Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Freitag, 12. Juni 2026
News, Tipps, …
Druckansicht 05.10.2023
KOMMENTAR: Herausforderungen für Ernährungssicherheit

Die weltweite Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln dürfte mittelfristig stabil bleiben. Herausforderungen für die Ernährungssicherheit in der Schweiz sind die pro Kopf sinkende Agrarfläche, zunehmende Extremwetterereignisse und ein verstärkter Schaderregerdruck.

Die Schweiz ist auf importierte Nahrungs- und Produktionsmittel angewiesen, da rund die Hälfte der benötigten Kalorien eingeführt werden müssen. Aufgrund dieser Ausgangslage können globale Entwicklungen und Ereignisse die Ernährungssicherheit des Landes beeinträchtigen. Agroscope erstellt deshalb im Auftrag des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) jährlich einen Bericht zur Versorgungssicherheit der Schweiz. Er basiert auf Daten- und Literaturanalysen sowie einer Befragung von Expertinnen und Experten des Fachbereichs Ernährung der wirtschaftlichen Landesversorgung (WL).

Die global pro Kopf verfügbare Landwirtschaftsfläche sinkt aufgrund des Bevölkerungswachstums. Die weltweite Produktion von Nahrungsmitteln steigt jedoch weiterhin, sodass das Angebot auf dem Weltmarkt zumindest kurz- bis mittelfristig als stabil beurteilt werden kann – vorausgesetzt, landwirtschaftliche Produktionsmittel wie Saatgut und Energie bleiben konstant verfügbar und Ertragsausfälle aufgrund zunehmender Extremwettereignisse wie Hitze und Trockenheit treten begrenzt auf.

Schweiz: Sinkende Landwirtschaftsfläche als Herausforderung

Auch in der Schweiz sinkt die Landwirtschaftsfläche pro Kopf. Die Abnahme der pro Einwohner/-in verfügbaren Landwirtschaftsfläche gehört zusammen mit den zunehmenden Extremwetterereignissen und der Ausbreitung von Schaderregern zu den aktuell grössten Herausforderungen der Schweizer Ernährungssicherheit. Die Expertinnen und Experten der WL erachten es deshalb als wichtig, nachhaltig mit den verfügbaren Ressourcen wie Land, Wasser und Energie umzugehen.

Unerlässlich sei auch die Erforschung und effektive Umsetzung von Anpassungs- und Eindämmungsmassnahmen. Eine zentrale Rolle spiele dabei die Züchtung von Kulturpflanzen, die gegenüber Trockenheit, Krankheiten und Schaderregern resistent sind. Im Falle einer raschen Beeinträchtigung der Ernährungssicherheit z.B. durch Schadorganismen sollten auch chemische Pflanzenschutzmittel weiterhin eine Option zur Sicherung der Erträge sein.

Fazit: In der Schweiz gehören die Abnahme der Landwirtschaftsfläche pro Einwohner/-in, zunehmende Extremwetterereignisse und der Schutz der Kulturpflanzen vor Schaderregern zu den grössten Herausforderungen für die landwirtschaftliche Produktion und damit auch für die langfristige Ernährungssicherheit.

Wichtig sind – neben den spezifischen krisenbezogenen Massnahmen wie der Pflichtlagerhaltung – Vorkehrungen zur Gewährleistung des erforderlichen Produktionsmittelangebots auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, stabile Handelsbeziehungen und ein Monitoring zur frühzeitigen Erkennung von Gefährdungen. Gleichzeitig bleibt die Eigenverantwortung von Privatwirtschaft und Bevölkerung unerlässlich, zum Beispiel durch die Reduktion von vermeidbaren Lebensmittelabfällen oder mittels des Haltens eines Notvorrats für kurzfristige Versorgungsengpässe (z.B. Stromausfall).

Der Bericht repräsentiert die Situation Mitte des Jahres 2023. Die Preise sind auf globaler Ebene für einige Nahrungsmittel wie Öle, Getreide, Milch und Fleisch nach dem starken Anstieg ab Mitte 2020 wieder zurück auf das Niveau vor dem Krieg in der Ukraine gesunken. Die Preise für Energie verharren hingegen weiterhin auf einem hohen Niveau, was in der Europäischen Union (EU) unter anderem zu steigenden Nahrungsmittelpreisen geführt hat. Obwohl die Schweiz weniger stark von Inflation betroffen war, sind auch hierzulande die Nahrungsmittelpreise gestiegen. Trotz Hitzeperioden war die Versorgung mit Lebensmitteln sowohl in der EU als auch in der Schweiz bis Mitte 2023 gesichert. (Agroscope)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
10.06.2026
dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026
d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026
dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026
d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026
dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026 d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026 dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026 dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026 d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026 dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026 dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026 d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026 dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026 dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026 dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026 dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026 dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026 dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026 dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
19.03.2026 dKOMMENTAR: Schweizer Lebensmittel-Pyramide am Pranger
18.03.2026 dKOMMENTAR: Steuer auf mehrere Risikostoffe statt reine Zuckersteuer
16.03.2026 dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026 dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026 d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026 dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026 dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026 d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026 dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026 dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026 dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland