Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Samstag, 7. März 2026
News, Tipps, …
Druckansicht 17.02.2025
FORSCHUNG: Mit Ackerbohnenprotein Mundgefühl verbessern

Ackerbohnenprotein TUMünchen ddfeb25 Forschende des Leibniz-Instituts haben erstmals untersucht, wie aus Ackerbohnen gewonnene Proteinstrukturen auf ein zelluläres Modellsystem für orale, menschliche Tastzellen wirken. Hautsinneszellen dieser Art reagieren auf mechanische Reize wie Druck und spielen eine zentrale Rolle für das Texturempfinden und das Mundgefühl von Speisen und Getränken. Die neuen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die sensorische Akzeptanz pflanzenbasierter Lebensmittel besser zu verstehen und schliesslich zu optimieren, um eine nachhaltige sowie gesunde Ernährung zu fördern.

Für viele Verbraucher sind Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit, der Gesundheit und/oder des Tierschutzes wichtige Gründe, sich zunehmend für eine pflanzenbetonte Kost zu entscheiden. „Es überrascht daher nicht, dass die Nachfrage nach Biomaterialien gross ist, die dazu beitragen das Mundgefühl von pflanzenbasierten Lebensmittelalternativen zu verbessern“, sagt Sanjai Karanth, Erstautor und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Nachwuchsgruppe Mechanoreceptors am Leibniz-Institut. Zu solchen Biomaterialen zählen auch aus Ackerbohnen gewonnene Protein-Nanofibrillen.

Protein-Nanofibrillen sind spezielle Eiweissmoleküle, die in winzigen Strukturen organisiert sind. Sie weisen einzigartige physikalisch-chemische Eigenschaften auf, welche die Textur und somit auch das Mundgefühl von Lebensmitteln nachhaltig beeinflussen können. Über deren Herstellung und physikalische Eigenschaften in flüssigen Milieus ist bereits viel bekannt. Jedoch ist noch wenig erforscht, wie die Fibrillen unter physiologischen Bedingungen auf Zellen wirken. Beispielsweise fehlten bislang Untersuchungen an zellulären Modellsystemen, welche zukünftig Aussagen über die Texturwahrnehmung von Protein-Nanofibrillen erlauben.

Genau hier setzt die Forschung des Leibniz-Teams um Nachwuchsgruppenleiterin Melanie Köhler an, in deren Fokus das Mundgefühl von Lebensmitteln steht. So hat die Nachwuchsgruppe erstmals mit Hilfe modernster Technologien untersucht, wie Protein-Nanofibrillen aus Ackerbohnen auf Zellen einer menschlichen Zelllinie sogenannter Mechanorezeptorzellen wirken. Bei Untersuchungen unter physiologischen Bedingungen, stellen die Forschenden mithilfe von Rasterkraftmikroskopie zunächst fest, dass die Nanofibrillen die Oberflächenstruktur der untersuchten Modellzellen aufrauten, jedoch ohne deren allgemeine Elastizität zu verändern. „Da der biophysikalische Effekt wenig ausgeprägt war, prüften wir weiter, was auf molekularer Ebene passiert“, erklärt Studienleiterin Melanie Köhler.

Wie die Tests ergaben, veränderte die Zugabe der Nanofibrillen ins Nährmedium der Zellen die Aktivität von Rezeptorgenen, die für die Wahrnehmung der Lebensmitteltextur eine Rolle spielen. Hierzu zählten vor allem mechanosensitive Ionenkanäle wie Piezo-Rezeptoren, aber auch Rezeptoren, die Fettsäuren detektieren. Weitere, an künstlichen Zellmembranen durchgeführte Untersuchungen zeigten zudem, dass die Fibrillen über Lipide mit den Membranen interagieren, was in diesem Testsystem die Membranelastizität beeinflusste. "Langfristig streben wir so an, neue Anwendungsmöglichkeiten für pflanzliche Nanofibrillen zu finden, um sensorisch ansprechende Lebensmittel mit einer verbesserten Textur zu entwickeln,“ so Köhler. (Leibniz-Institut www.tum.de)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
05.03.2026
d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026
dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026
dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026
d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026
dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026 dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026 dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026 dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026 dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
06.02.2026 dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026 dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026 dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026 dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
21.01.2026 d TIPP: Exotische Passionsfrucht richtig verarbeiten
17.01.2026 dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026 d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026 dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026 dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026 dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026 dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026 dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025 dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025 dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025 dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025 dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025 dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025 dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025 dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025 dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025 dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland