Foodfachzeitung im Internet
Montag, 10. August 2026
News, Tipps, …
Druckansicht27.03.2025
KOMMENTAR: Viel Misstrauen gegenüber Biolebensmittel

Viele Menschen misstrauen laut einer aktuellen Studie der Bio-Qualität von Lebensmitteln, wissen aber gleichzeitig nur wenig über den Ökolandbau. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der Agrarökonomie der Göttinger Universität gemeinsam mit Kulturanthropologen und Bildungswissenschaftlern sowie dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen. Sie haben 2.000 Personen befragt für die inter- und transdisziplinäre Studie „Authentizität und Vertrauen bei Bio-Lebensmitteln. Innovative Kommunikationsansätze entlang der Produktkette und in der Gesellschaft (AVOeL)“.

Die repräsentative Umfrage des Forschungsteams ergab, dass einem Fünftel der Stichprobe nahezu jegliches Wissen über Bio-Qualitäten fehlt. Rund 60 % der Befragten verfügen nur über Grundwissen zu Prozess- und Produktqualität von Bio-Produkten. Nur jeder und jede dritte Befragte ist davon überzeugt, dass die bei uns verkauften Bio-Produkte tatsächlich Bio sind. Dagegen stimmten gut 40 Prozent der Aussage „Bei Bio wird viel betrogen“ eher zu. Und etwa 30 Prozent sind überzeugt, dass Bio „nur Marketing“ sei. Knapp 18 Prozent gehen sogar davon aus, dass sich Bio-Produkte und konventionelle nicht unterscheiden.

Aus Sicht der Forschenden basiert das Misstrauen der Befragten häufig auf oberflächlichem Wissen, Unkenntnis oder überhöhten Erwartungen und Wunschvorstellungen. Nach Einschätzung der Studienautorin Prof. Antje Risius liegt dies daran, dass Bio zu einem „überhöhten Symbol rundum guter Lebensmittel“ geworden sei. Würden die Erwartungen der Bio-Konsumentinnen und Bio-Konsumenten immer wieder enttäuscht, etwa durch in Plastik verpacktes Bio-Gemüse oder weite Transportwege, so könne dies letztlich das Vertrauen in Bio massgeblich schmälern.

Ausserdem haben die Forschenden herausgefunden: Ob Konsumentinnen und Konsumenten im Geschäft zu einem Bio-Produkt greifen, reduziert sich nicht allein, wie bisher angenommen, auf die Frage „Bio oder kein Bio“. Vielmehr zeigte sich bei begleiteten Einkäufen, dass das tatsächliche Einkaufsverhalten auch von der konkreten Kaufsituation oder der Produktkategorie abhängt.

Um das Vertrauen in Bio-Qualität zu stärken, reicht es aus Sicht der Forschenden nicht aus, Verbraucherinnen und Verbraucher ausschliesslich auf der kognitiven Ebene anzusprechen. Neben sachlichen Informationen über den ökologischen Landbau und die Kennzeichnung von Bio-Produkten sollten soziale Interaktionen, Werte sowie sensorische Erfahrungen eine wachsende Rolle in der Kundenkommunikation spielen.

Basierend auf diesen Erkenntnissen wurden neben der Website www.biokompetent.de und Erklärfilmen unter anderem zur Kontrolle von Bio-Lebensmitteln innovative Kommunikationsformate wie das kollaborative Planspiel „Apfelkomplott“ oder Food-Stories zum Weiterrätseln und Diskutieren entwickelt und erprobt. In Kurzfilmen geben Akteurinnen und Akteure der gesamten Produktionskette und der Öko-Kontrolle Einblick in ihren Arbeitsalltag und zeichnen ein realistisches Bild des Ökolandbaus. Im Rahmen des Projektes zeigte sich, dass die erstellten Medien den gewünschten Effekt erzielten: Sie haben die Präferenz und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Produktkette und Eigenschaften von Bio-Lebensmitteln stärken können. (BZfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
09.08.2026
dWISSEN: Chili oder Cayennepfeffer - feurige Würze
03.08.2026
dTIPP: Trendgemüse Kürbis - vom Acker bis zum Teller
27.07.2026
dFORSCHUNG: Quantensensorik erkennt Lebensmittelbetrug
23.07.2026
dKOMMENTAR: Wie sinnvoll sind Near-Water-Getränke?
21.07.2026
dWISSEN: Matjes auf holländische oder nordische Art
13.07.2026d FORSCHUNG: Hülsenfrüchte gegen Bluthochdruck
06.07.2026dTIPP: Liebstöckel - intensiv-würziges Maggikraut
02.07.2026dWISSEN: Erbsen als Proteinbombe
26.06.2026dFORSCHUNG: Luzerne-Drink als nachhaltige Milchalternative
22.06.2026d TIPP: Vielseitiger Thymian - vom Schmorgericht bis Dessert
17.06.2026dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung ist sinnlos bei Omega-3-Fettsäuren
10.06.2026dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland