Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 20. Januar 2026
News, Tipps, …
Druckansicht11.06.2024
FORSCHUNG: Bei Zöliakie macht Gluten den Darm zu durchlässig

Von „Das bisschen Gluten im Essen kann doch nicht schaden“ bis „Gluten ist die Ursache für viele Krankheiten“ finden sich viele, oft falsche Aussagen in den Medien und sozialen Netzwerken. Aber was stimmt? Tatsächlich müssen nur Zöliakie-Betroffene komplett auf Gluten verzichten, da es sonst zu gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen kommt. Es ist wichtig, über Gluten aufzuklären und ein besseres Bewusstsein für die Erkrankung Zöliakie zu schaffen.

Die Universität Bielefeld fand anhand einer aktuellen Studie heraus, dass ein Enzym bei Zöliakie nicht verdaute Glutenrestbestandteile im Dünndarm so umbaut, dass diese die Darmschleimhaut direkt schädigen. Der Darm wird so durchlässiger und dadurch gelangen Bakterien oder andere Schadstoffe schneller in den Blutkreislauf. Das fördert wiederum Entzündungsreaktionen ebenso wie das Gluten selbst. Damit haben die Forschenden nachgewiesen, dass Gluten bei Zöliakie-Betroffenen ein sogenanntes Leaky-Gut-Syndrom auslöst. Diese Form des „durchlässigen Darms“ ist in der Medizin bekannt und auch für zahlreiche andere Krankheitsbilder verantwortlich. Diese Erkenntnis hilft den Forschenden, die Prozesse bei Zöliakie durch den Auslöser Gluten im Körper nachzuvollziehen.

Gluten ist aber für Gesunde völlig unproblematisch und darauf zu verzichten, nicht zu empfehlen. Fertige, glutenfreie Brote enthalten beispielsweise im Vergleich zu glutenhaltigen Varianten meist mehr Kalorien durch höhere Fett- und Zuckergehalte. Zudem sind sie teurer. Für Zöliakiepatienten und -patientinnen bieten sie allerdings Normalität und erleichtern den Alltag. Mit dem anerkannten Siegel der durchgestrichenen Ähre ausgestattet, wird die Glutenfreiheit unter 20 ppm (20 mg pro kg) garantiert und das entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Aber auch hier gilt: Eine ausgewogene und gesunde Ernährung basiert auf möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln, unabhängig davon, ob man glutenhaltig oder glutenfrei isst.

Laut Information der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft ist ein Prozent der deutschen Bevölkerung an Zöliakie erkrankt. Die Dunkelziffer ist allerdings höher. Das Klebereiweiss Gluten befindet sich im Korn vieler Getreidesorten wie Weizen oder Dinkel und sorgt bei den Betroffenen für vielfältige Beschwerden: angefangen bei Erbrechen und Durchfall bis zu untypischen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Blutarmut. Einzige Therapiemöglichkeit ist die lebenslange, glutenfreie Ernährung.

Anders als bei einer Glutenunverträglichkeit, lösen schon kleinste Mengen Gluten eine Autoimmunreaktion aus und sollten daher vermieden werden. Der Körper bildet Antikörper, da er fälschlicherweise von einem Fremdstoff ausgeht und in Alarmbereitschaft ist. Dies führt zu chronischen Darmentzündungen, wobei sich die Darmzotten zurückbilden und die Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr so gut aufgenommen werden. Bereits ein Achtel Gramm Weizenmehl reicht aus, um die Reaktion auszulösen. Also ist sogar Küchenhygiene enorm wichtig. (BZfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
17.01.2026
dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026
d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026
dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026
dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026
dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
09.12.2025dTIPP: Cicorino Rosso - schmackhafter Hingucker
03.12.2025dKOMMENTAR: Hochverarbeitete Produkte vs. Unausgewogene Ernährung
30.11.2025dSAISON: Schwarzwurzel, eine Winterrarität
28.11.2025dTREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu
25.11.2025dNEWS: Tasse Kaffee wird nochmals teurer
20.11.2025dNEWS: Markus Roten ist «Metzger des Jahres 2025»
18.11.2025dTIPP: Halbdörrfrüchte als natürliches Süssungsmittel
16.11.2025dWISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen
14.11.2025d NEWS: Schweiz triumphiert an World Cheese Awards
12.11.2025dNEWS: Barry Callebaut setzt auf kakaofreie Schokolade
07.11.2025dSAISON: Kardy – Gemüse-Geheimtipp aus der Westschweiz
04.11.2025dTIPP: Igeho-Messe 15.-19.11.2025 in Basel
03.11.2025dFORSCHUNG: Herkunft kann über Umweltfreundlichkeit täuschen
29.10.2025dWISSEN: Hafer ist glutenhaltig – oder doch nicht?
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland