Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Samstag, 22. Juni 2024
Tipp
19.05.2024
SÜFFA-Messe 2024 mit frischen Ideen am Start

Neues und Bewährtes, immer „100 Prozent saustark”: Die 27. Ausgabe der Stuttgarter Metzgerei-Fachmesse ist Branchentreff, Wissensbörse und Event: 28.-30.9.2024
News, Tipps, …
Druckansicht 02.05.2024
FORSCHUNG: Ernährungs- und Klimainfos beeinflussen Fleischkonsum kaum

Ernährungstipps oder Informationen über die Klimawirkungen des Fleischkonsums ändern die Essgewohnheiten von Konsumentinnen und Konsumenten nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Demnach führen die Informationen zum Fleischkonsum weder kurzfristig zu weniger Fleischkonsum, noch stärken sie die Absicht, den Fleischverzehr zu verringern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Verhaltensänderungen schwerfallen – zumindest bei Essgewohnheiten und wenn diese auch noch innerhalb kurzer Zeit geändert werden sollen.

• Ein reduzierter Fleischkonsum schont die eigene Gesundheit und das Klima. Rund ein Siebtel des weltweiten Treibhausgasausstosses wird durch die Haltung und Verarbeitung von Tieren produziert – das ist mehr als der Beitrag des Verkehrs. Der Verzehr von Fleischprodukten gehört damit neben dem Energieverbrauch zu den wesentlichen Quellen von Treibhausgasen. Um den Fleischkonsum zu reduzieren, helfen Ernährungstipps oder Informationskampagnen zu den Klimawirkungen jedoch kaum, wie eine aktuelle RWI-Studie zeigt.

• In der Studie veranlassen Informationen zum Fleischkonsum Konsumentinnen und Konsumenten nicht dazu, unmittelbar weniger Fleisch zu essen. Noch überraschender ist: Die Aufklärungskampagne stärkt nicht einmal die Absicht, den Fleischverzehr zu verringern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Verhaltensänderungen schwerfallen – zumindest bei Essgewohnheiten und wenn diese auch noch innerhalb kurzer Zeit geändert werden sollen.

• Im Durchschnitt verzehrten die Probanden der Stichprobe rund 4,3 Kilogramm Fleisch im Monat, was in etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Dieser liegt ungefähr bei 55 Kilogramm Fleisch pro Jahr bzw. bei etwa 4,6 Kilogramm pro Monat. Im Verlauf des Experiments schienen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchschnittlich ca. 0,1 kg weniger Fleisch gegessen zu haben als im Monat vor der ersten Befragung. Die Schlussfolgerung, dass der Fleischverzehr statistisch signifikant geringer ist, lässt sich allerdings nicht durch die Analyse bestätigen.

• Für die Studie wurde die Wirkung zufällig zugesandter Informationen auf die Reduktion des Fleischkonsums untersucht. Diese waren in eine Panel-Erhebung unter rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Jahr 2022 eingebettet, die im Rahmen des von der E.ON Stiftung geförderten Projektes „Sozialökologisches Panel – Fortführung und Weiterentwicklung“ durchgeführt wurde. Die Informationsinterventionen bestanden aus drei Newslettern, die Kontrollgruppe erhielt hingegen keine Newsletter. Die drei Newsletter für die erste Interventionsgruppe enthielten Informationen zu den Umweltauswirkungen von Fleisch, die drei Newsletter für die zweite Interventionsgruppe Ernährungstipps und Rezepte zur Reduktion des Fleischkonsums. Die drei Newsletter für die dritte Interventionsgruppe bestanden aus einer Kombination aus beidem. Vor und nach den Interventionen wurden die Probanden zu ihrem Fleischkonsum befragt sowie zur Absicht, diesen zu reduzieren.

• Das Autorenteam weist darauf hin, dass die Stichprobe der Studie nicht repräsentativ ist, da tendenziell eher an Ernährung interessierte Personen an der Studie teilgenommen haben. Umso überraschender ist die offenbar zumindest kurzfristig mangelnde Effektivität der Informationsinterventionen. Womöglich könnten Änderungen im Essverhalten aber zukünftig auftreten, da die Umstellung von Essgewohnheiten gewöhnlich einige Zeit beansprucht.

„Unsere empirischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Informationskampagnen zu klimarelevanten Essgewohnheiten oder Ernährungstipps Konsumentinnen und Konsumenten kaum zu Verhaltensänderungen bewegen“, sagt RWI-Umweltökonom Manuel Frondel. „Trotz der relativ starken Auswirkungen des Fleischkonsums auf das Klima reduzieren sie ihren Konsum kaum. Sie verringern nicht einmal die Absicht, den Fleischkonsum einzuschränken. Damit gibt die Studie Hinweise auf potenzielle Grenzen verhaltensökonomischer Massnahmen in Lebensbereichen, die durch starke Gewohnheiten geprägt sind“, so Frondel. Bessere Chancen, einen Anreiz zu messbaren Verhaltensänderungen oder klimaschonenden Innovationen zu geben, haben seiner Einschätzung nach Preissignale, wie beispielsweise durch die C02-Bepreisung als Leitinstrument der Klimapolitik. (RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
21.06.2024
dNEWS: die offiziell besten Bioprodukte 2024
18.06.2024
dFORSCHUNG: Mann-Frau-Unterschiede beim Fleischkonsum
17.06.2024
dTIPP: Erdbeeren zu pikanten Produkten verarbeiten
16.06.2024
dKOMMENTAR: Influencer werben für ungeeignete Kinderlebensmittel
13.06.2024
dTIPP: Spargeln und Rhabarber vor Saisonende einfrieren
11.06.2024 dFORSCHUNG: Bei Zöliakie macht Gluten den Darm zu durchlässig
10.06.2024 dWISSEN: Wie ungesund sind Nitrate wirklich?
09.06.2024 dFORSCHUNG: gesündere, nachhaltigere Schokolade entwickelt
06.06.2024 dNEWS: Bäckerkrone 2024 geht an «Piraten-Bäckerei»
04.06.2024 dTIPP: Wasserglacé, Sorbet, Frozen Joghurt - do it yourself
03.06.2024 dTREND: Konsum von Schweine-Frischfleisch geht zurück
02.06.2024 dTIPP: Auberginen mit Schale aber nicht roh essen
30.05.2024 dNEWS: Schweizer Salzkonsum immer noch 75% zu hoch
28.05.2024 dTIPP: Food Festival Zürich 6.-16.6.2024
27.05.2024 dWISSEN: Chilischärfe vermutlich herzschonend aber kaum antibakteriell
26.05.2024 dTIPP: Eiweissbedarf pflanzlich decken mit den richtigen Kombinationen
24.05.2024 dKOMMENTAR: Chancen für Laborfleisch und veganen Fleischersatz
21.05.2024 dTIPP: Bohnenkraut nicht nur für Bohnen
20.05.2024 dWISSEN: Die wichtigsten Hefearten
16.05.2024 dNEWS: Damian Müller wird Präsident des Fleischfachverbandes
14.05.2024 dNEWS: Bioproduktion liegt auch 2023 im Trend
13.05.2024 dTIPP: Selbstgebackenes Brot vom Grill
12.05.2024 dKOMMENTAR: wichtigste aktuelle Themen und Trends der Ernährung
09.05.2024 dWISSEN: Warum Vollkorn gesund ist – nicht nur Brot
07.05.2024 dTIPP: Solanin in Kartoffeln, Tomaten und Auberginen vermeiden
06.05.2024 dKOMMENTAR: Laborfleisch künftig vom Bauernhof?
02.05.2024 dFORSCHUNG: Ernährungs- und Klimainfos beeinflussen Fleischkonsum kaum
30.04.2024 dTIPP: Liebstöckel – verkanntes Küchenkraut
29.04.2024 dWISSEN: Biersorten und ihre Herstellung
28.04.2024 dKOMMENTAR: Wie (un)gesund sind hochverarbeitete Bioprodukte?
Ecke für Profis
20.06.2024
.CONFISERIE: «Gesunde» Süsswaren weiterhin im Trend

Süsswaren sind und bleiben beliebte Genussprodukte, aber die vielfältigen Zusatznutzen stehen weiterhin im Zentrum des Marketings, vor allem Gesund-Positionierungen.
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland