Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 18. Januar 2022
Tipp
17.01.2022
Buchtipp: Von Huhn und Ei

60 Rezepte zur Verwertung des ganzen Tiers. Porträts von 30 Hühnerrassen. Da zum Huhn das Ei gehört, gibt es auch viele Gerichte mit Eiern als Hauptzutat.
Ecke für Profis
Druckansicht13.05.2021
.METZGEREI: Fleischbranche bietet sichere Jobs und Lehrstellen
Fachleute aus geschüttelten Branchen finden häufig eine sichere Beschäftigung im Fleischgewerbe. Diesem gelangen vor allem im Ladenverkauf signifikante Umsatzsteigerungen.


Sicherer Hafen in der Corona Pandemie: Bedrohte Berufe profitieren von krisensicheren Arbeitsplätzen in der Fleischbranche


Die Erfahrungen der verbandsnahen MT Metzger-Treuhand AG der letzten Jahrzehnte zeigen es deutlich: Berufe in der Fleischwirtschaft sind krisensicher. Die den MT-Treuhändern vorliegenden Zahlen und Erfahrungen belegen, dass sich das Gewerbe vielfach azyklisch zur herrschenden Wirtschaftslage verhält. Konkret heisst dies, dass gewerbliche Fleischfachbetriebe Konjunkturausschläge jeweils nur in moderater Form mitvollziehen und in der Lage sind, auch in Krisenzeiten stabiles Wachstum zu erzielen.

Diese Erkenntnis hat sich auch in der zurzeit herrschenden Corona-Pandemie bewahrheitet. Zahlreichen gewerblichen Fleischfachbetrieben gelang es in dieser herausfordernden Zeit, vor allem im Ladenverkauf zum Teil signifikante Umsatzsteigerungen zu erzielen, während sich die Situation in vielen Bereichen der Ausserhausverpflegung meist als nach wie vor dramatisch erweist. Damit bieten Betriebe der Fleischbranche gerade in der aktuellen aussergewöhnlichen Zeit auch einen sicheren Hafen für durch die Pandemiesituation bedrohte verwandte Berufe.

Allen Unkenrufen zum Trotz sind moderne Metzgereien ein Erfolgsmodell, auf das sich langfristig bauen lässt. Dies belegen zahlreiche Beispiele solcher Vorzeigebetriebe in allen Landes­teilen sowie der allen Unkenrufen zum Trotz stabile Verlauf der Konsumzahlen der letzten Jahre. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Betriebe eng an ihrem Kundenumfeld und den regionalen Gegebenheiten orientieren und kompromisslos auf Qualität und Kundendienst setzen.

Das Angebot und das Sortiment von Fleischfachbetrieben und damit die Berufsbilder haben sich in den letzten Jahrzehnten jedoch stark verändert. Aus den Metzgereien „alter Schule“ sind Feinkostgeschäfte mit einem breiten massgeschneiderten und vor allem regionalen Spezialitätensortiment, Selbstverpflegungstheken, innovativen Zusatzleistungen und einem Angebot an vielseitigen Verpflegungsmöglichkeiten ausserhalb der eigenen vier Wände geworden. Entsprechend wurden auch die Berufsprofile an diese veränderten Anforderungen angepasst. Dieser wesentliche Wandel in der Branche wurde bis anhin von der Öffentlichkeit kaum bewusst wahrgenommen.



Verändertes Beschäftigungsprofil für Fleischfachleute: kulinarische Kompetenz an der Verkaufstheke und in der Ausserhausverpflegung sind gefragt


Solche zeitgemässe Betriebe werden zunehmend von Berufsleuten geführt, die einerseits eine Ausbildung als Fleischfachleute und andererseits eine abgeschlossene Ausbildung beispiels­weise als Koch aufweisen können. Diese Zusatzausbildung kann in einem abgekürzten Ver­fahren absolviert werden, da es sich um einen verwandten Beruf handelt. Die geschilderte Strukturveränderung hat sich aber auch im Beschäftigungsprofil der Betriebe ausgewirkt.

Fleischfachbetriebe und Fleischproduzenten beschäftigen und suchen in zunehmendem Masse auch gelernte Köche, Lebensmitteltechnologen und Personen aus weiteren Lebensmittel-Berufen und können diesen gerade in der aktuellen Zeit zumindest vorübergehend eine sichere Beschäftigung mit einem direkten Bezug zu ihrer eigentlichen Berufsausbildung bieten. Kunden/innen suchen in vermehrtem Masse fachliche Beratung bezüglich Zubereitung, Herkunft und Zusammensetzung der von ihnen nachgefragten Lebensmittel. Nur wer solches bieten kann, hat in der hart umkämpften Detailhandelslandschaft überhaupt eine Chance und kann die sich bietenden Potenziale auch wirklich nutzen.

Aus diesem Grund eignen sich gelernte und erfahrene Fachkräfte aus anderen Lebensmittel­berufen hervorragend für Tätigkeiten an der Front mit engem Kundenkontakt, im Verkauf und der Beratung oder in der Ausserhausverpflegung. Gewerbliche Fleischfachbetriebe, deren Belegschaft beispielsweise bis zu 20 Prozent aus ausgebildeten Köchen besteht, sind heute keine Seltenheit mehr.


Grosses Angebot und Potenzial auch für Fleischfach-Lernende


Gross sind die angebotenen Möglichkeiten nicht nur für Berufsumsteiger, sondern auch bekanntermassen für Lehrstellensuchende. Ihnen bietet die Fleischbranche ein breites Portfolio an krisensicheren Ausbildungsmöglichkeiten mit interessanten Karrieremöglichkeiten an, die bis hin zur Berufsmittelschule, Fachhochschulstudium, Betriebs- und Konzernleiter reichen können.

Gemäss Philipp Sax, Leiter Bildung und stellvertretender Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbandes SFF, gelingt es zurzeit jedoch nur, pro Jahr rund 250 der potenziell 400 Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern/-innen zu besetzen. Auch in diesem Bereich bieten sich also bezüglich Berufswahl mit sicherer Zukunft noch grosse, ungenutzte Möglichkeiten. (SFF)
(gb)

Ecke für Profis – die neuesten Beiträge
15.01.2022
d.BÄCKEREI: Getreideproduzenten wollen von Brotverteuerung profitieren
07.01.2022
d.GASTRONOMIE: Fleisch garen ohne Auftauen?
31.12.2021
dDETAILHANDEL: Handy wird Shopping-Assistent
24.12.2021
d.METZGEREI: Konsistenz der Gänseleber-Pastete wird erforscht
17.12.2021
d.DETAILHANDEL: Corona fördert nachhaltigen Konsum
10.12.2021d.METZGEREI: Über die Hälfte von Frischfleisch via Aktionen verkauft
26.11.2021d.ERNÄHRUNG: Vitamin B12-Mangel wird leicht übersehen
12.11.2021dDETAILHANDEL: Studie zur besseren Biowein-Vermarktung
29.10.2021d.METZGEREI: Würzmischungen selber entwickeln
29.10.2021dLANDWIRTSCHAFT: Gentechnik versus Pestizide
22.10.2021d.GASTRONOMIE: Hygieneregeln für risikoarmes Warmhalten
15.10.2021d.TECHNOLOGIE: Moderne Fülltechnologien
08.10.2021d.BÄCKEREI: Der richtige Backofentyp
02.10.2021dLANDWIRTSCHAFT: Vorteile und Zielkonflikte im Bioackerbau
24.09.2021d.DETAILHANDEL: Nachhaltig wenn der Preis stimmt
17.09.2021d.METZGEREI: Neuer Verband «Swiss Protein Association» gegründet
10.09.2021d.BÄCKEREI: Schweizer Brot neu mit Schweiz-Label
03.09.2021dMOLKEREI: Neues Kompetenzzentrum für Rohmilchprodukte
27.08.2021d.GASTRONOMIE: Gastgewerbe warnt vor Covid-Zertifikatspflicht
20.08.2021d.METZGEREI: Bell mit gutem Ergebnis
13.08.2021dMETZGEREI: Flüssigrauch – eine Alternative?
06.08.2021d.TECHNOLOGIE: Längere Frische bei Fleisch dank Superchilling
30.07.2021d.MOLKEREI: Lindikäse, neuer Schweizer Käse mit Balkan-Wurzeln
23.07.2021d.ERNÄHRUNG: Omega-3-Fettsäuren gegen Kopfweh?
16.07.2021d.GASTRONOMIE: Schweizer Weine gewinnen Marktanteile
09.07.2021d.METZGEREI: Mehr Transparenz bei Schlachtbetrieben
02.07.2021d.TECHNOLOGIE: Nassextrusion für vegane Fleischersatz-produkte
25.06.2021d.ERNÄHRUNG: Übergewicht und Fettleber wegen Zucker-Überkonsum
18.06.2021d.Bäckerei: Plädoyer für modernen Brotweizen
11.06.2021d.MOLKEREI: Bitterstoffe in fermentierten Milchprodukten reduzieren
Ecke für Profis
15.01.2022
.BÄCKEREI: Getreideproduzenten wollen von Brotverteuerung profitieren

Hohe Energie- und Rohstoffpreise verteuern aktuell Backwaren. Laut den Getreide-Produzenten hat die Getreideproduktion davon allerdings noch nichts gespürt und verlangt nun einen Anteil am Kuchen.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland