Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 7. Juli 2022
Tipp
18.04.2022
Bio Marché 2022 im Juni in Zofingen

Der Bio Marché ist das führende Schweizer Biofest und eine einmalige Mischung aus Markt, Festival und nationaler Bio-Plattform. Vom 17. bis 19. Juni 2022 in der Altstadt von Zofingen.
Ecke für Profis
Druckansicht31.12.2021
DETAILHANDEL: Handy wird Shopping-Assistent
«Future Retail» hat die zehn wichtigsten Trends im Detailhandel für 2022 identifiziert. Zum Bsp. unterstützen Apps auf Smartphone und Bildschirmen im Laden die Kundschaft beim Einkaufen.



Smartphones stehen für ein zunehmend personalisiertes und massgeschneidertes Marketing und den Trend zu umfassender Transparenz bei den Produkten.


«Mapsted» heisst eine neue App, die sich derzeit in den USA ausbreitet. Sie ermöglicht die Navigation innerhalb grosser Gebäude wie Shopping Malls, aber auch von Universitäten oder Verwaltungsgebäuden. In der Schweiz arbeitet m-electronics mit einer neuen App für das Verkaufspersonal, die die individuelle Kundenberatung erleichtert. Mit einer Scanfunktion kann das Verkaufspersonal die Einkäufe, Belege und Garantiescheine direkt aus der Migros-App der Kundschaft auslesen, was eine gezielte und effiziente Beratung ermöglicht. Spar wiederum experimentiert mit Smart Screens in Schaufenstern und innerhalb der Ladengeschäfte, die Alter und Geschlecht der Kundschaft erkennen und massgeschneiderte Botschaften ausspielen.

Alle drei Beispiele stehen für den wichtigsten Trend im Themenbereich Marketing. Mittels Personalisierung können die Händler die Relevanz der Marketingbotschaft für den einzelnen Kunden markant erhöhen. Dies betrifft alle Marketingbereiche, von Produktempfehlungen bis hin zu personalisierten Produkten, gezieltes Ausspielen von Preispromotionen, Modeempfehlungen, von individuellen Newslettern oder gar persönlicher Kundenansprache im Laden. Bisher standen die relativ hohen Kosten einer feineren Segmentierung der Zielgruppen im Weg. Die Digitalisierung hat in diesem Bereich zu rasanten Kostensenkungen geführt. Dies geht einher mit einem wachsenden Kundenbedürfnis nach Individualisierung.

Kundenbedürfnisse verstehen

Future Retail Switzerland identifiziert jährlich die wichtigsten Trends im Schweizer Detailhandel. Die Resultate basieren auf einer Umfrage bei über 400 Entscheidungsträgerinnen und -träger von Handel, Industrie und dem Dienstleistungssektor. Die Entwicklungen werden identifiziert und mit wissenschaftlicher Unterstützung bezüglich Relevanz und Marktreife gewichtet. Die Experten sind sich einig: Diese Trends werden den Schweizer Detailhandel tiefgreifend verändern.


Eine der zehn wichtigsten Entwicklungen sind umfassende Problemlösungen. Kundenbedürfnisse werden selten mit einem Produkt alleine befriedigt – meist sind umfassendere Lösungen notwendig, die nicht zwingend komplex sein müssen. Anschaulich wird dieses Thema etwa im Bereich Do It Yourself und Wohnen oder bei der Heimelektronik, wo die Kundschaft oft zusätzliche Dienstleistungen wie Transport, Montage oder Zubehör benötigt. Der Handel muss zunächst verstehen, was die Bedürfnisse seiner Kundschaft sind und sich danach mit der konkreten Gestaltung von individuell modifizierbaren Angebotspaketen auseinandersetzen. Hier bietet sich für den physischen Detailhandel auch eine Chance zur Abgrenzung vom Online-Handel.

Nachhaltigkeit durchdringt alle Bereiche

Die weitere Gruppe wichtiger Trends betrifft das Thema Nachhaltigkeit in den unterschiedlichsten Facetten. Das gestiegene Umweltbewusstsein der Kundschaft äussert sich in wachsenden Marktanteilen von Label-Produkten, deren Absatz in der Schweiz auch im Vergleich zum Ausland überdurchschnittlich hoch ist. Bei Coop liegt der Anteil gelabelter Produkte inzwischen bei mehr als einem Viertel des Detailhandelsumsatzes. Verschiedene Produzenten investieren massiv in umweltverträgliche Produktionsprozesse. Der Spielzeughersteller Mattel etwa führt laufend neue Linien aus Zuckerrohrkunststoff ein und trägt auch einem weiteren wichtigen Trend Rechnung: Der Reduktion von Verpackungsabfall. Dieses Problem wird auch vom Online-Handel mit Hochdruck bearbeitet. Hauptauslöser dafür sind entsprechende Rückmeldungen der Kundschaft.

Rasantes Wachstum des Online-Handels

Die Trends sind vor dem Hintergrund eines rasant wachsenden Online-Handels zu sehen, der den physischen Detailhandel vor gewaltige Herausforderungen stellt. Allein im Covid-Jahr 2020 legte er um mehr als einen Viertel zu und realisiert im laufenden Jahr einen Umsatz von insgesamt rund 15 Milliarden Franken, was rund 12% Anteil am Gesamtmarkt ausmacht. Im Nonfood-Bereich erreicht der Online- Handel bald einen Marktanteil von 20 Prozent. Im Lebensmittelgeschäft beträgt er dagegen erst 3,5 Prozent. Dabei fallen auch nationale Grenzen immer weniger ins Gewicht. «In fast jeder Produktkategorie ist der Top-Onlineshop in der Schweiz bereits heute sehr oft ein ausländischer Anbieter», stellt der der diesjährige Future Retail Report fest.

Der Online-Handel verbessert sein Angebot laufend. Viele ausländische Anbieter verzollen die Produkte inzwischen bereits vorgängig und bewerben ihre Angebote auf für die Schweiz angepassten Webseiten in Franken. Auch der Online-Handel folgt dem Trend zu nachhaltigen Produkten und verbessert darüber hinaus mit Hochdruck die Schnelligkeit und die individuelle Steuerbarkeit seiner Lieferungen.

Wettbewerb beflügelt

Guter und schneller Kundenservice war zwar schon immer ein Anliegen von Händlern. Die Bewegung zu einem möglichst effizienten und kundenorientierten Service hat aber in den letzten Jahren massiv an Fahrt aufgenommen. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich die Digitalisierung und sich ausbreitende Technologien wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning, die neue Möglichkeiten eröffnen. Auch Abverkaufsprognosen und optimale Bestellmengen und -prozesse sind schon seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema für Handelsunternehmen. Hier führt die zunehmende Konkurrenz im Online-Handel zu einem neuen technologischen Schub. Dies weil die Warenverfügbarkeit in Online-Shops für einen wachsenden Teil der Kundschaft inzwischen wichtiger ist als der Preis.

Kassenlose Läden vorerst vom Tisch

Interessant ist auch ein Blick auf die Entwicklung der Trends gegenüber dem Vorjahr. So hat der Trend «Kassenlose Läden» beispielsweise sowohl an Relevanz wie auch an Durchsetzung verloren. Gründe sind unter anderem die enorm hohen Kosten, aber auch der noch fehlende Reifegrad der Technologie, insbesondere bei grösseren Sortimenten. Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage, wie hoch der Zusatznutzen für den Kunden bei grösseren Warenkörben gegenüber dem Self-Scanning ist, das sich in den letzten Jahren stark verbreitet hat. (Swiss Retail Federation)
(gb)

Ecke für Profis – die neuesten Beiträge
01.07.2022
d.TECHNOLOGIE: Algen als ökologischer Rohstoff der Zukunft
24.06.2022
d.METZGEREI: Gesundes vom Grill
18.06.2022
d.ERNÄHRUNG: Katechine des Grüntees fördern oxidativen Stress
10.06.2022
d.TECHNOLOGIE: Wie die ganze Kakaofrucht nutzen
04.06.2022
d.MOLKEREI: Sind Ziegenmilchprodukte gesünder?
27.05.2022d.TECHNOLOGIE: Roboter-Megatrend in der Fleischindustrie
20.05.2022d.DETAILHANDEL: Schweizer Bier noch in der Aufholphase
13.05.2022d.VERPACKUNG: Zukunft ist umweltfreundlich, sicher und haltbar
06.05.2022d.METZGEREI: Metzgercenter-Neubau St.Gallen
29.04.2022d.MOLKEREI: Zuckerreduktion in Joghurt
22.04.2022d.ERNÄHRUNG: Gemüse-Abneigung liegt an individueller Bitter-Sensibilität
15.04.2022d.BÄCKEREI: Schweizer Dauerbackwaren-Markt wächst
08.04.2022d.CONFISERIE: Einbruch im Schweizer Süsswarenmarkt
02.04.2022d.CONFISERIE: Der Schweizer Schokolademarkt erholt sich
25.03.2022d.TECHNOLOGIE: Snack-Würzmischungen professionell entwickeln
18.03.2022d.CONFISERIE: Phospholipid-Zusatz statt Temperieren bei Schokolade
12.03.2022d.ERNÄHRUNG: Low-Carb ist nicht besser als ausgewogene Diät
04.03.2022d.DETAILHANDEL: Biotrend setzt sich fort
25.02.2022d.MOLKEREI: Ziegenfrischkäse mit Papayablatt-Extrakt statt Lab
18.02.2022d.TECHNOLOGIE: Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?
11.02.2022d.CONFISERIE: Top-Innovationen 2022 der Süsswarenmesse ISM
04.02.2022d.DETAILHANDEL: Bäuerliche Direktvermarktung: Hofläden boomen
29.01.2022d.METZGEREI: Who is Who bei den Fleischrindern
21.01.2022d.ERNÄHRUNG: Sind Stoffwechsel-Diäten seriös?
15.01.2022d.BÄCKEREI: Getreideproduzenten wollen von Brotverteuerung profitieren
07.01.2022d.GASTRONOMIE: Fleisch garen ohne Auftauen?
31.12.2021dDETAILHANDEL: Handy wird Shopping-Assistent
24.12.2021d.METZGEREI: Konsistenz der Gänseleber-Pastete wird erforscht
17.12.2021d.DETAILHANDEL: Corona fördert nachhaltigen Konsum
10.12.2021d.METZGEREI: Über die Hälfte von Frischfleisch via Aktionen verkauft
Ecke für Profis
01.07.2022
.TECHNOLOGIE: Algen als ökologischer Rohstoff der Zukunft

Neben Fleisch-Ersatz aus Pflanzen, Pilzen, Insekten, Fermentation und Kultur haben auch Algen einen Platz im künftigen Lebensmittel-Mix. Aquakultur von Meeresalgen zählen zu den am schnellsten wachsenden Lebensmittelsektoren.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland