​
Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Dienstag, 6. Oktober 2026
Tipp
07.09.2026
Premiere NovaFood 26.-27.10. 2026 in Luzern

Vom 26.-27.10. 2026 wird Luzern Treffpunkt der Schweizer Lebensmittelproduktion. An der neuen Fachmesse stellen Hersteller und Dienstleister für Produktionstechnik, Betriebsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate aus.
Report
Druckansicht 05.04.2013
Kaninchen richtig zubereiten
Tipps vom Spitzenkoch und Kaninchen-Botschafter Thuri Maag


Kaninchen-Rückenfilet


Kaninchenfleisch ist zart, wohlschmeckend, dezent im Aroma und fettarm. Daher wird es auch als Diätkost sehr geschätzt. Der geringe Fettanteil ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, reich an Vitamin B und E und das Fleisch hat den höchsten Eiweissgehalt von allen Fleischsorten. Das Fleischaroma geht eher in Richtung Poulet und nicht wie die Verwandschaft zum Hasen mutmassen lässt in Richtung Wild.

Durch seine helle Farbe zählt das Kaninchenfleisch zum Weissfleisch. Auch ökologisch betrachtet ist das Kaninchen als Fleischlieferant sinnvoll, da man es mit Gras und Heu ernähren kann. Es ist somit kein Nahrungskonkurrent zum Menschen.

Der Ostschweizer Spitzenkoch und Kochbuchautor Thuri Maag (delikantessa.ch) ist nicht nur der bekannteste Schweizer Pilzkoch sondern auch ein Kaninchenfleisch-Botschafter: «Das zarte, hellrosa Fleisch ist schmackhaft, gesund, leicht und bekömmlich. Und es ist einfacher zuzubereiten als man denkt», so der Experte. «Die öfters verlautete Abneigung gegen das Kaninchenfleisch - zu viele Knochen, zu aufwendig, zu lange Garzeiten - ist unbegründet. Blitzschnell zubereitete Gerichte sind machbar».

Thuri Maag (Bild) empfiehlt: «Da man Kaninchenfleisch im Gegensatz zu Poulet roh essen kann, sollte man es wie Kalbfleisch behandeln. Carpaccio, Tartar, Sashimi und Ähnliches sind Beispiele für kreative Produkte».

Und damit das ebenfalls fettarme Schmorfleisch beim Garen nicht trocken wird, rät er «es nicht zu lange zu braten. Schenkel zu marinieren, auf einem Gitter 40 Minuten mit Umluft bei 100 Grad zu garen und erst danach kurz knusprig zu braten». Zum Schmoren verwendet er Vorderschenkel und Bauchlappen. «Unterschenkel sind dafür zu schade und werden zudem trocken», so der Profikoch.

Wissenswertes über Kaninchen

Kaninchen sind reine Pflanzenfresser, sie nehmen die Nahrung über den ganzen Tag verteilt in rund 30 Portionen auf. Bei der kommerziellen Kaninchenmast werden zur Fütterung Getreidewürfel aus verschiedenen Getreide und Grassorten verwendet, zusätzlich wird Heu angeboten. Ein weibliches Kaninchen, die Zibbe, kann bis zu achtmal jährlich tragen und pro Wurf acht bis neun Jungtiere bringen. Die Jungtiere bleiben rund 30 Tage bei der Mutter, werden dann abgesetzt und in acht Wochen in Gruppen von 10 bis 40 Tieren ausgemästet.

Die Qualität vom Kaninchenfleisch hängt von der richtigen Behandlung des Kaninchens vor dem Kaninchen Schlachten ab und wie man den Schlachtkörper behandelt. Eine unhygienische Behandlung und Stress können die Fleischqualität mindern. Die Fütterung mit Kraftfutter hat den unerwünschten Effekt, dass der Fettgehalt vom Kaninchenfleisch stark zunimmt.

Die Unterschiede in Bezug auf die Qualität vom Kaninchenfleisch zwischen verschiedenen Kaninchenrassen sind weitaus geringer als innerhalb einer Rasse. In jeder Rasse gibt es Tiere mit hochwertigen Eigenschaften des Fleisches.

Die Form des Kaninchens ist hierfür auch nicht entscheidend. Lang gestreckte Kaninchen mit einem feinen Knochenbau können genauso eine gute Fleischfülle besitzen wie Tiere mit einer blockigen Form. (Quellen: LID, kaninchen-24.de)

Rezepttipp:
Kaninchen im Merlot geschmort

1 Kaninchen, zerlegt
1l Merlot
2 EL Olivenöl extra vergine
3 Lorbeerblätter
frischer Rosmarin und Thymian
5 Pfefferkörner
1 mittelgrosse Zwiebel, fein gewürfelt
2 EL Olivenöl extra vergine
4 mittelgrosse Karotten, in Stäbchen
4 kleine rote Zwiebeln, halbiert
300 g gekochte Marroni, aus dem Glas
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Für die Marinade Rotwein, Olivenöl, Lorbeerblätter, Rosmarin, Thymian, Pfefferkörner und Zwiebeln in eine Schüssel geben. Fleisch in die Marinade legen. Es soll mit der Flüssigkeit bedeckt sein. 2 Tage marinieren.

Fleisch aus der Marinade nehmen, trocken tupfen und im Olivenöl bei mittlerer Hitze rundum anbraten, Marinade nach und nach zugeben, das Fleisch bei schwacher Hitze etwa 40 Minuten schmoren lassen. Karotten und Zwiebeln nach 25 Minuten zugeben. Marroni 5 Minuten vor Ende der Garzeit zugeben. Sauce je nach Konsistenz abgiessen und bei starker Hitze in einem Pfännchen einkochen lassen, wieder zum Fleisch geben. Aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Rezept und Bild aus dem Buch «Die besten Schweizer Rezepte» von Alfred Haefeli, erschienen im Fona-Verlag 2010).

Kaninchen im Merlot geschmort



Rezept von Thuri Maag für 4 Personen
Kaninchen-Gigolette an Senfsauce

4 Stk. Chüngel-Gigolettes SELECTION MAAGIQUE à 200g
1½ Esslöffel Mehl
200g Weisswein
300g Wasser
10g Hühnerbouillonpaste
1 Frühlingszwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz
Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter oder Olivenöl
300g buntes Gemüse mit dem Sparschäler wie Nudeln geschnitten und knackig gekocht. (Karotten, Stangensellerie, Pastinaken, weisse Spargeln, grüne Spargeln, Schwarzwurzeln etc. je nach Saison.)
Frische Kräuter zum Garnieren

Zubereitung:
Die Kaninchenteile mit etwas Senf bestreichen, würzen, und in Olivenöl oder Bratbutter kräftig anbraten.
Zwiebeln und Knoblauch beifügen und kurz mitdünsten.
Die restlichen Zutaten während des Anbratens abwägen und alles kalt mischen. Die Kaninchenteile damit ablöschen.
Ca. 45 Minuten zugedeckt köcheln lassen.
Die Kaninchenstücke aus der Sauce stechen, warmstellen, die Sauce passieren und zur gewünschten Dicke einkochen.
Das Fleisch wieder zurück in die Sauce legen, aufkochen und auf die Gemüse-Nudeln anrichten, mit der Sauce napieren und mit frischen Kräutern garnieren.
(Quelle: www.delikantessa.ch)

Weiterlesen: Schweizer Kaninchen auf dem Vormarsch
(gb)

Report – die neuesten Beiträge
29.09.2026
d Internationaler Tag des Kaffees 1.10.2026
16.09.2026
dWeg von Turbo-Poulets bei der Migros
03.09.2026
dAmarant, Buchweizen und Quinoa sind Powerkörner
20.08.2026
dSAISON: Vielseitiger gesunder Hèttenkäse
07.08.2026
d Jetzt Birnen: Süss, saftig aber sensibel
24.07.2026 dStrauchbeeren im Trend
15.07.2026 dBündner Rohschinken ersucht IGP-Anerkennung
07.07.2026 dGartenbohnen auf den Teller
23.06.2026 dTrend Fibermaxxing - wie viele Ballaststoffe sind nötig?
14.06.2026 dDelikate Muscheln und Krebse aus Schweizer Gewässern
31.05.2026 d Auberginen: Mediterranes Flair aus Schweizer Anbau
17.05.2026 dErdbeeren: Süsser Höhepunkt des Frühsommers
03.05.2026 dAllzu scharf kann gesundheitlich riskant sein
25.04.2026 dEinheimische Weine gewinnen Marktanteile
10.04.2026 dBacken mit Honig
31.03.2026 d Das Ei: Wunder der Natur
23.03.2026 dMorchelsaison startet
08.03.2026 dSlow Food Markt Zürich 2026 im Rückblick
27.02.2026 dDörrfrüchte von Äpfeln über Beeren bis Steinobst
13.02.2026 d Brot backen ist Kunsthandwerk
04.02.2026 dSchweizer Büffelfleisch auf den Teller
26.01.2026 dRoggenbrot ist Brot des Jahres
14.01.2026 dGesundheitsrisiken in der Teflonpfanne?
28.12.2025 dAnstossen mit Schweiz im Glas
19.12.2025 dWeihnachten clever kochen und geniessen
11.12.2025 d Trutenbraten zum Weihnachtsfest
01.12.2025 d Lebkuchen: Duft von St. Nikolaus
23.11.2025 dMikronährstoffe bei fleischloser Ernährung
09.11.2025 dRomanesco: vitaminreicher farbenfroher Türmchenkohl
28.10.2025 dKürbis: Eine uralte Kulturpflanze im Hoch
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland