Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 22. Mai 2022
Tipp
18.04.2022
Bio Marché 2022 im Juni in Zofingen

Der Bio Marché ist das führende Schweizer Biofest und eine einmalige Mischung aus Markt, Festival und nationaler Bio-Plattform. Vom 17. bis 19. Juni 2022 in der Altstadt von Zofingen.
Ecke für Profis
Druckansicht26.11.2021
.ERNÄHRUNG: Vitamin B12-Mangel wird leicht übersehen
Risikogruppen vor allem ältere Menschen. Schuld sind hierfür meistens Resorptionsstörungen. Aber auch Veganer können betroffen sein, wenn sie Vitamin B12 nicht supplementieren.



Besonders Leber und Fisch sind gute Vitamin B12-Quellen, aber auch Eigelb sowie Milchprodukte


Der menschliche Organismus verfügt über ein gewisses Depot an Vitamin B12; er ist nämlich in der Lage, rund zwei bis fünf Milligramm zu speichern. Grösstenteils sind die Speicher in der Leber (50 bis 90 Prozent) und Muskulatur (etwa 30 Prozent) zu finden. Der tägliche Bedarf wird laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Jugendliche und Erwachsene auf 4,0 Mikrogramm geschätzt, für Schwangere und Stillende sind es 4,5 beziehungsweise 5,5 Mikrogramm. Daher entwickelt sich ein möglicher Mangel schleichend und fällt oft erst nach Jahren der Unterversorgung auf.

Allerdings: „Auf den ersten Blick entzieht sich ein Vitamin-B12-Defizit oft der Diagnose, denn nicht selten klagen betroffene Personen über unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Abgeschlagenheit und Erschöpfung“, darauf wies kürzlich Springer Medizin in einem ausführlichen Beitrag auf ihrer Homepage hin.

Vitamin B12 ist kein einzelner Wirkstoff; vielmehr steht dahinter eine Reihe von vitaminwirksamen Substanzen, die Cobalamine. Alle Cobalamine werden ausschliesslich von Mikroorganismen synthetisiert, Tiere und Pflanzen sind dazu nicht in der Lage. Tiere, die ebenfalls das Vitamin benötigen, decken ihren Bedarf durch Fressen von Nahrung, auf der solche Mikroorganismen vorkommen.

Zwar kommen auch im Mikrobiom – der Darmflora – des Menschen diese Mikroorganismen vor, die Resorption des Vitamins erfolgt jedoch nicht im Dickdarm, sondern im Dünndarm. Deshalb kann unser Körper das von diesen Bakterien gebildete Vitamin nicht nutzen. Als einzige Quelle bleiben daher für den Menschen nur Lebensmittel tierischen Ursprungs. Fleisch von unseren Nutztieren (insbesondere Leber) und Fisch sind gute Quellen, aber auch Ei sowie Milch und Milchprodukte. Obst, Gemüse und Getreide sind nahezu frei von diesem Vitamin.

Risikogruppen für einen Mangel an Vitamin B12 sind insbesondere ältere Menschen: So ergab eine Untersuchung am Helmholtz Zentrum München, dass ein Viertel der über 65-Jährigen nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt sei. In der Altersgruppe der 85- bis 93-Jährigen wiesen mehr als ein Drittel zu niedrige Vitamin B12-Werte auf. Verantwortlich hierfür seien vor allem Resorptionsstörungen.

Aber auch junge Menschen können betroffen sein. Bei Menschen, die sich vegan ernähren und Vitamin B12 nicht supplementieren, sei ein Mangel vorprogrammiert, so der zitierte Beitrag. Aber auch Menschen, die sich vegetarisch ernährten, eine einseitige Kost oder eine sehr restriktive Diät einhielten, hätten ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin B12-Mangel. Ferner können auch Erkrankungen, welche die Resorption im Gastrointestinaltrakt beeinträchtigen sowie verschiedene Medikamente zu einer Unterversorgung führen.

Im menschlichen Stoffwechsel fungiert B12 als Coenzym, das bedeutet, es ist Teil eines Enzyms, das Reaktionen im menschlichen Körper steuert. Unter anderem ist es an der Blutbildung beteiligt sowie an der Bildung der DNA, also unseres Erbguts, und damit an Zellwachstum und Zellteilung. Im Nervensystem hilft das Vitamin, die Hüllen der Nervenfasern zu regenerieren und neu zu bilden und somit die Funktionsfähigkeit des Nervensystems zu erhalten.

Neben den beschriebenen unspezifischen Beschwerden kann ein Vitamin B12-Defizit zu Veränderungen des Blutbilds führen sowie zu neuropsychiatrischen Veränderungen. Wer zu einer Risikogruppe gehört und auf der sicheren Seite sein möchte, sollte die eigenen Blutwerte daher vom Arzt oder von der Ärztin kontrollieren lassen. Ohne medizinischen Grund ist eine unspezifische, dauerhafte Einnahme hochdosierter Vitamin B12-Supplemente nicht angeraten. (BZfE)
(gb)

Ecke für Profis – die neuesten Beiträge
20.05.2022
d.DETAILHANDEL: Schweizer Bier noch in der Aufholphase
13.05.2022
d.VERPACKUNG: Zukunft ist umweltfreundlich, sicher und haltbar
06.05.2022
d.METZGEREI: Metzgercenter-Neubau St.Gallen
29.04.2022
d.MOLKEREI: Zuckerreduktion in Joghurt
22.04.2022
d.ERNÄHRUNG: Gemüse-Abneigung liegt an individueller Bitter-Sensibilität
15.04.2022d.BÄCKEREI: Schweizer Dauerbackwaren-Markt wächst
08.04.2022d.CONFISERIE: Einbruch im Schweizer Süsswarenmarkt
02.04.2022d.CONFISERIE: Der Schweizer Schokolademarkt erholt sich
25.03.2022d.TECHNOLOGIE: Snack-Würzmischungen professionell entwickeln
18.03.2022d.CONFISERIE: Phospholipid-Zusatz statt Temperieren bei Schokolade
12.03.2022d.ERNÄHRUNG: Low-Carb ist nicht besser als ausgewogene Diät
04.03.2022d.DETAILHANDEL: Biotrend setzt sich fort
25.02.2022d.MOLKEREI: Ziegenfrischkäse mit Papayablatt-Extrakt statt Lab
18.02.2022d.TECHNOLOGIE: Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?
11.02.2022d.CONFISERIE: Top-Innovationen 2022 der Süsswarenmesse ISM
04.02.2022d.DETAILHANDEL: Bäuerliche Direktvermarktung: Hofläden boomen
29.01.2022d.METZGEREI: Who is Who bei den Fleischrindern
21.01.2022d.ERNÄHRUNG: Sind Stoffwechsel-Diäten seriös?
15.01.2022d.BÄCKEREI: Getreideproduzenten wollen von Brotverteuerung profitieren
07.01.2022d.GASTRONOMIE: Fleisch garen ohne Auftauen?
31.12.2021dDETAILHANDEL: Handy wird Shopping-Assistent
24.12.2021d.METZGEREI: Konsistenz der Gänseleber-Pastete wird erforscht
17.12.2021d.DETAILHANDEL: Corona fördert nachhaltigen Konsum
10.12.2021d.METZGEREI: Über die Hälfte von Frischfleisch via Aktionen verkauft
26.11.2021d.ERNÄHRUNG: Vitamin B12-Mangel wird leicht übersehen
12.11.2021dDETAILHANDEL: Studie zur besseren Biowein-Vermarktung
29.10.2021d.METZGEREI: Würzmischungen selber entwickeln
29.10.2021dLANDWIRTSCHAFT: Gentechnik versus Pestizide
22.10.2021d.GASTRONOMIE: Hygieneregeln für risikoarmes Warmhalten
15.10.2021d.TECHNOLOGIE: Moderne Fülltechnologien
Ecke für Profis
20.05.2022
.DETAILHANDEL: Schweizer Bier noch in der Aufholphase

Die Zukunft gehört laut Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes, vor allem den Biertrinker/innen, die sich für das bereits vielfältige Angebot begeistern lassen. In Sachen Bierkultur habe die Schweiz aber noch aufzuholen. Interview.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland