auswirkungen auf das Diabetesrisiko.

„Unsere Studie deutet daraufhin, dass eine schlechte Kohlenhydratqualität weltweit eine der Hauptursachen für ernährungsbedingten Typ-2-Diabetes ist, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und im Zeitverlauf gibt“, erklärt Dariush Mozaffarian von der Tufts University. „Diese neuen Erkenntnisse zeigen kritische Bereiche auf, auf die wir uns national und global konzentrieren müssen, um die Ernährung zu verbessern und die verheerende Belastung durch Diabetes zu verringern.“

Frühere Studien hatten nur 40 Prozent der neu diagnostizierten Typ-2-Diabetes-Fälle pro Jahr auf die Ernährung zurückgeführt, aber raffiniertes Getreide als wichtigen Faktor und aktuelle Verzehrsdaten nicht einbezogen. Während sich Ballaststoffe und Phenole in Vollkornprodukten unter anderem positiv auf Darmmikrobiom und Entzündungswerte auswirken, kann raffiniertes Getreide den Blutzucker erhöhen und gesunde Lebensmittel verdrängen. Allerdings ist weitere Forschung notwendig, um das Zusammenspiel von Ernährungsqualität, Stoffwechsel, Adipositas und Typ-2-Diabetes besser zu verstehen.

In allen untersuchten Ländern hat sich das Vorkommen von Typ-2-Diabetes erhöht, aber es gab regional grosse Unterschiede. Unter den 30 bevölkerungsreichsten Ländern ist die Zahl der durch Ernährung und Adipositas bedingten Typ-2-Diabetes-Fälle pro eine Million Einwohner in Mexiko (6.015) und Deutschland (5.091) am höchsten. In Deutschland wird vor allem zu viel Wurst (3.742), raffinierter Weizen (1.306) und rotes Fleisch (1.174) gegessen, ist im Fachjournal „Nature Medicine“ zu lesen.

Betroffene profitieren in der Regel von einer Lebensstiländerung mit entsprechender Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Dabei können qualifizierte Ernährungsfachkräfte helfen und begleiten. Das Bundeszentrum für Ernährung BZfE und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben dafür gemeinsam das Medienpaket „Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2“ entwickelt, dass Beratenden Themen, Inhalte und Materialien für acht Beratungstermine an die Hand gibt mit ergänzenden Materialien zum Weitergeben an Betroffene. (BZfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
12.01.2026
dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026
dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026
dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026
dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026
dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025 dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025 dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025 dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025 dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025 dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025 dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025 dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025 dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025 dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
09.12.2025 dTIPP: Cicorino Rosso - schmackhafter Hingucker
03.12.2025 dKOMMENTAR: Hochverarbeitete Produkte vs. Unausgewogene Ernährung
30.11.2025 dSAISON: Schwarzwurzel, eine Winterrarität
28.11.2025 dTREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu
25.11.2025 dNEWS: Tasse Kaffee wird nochmals teurer
20.11.2025 dNEWS: Markus Roten ist «Metzger des Jahres 2025»
18.11.2025 dTIPP: Halbdörrfrüchte als natürliches Süssungsmittel
16.11.2025 dWISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen
14.11.2025 d NEWS: Schweiz triumphiert an World Cheese Awards
12.11.2025 dNEWS: Barry Callebaut setzt auf kakaofreie Schokolade
07.11.2025 dSAISON: Kardy – Gemüse-Geheimtipp aus der Westschweiz
04.11.2025 dTIPP: Igeho-Messe 15.-19.11.2025 in Basel
03.11.2025 dFORSCHUNG: Herkunft kann über Umweltfreundlichkeit täuschen
29.10.2025 dWISSEN: Hafer ist glutenhaltig – oder doch nicht?
27.10.2025 dKOMMENTAR: Warum Schweizer Brot?
24.10.2025 dWISSEN: Gesunde Baumnuss
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland