Foodfachzeitung im Internet
Freitag, 8. Dezember 2023
Tipp
21.11.2023
Messetipp:
Int. Süsswarenmesse ISM 2024


ISM - weltweit grösste Messe für Süsswaren und Snacks, 28. – 31.1. 2024 in Köln Mit mehr Ausstellern, mehr Vielfalt und neuen Highlights.
News, Tipps, …
Druckansicht20.11.2023
NEWS: Immer weniger Zwiebeln für den Zibelemärit

Zwiebelkuchen, Chnoblibrot und Glühwein werden auch dieses Jahr am Montag 27.11. wieder tausende Besucherinnen und Besucher an den Zibelemärit in die Berner Altstadt locken. Insbesondere die Zwiebel steht aber etwas unter Druck – nicht nur am Zibelemärit, sondern auch auf dem Feld.

Die Schweizer Zwiebelproduktion sieht sich dieses Jahr mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, wie Markus Waber, stellvertretender Direktor des Verbands der Schweizer Gemüseproduzenten, erläutert. Die Ernte 2023 sei alles andere als ideal gewesen: «Die Sommerhitze gefolgt von starken Niederschlägen und dann ungewöhnlicher Herbstwärme war nicht optimal für das Wachstum der Zwiebeln», erklärt er. Im Vergleich zu einem normalen Jahr liege die Erntemenge gut 30 Prozent niedriger und nur knapp über dem Niveau von 2021 als Hagel die Ernte von vielen Zwiebelproduzentinnen und -produzenten zerstörte.

Der Zwiebelanbau in der Schweiz sei sowieso grundsätzlich schwieriger geworden, erklärt Markus Waber weiter. So müssten sich die Produzentinnen und Produzenten mit einer Reihe von Herausforderungen auseinandersetzen: «Die Kombination aus teilweise langen Hitze-, Kälte- oder Nässeperioden und den wegfallenden Pflanzenschutzmitteln erschweren den Anbau», so Markus Waber. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Ernte, sondern auch die Lagerung und die Preise der Zwiebeln auf dem Markt.

Immer weniger Zwiebeln am Zibelemärit

Insgesamt werden am Zibelemärit etwa 470 Stände aufgestellt, von denen ungefähr 97 Zwiebel- oder Gemüsestände sind. Diese Zahl sei ein Rückgang gegenüber früheren Jahren, sagt Norbert Esseiva, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern: «Im Jahr 2016 waren noch rund 178 der Stände, Stände die Zwiebeln anboten – 2019 waren es noch 145 und 2022 schliesslich noch ungefähr 111 Zwiebelstände.»

Trotz des Rückgangs der Zwiebel- und Gemüsestände bleibe es aber der Zibelemärit, ergänzt er weiter. «Verbleibenden Zibeleanbieter werden weiterhin berücksichtigt und insbesondere in den Morgenstunden laufen die Besucherinnen und Besucher vor allem wegen dieser Stände durch die Gassen», so Norbert Esseiva. Der Zibelemärit reflektiere aber auch das heutige Gesellschaftsbild, das neben Zwiebeln auch andere Interessen und Stände begrüsse. Die Bedeutung der Zwiebel sei für den Anlass aber weiterhin zentral: «Ohne Zwiebeln kein Zwiebelmarkt», betont Norbert Esseiva.

Gelebte Tradition

Seinen Ursprung hat der Zibelemärit im 19. Jahrhundert, als Bauersfrauen aus dem Seeland mit Zwiebeln auf der Martinimesse in Bern auftauchten. Seit 2011 gehört der Märit auf die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz – zusammen mit Anlässen wie der Basler Fasnacht oder dem Zürcher Sechseläuten.

Nach wie vor sind die «Zibeletrütsche», die schön geflochtenen Zwiebelzöpfe, am Zibelemärit allgegenwärtig. Früher oder später könnte die schöne Tradition aber wohl aussterben, da den Zwiebelzopfflechterinnen und Zwiebelzopfflechter der Nachwuchs fehlt. Das Binden der Zöpfe ist daneben auch nur ein kleiner Teil der «Büetz»: So ist das Kultivieren, Trocknen und Aufbereiten der Trockenblumen sowie die Vorbereitung der Zwiebeln zum Teil genauso aufwändig wie das das Flechten der «Zibeletrütsche». So wird jede Zwiebel von Hand einzeln etwas abgeschält, damit sie am Zopf dann auch schön glänzt. Die Zwiebelzöpfe haben heute auch einen anderen Wert als noch früher: Heute geht es weniger um das vorrätige Lagern der Zwiebeln – die Zwiebelzöpfe sind heutzutage vielmehr Geschenk- und Dekoartikel. (LID)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
06.12.2023
dNEWS: Kaffeetassenpreis steigt stark in der Schweiz
04.12.2023
dTIPP: Granatapfel richtig verarbeiten
03.12.2023
dKOMMENTAR: Kaviar von Wildstören meistens illegal oder gefälscht
30.11.2023
dSAISON: Loblied auf gesunden Rosenkohl
28.11.2023
d FORSCHUNG: Zuckersteuer könnte bis 16 Mia Euro einsparen
27.11.2023dWISSEN: Süssmandeln, Bittermandeln und deren Produkte
25.11.2023dFORSCHUNG: Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen Krankheitsrisiko
23.11.2023dNEWS: Sven Lauber von Bigler AG ist Fleischfach-Schweizermeister 2023
20.11.2023dNEWS: Immer weniger Zwiebeln für den Zibelemärit
19.11.2023dTIPP: Vollkornprodukte – welche und warum
16.11.2023dSAISON: aromatische Pekannuss für Kuchen, Pesto und Parmesanersatz
14.11.2023dKOMMENTAR: Food-Upcycling - innovative Lebensmittel aus Nebenprodukten
13.11.2023dFORSCHUNG: Mikroalgen sind der bessere Vegan-Fischersatz
12.11.2023dTIPP: Gastromesse Igeho und Verarbeitermesse Lefa 2023
09.11.2023dNEWS: Innovativste und beliebeste Markenartikel prämiert
06.11.2023dKOMMENTAR: Taugen Light-Getränke als gesündere Alternative?
05.11.2023dSAISON: Jetzt Haselnüsse verarbeiten
02.11.2023dNEWS: Bundesrat will behutsame Öffnung für Gentech
31.10.2023dFORSCHUNG: Geschmacksvorlieben durch Genetik und «Futterprägung»
30.10.2023dSAISON: zarte, würzige Schwarzwurzeln
29.10.2023dFORSCHUNG: Obst- / Gemüse-Bakterien fördern Darmgesundheit
26.10.2023dKOMMENTAR: Ernährungsexpertin warnt vor Multivitaminpräparaten
24.10.2023dTIPP: Comeback der gesunden Topinamburknolle
23.10.2023dSAISON: Federkohl – Trendzutat und Superfood
19.10.2023dNEWS: Neue Schweizer Käsemesse «Cheese Affair» lanciert
17.10.2023dKOMMENTAR: Künstliche Intelligenz in der Gastronomie hat Potenzial
16.10.2023dTIPPS: Die süssesten Rüebli ohne Bitterkeit
15.10.2023dFORSCHUNG: Gewürze helfen Fett und Salz zu reduzieren
12.10.2023dSAISON: Holunder richtig verarbeiten und nicht roh essen
10.10.2023dFORSCHUNG: Mikroalgen als umweltfreundliche, gesunde Fischalternative
Ecke für Profis
01.12.2023
.BÄCKEREI: Offiziell beste Schweizer Bäcker-Confiseure 2023

Die Schweizer Bäcker-Confiseur/innen haben drei neue Meisterinnen in den Fachrichtungen Bäckerei, Konditorei, Confiserie und Detailhandel. Sie kommen aus den Kantonen Aargau, Bern und St. Gallen.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland