Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Freitag, 24. Mai 2024
Tipp
19.05.2024
SÜFFA-Messe 2024 mit frischen Ideen am Start

Neues und Bewährtes, immer „100 Prozent saustark”: Die 27. Ausgabe der Stuttgarter Metzgerei-Fachmesse ist Branchentreff, Wissensbörse und Event: 28.-30.9.2024


Die besten Events
ab 2024



Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Report
Druckansicht 13.03.2024
Wiesenmilch ist gesünder und umweltschonender
Wiesenmilch bzw Weidemilch hat positive Auswirkungen auf Klima, Tierwohl und Boden. Immer mehr Studien zeigen dies. Je mehr Gras sie fressen, desto mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren enthält ausserdem die Milch.



Milch von Weidekühen ist gesünder


Für die Gesundheit ist Weidemilch positiv zu bewerten: Je mehr Gras Tiere zu fressen bekommen, desto besser ist die Nährstoff-Zusammensetzung der Milch. Denn dann enthält sie mehr ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren. Diese gelten unter anderem als cholesterinsenkend und entzündungshemmend. Zudem finden sich in Weidemilch mehr fettlösliche Vitamine wie Betacarotin oder Vitamin E. Kritisch ist hingegen die Jodversorgung, da Jod vor allem im Kraftfutter steckt.

Aber bei der Milchviehhaltung entstehen erhebliche Mengen an Treibhausgasen, vor allem Methan. Um das Klima zu schützen, greifen daher mittlerweile viele Verbraucher*innen zu pflanzlichen Milchalternativen, die nicht nur eine bessere Klimabilanz haben, sondern überwiegend auch bei anderen Umweltaspekten besser abschneiden. Sie konnten in den letzten Jahren ein erhebliches Marktwachstum verzeichnen, und der Trend setzt sich weiter fort. Es gibt aber gute Gründe, nicht komplett auf Kuhmilch zu verzichten, wenn man sie eigentlich lieber mag. Das Zauberwort heisst: Milch vom Grünland.

Das klimawirksame Gas Methan ist erheblich klimaschädlicher als CO2. In welchem genauen Umfang das für Methan aus der Tierhaltung gilt, ist umstritten. Ein Grossteil der Methanemission aus der deutschen Landwirtschaft stammt von Milchkühen, in deren Verdauungstrakt es durch Darmbakterien gebildet wird. Ein kleinerer Anteil wird bei der Lagerung von Mist und Gülle freigesetzt. Der Ausstoss von Methan hängt nicht nur von der Anzahl der Tiere ab, sondern auch von der individuellen Milchleistung des Tieres und der Art des Futters.


Milchviehhaltung ist nicht gleich Milchviehhaltung. Um zu wissen, wie stark sie sich auf Klima und Umwelt auswirkt, sollte man sich weitere Faktoren genauer ansehen: Boden, Tierwohl, Biologische Vielfalt, Wirtschaftlichkeit. Weidende Rinder tragen dazu bei, CO2 im Boden zu speichern und die Artenvielfalt zu erhöhen. Weidemilch kommt von Kühen, die wenigstens an 120 Tagen im Jahr für 6 Stunden auf der Weide stehen.


Ob Weidehaltung sich anders auf das Klima auswirkt als Stallhaltung ist bisher nur wenig erforscht. Immer mehr Studienergebnisse weisen aber darauf hin, dass diese Haltungsform umwelt- und tierfreundlicher sein kann als die ganzjährige Fütterung von Milchkühen mit Kraftfutter im Stall. Das gilt wohl vor allem in ökologisch wirtschaftenden Betrieben. So stellte das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau fest, dass Öko-Milchkühe zwar weniger Milch geben als die konventionellen und wenn man pro Liter Milch rechnet, sind die Emissionen scheinbar höher.

Beim Vergleich der gesamten CO2-Bilanz veränderte sich das Bild jedoch: Denn bezieht man Emissionen aus der gesamten Produktionskette mit ein, schneidet Bio-Milch in vielen Bereichen besser ab. Wichtig ist die Frage, wie viel Kraftfutter, vor allem auf Sojabasis, wird an die Kühe verfüttert?

Tiere ökologischer Betriebe erhalten meist weniger Kraftfutter, alleine schon, weil der Weidegang von April bis Oktober vorgeschrieben ist. Und die Höfe wirtschaften meist weniger energieintensiv. Ein weiterer Pluspunkt: Sie binden mehr Kohlenstoff im Boden, und das wird immer wichtiger.

Dass ökologisch produzierte Milch von Kühen, die auf der Weide stehen, umweltfreundlicher ist als Milch aus konventionellen Betrieben mit reiner Stallhaltung, untermauert eine im September 2021 veröffentlichte Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Wie zuvor schon erläutert, liegt dies vor allem am Futter. Die Forschenden analysierten die Umweltwirkungen verschiedener Milchproduktionssysteme in Deutschland und berechneten deren Umweltschadenskosten. Diese lagen zwischen 21 und 34 Cent pro Kilogramm Milch. Ökobetriebe mit Weidehaltung verursachten dabei mit bis zu 27 Cent die geringsten, konventionelle Betriebe mit reiner Stallhaltung mit bis zu 34 Cent pro Kilogramm Milch die höchsten Umweltschadenskosten. (BZfE)
(gb)

Report – die neuesten Beiträge
22.05.2024
d Food-Handwerker mit wissenschaftlichen Ambitionen
15.05.2024
d(Un)sinn von Süssstoffen zum Abspecken
08.05.2024
dZartes Fleisch – wissenschaftlich erklärt
01.05.2024
dBackhefe: mehr als ein Triebmittel
24.04.2024
dSchweizer Bierkultur im Wandel
17.04.2024 dExotische Würzsaucen zu Grilladen
11.04.2024 dBio bei Aldi und Lidl bis 25% billiger als bei Migros und Coop
03.04.2024 dWie schädlich ist rotes Fleisch für Gesundheit und Umwelt?
27.03.2024 dWie gesund ist Fruchtzucker?
20.03.2024 dSterben die Unverpackt-Läden?
13.03.2024 dWiesenmilch ist gesünder und umweltschonender
07.03.2024 dInnovatives Biertreber-Upgrading
28.02.2024 dMerguezwurst, aus Nordafrika aber helvetisiert
21.02.2024 dWissenswertes und Verarbeitungstipps für Kräuter
14.02.2024 dGesunde Hülsenfrüchte auf den Teller
07.02.2024 dBerliner do it yourself
31.01.2024 dVollkornbrote mit Gourmetqualität
24.01.2024 dComeback der Bonbon-Kunst
17.01.2024 dAemmeShrimp – Pioniere der Schweizer Crevettenzucht
10.01.2024 dMild aber triebhaft sei der Sauerteig
03.01.2024 dModerne Rauchfisch-Produkte: Tipps und Trends
27.12.2023 dNachhaltige Schokolade kaufen
20.12.2023 dWenn Bier mit Gewürzen zum Festtagstrank wird
14.12.2023 dDer richtige Zimt für Adventsbäckerei
07.12.2023 dWie (un)gesund ist Gepökeltes wirklich?
29.11.2023 dWarum traditionelle Früchte- und Gemüsesorten?
22.11.2023 dZucker hat nebst Süsse auch technologische Funktionen
15.11.2023 dModerne Bioprodukte mit Gourmetpotenzial
08.11.2023 dAngebot an Top-Konfitüren wird immer grösser
01.11.2023 dFleisch schonend garen
Ecke für Profis
23.05.2024
.CONFISERIE: Schokolade mit vollem Kakaofruchtgehalt entwickelt

Die ETH hat eine Schokolade aus der ganzen Kakaofrucht entwickelt, die nachhaltiger und nährstoffreicher ist. Dank Kakaogelee statt Kristallzucker wird der Gesundheitswert verbessert.
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland