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KOMMENTAR: Gesundes, Klimaschonendes und Preiswertes braucht das Land

Gemäss seiner neuen Klimatrategie will der Bund die Bevölkerung motivieren, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Damit könne der Treibhausgas-Fussabdruck der Ernährung pro Kopf um zwei Drittel gegenüber 2020 verringert werden. Gesunde Ernährung fördert der Bund schon lange, neu ist aber das doppelte Ziel von Gesundheitsförderung und Umweltschonung.

In der Tat hängen beide zusammen, vor allem durch den Anteil der tierischen Lebensmittel in der Kost, welche die Umwelt stärker belasten. Konkret bedeutet dies: der Fleischkonsum sollte sinken. Dass Früchte, Gemüse, Vollkorn, Fisch und Hülsenfrüchte gesund sind, ist beim Volk meistens vorhanden aber oft fehlt die Disziplin, diese zu favorisieren. Oder es herrschen Vorurteile: Weizen hat zB seit einigen Jahren ein negatives Image. Veganes dagegen wird überbewertet.

Der Bund will durch Umbau des Zollsystems umweltfreundliche Produkte an der Grenze bevorzugen. Und die Tierproduktion weniger subventionieren dafür den Pflanzenbau mehr. Die Knacknuss ist aber, wie man das Volk motiviert, mehr Gesundes zu essen und weniger Ungesundes bzw Klimaschädliches. Freiwillig, denn die Klimastrategie beinhaltet keine Vorschriften sondern Sensibilisierung und Appel an die Selbstverantwortung. Sensibilisierung kann funktionieren, jedenfalls bei gebildeteren und engagierten Konsumenten.

Aber der Preis ist ein Hauptfaktor bei allen Kaufentscheiden, vor allem bei ärmeren Konsumenten. Die Preise für Gesundes müssten stark sinken, damit diese Strategie wirkt. Und ob günstigeres Biogemüse dabei Billigfleisch vom Teller verdrängen kann, ist mehr als fraglich. Weniger Fleisch zu essen ist eher eine Grundsatzentscheidung jedes einzelnen und eine Krux angesichts der Macht der Ess-Gewohnheit. Die vielen qualitativ guten veganen Ersatzprodukte vermochten dies bisher nicht zu erreichen, wohl auch weil sie noch zu teuer sind. Aber wenn pflanzliche Imitationen künftig Tierisches ersetzen, ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Gefordert sind hier Marketingstrategen. Direkte und auch suggestive Werbung wirkt, vor allem Lifestyle-Werbung wie der Superfood-Hype zeigt. Oder der Boom von veganen und «Free from»-Produkten, die auch Nicht-Allergiker konsumieren. Dies alles in Erwartung eines besseren Gewsundheitswertes und trotz hohen Preisen.

Auch die Produktentwickler können ihren Beitrag leisten, indem sie gesunde, sensorisch attraktive und preiswerte Produkte entwickeln, die ausserdem auch küchenfertig sein sollten. Sinnvoll sind zB Hybridprodukte wie Wurstwaren und Burger mit weniger Fleisch dafür mit hohem Anteil von Gemüse oder Hülsenfrüchten. Oder Vollkornprodukte mit ebenso elegantem Geschmack wie Weissmehlprodukte. (GB)
(gb)

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