Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Montag, 8. Dezember 2025
News, Tipps, …
Druckansicht 14.06.2023
WISSEN: Wie wirken Emulgatoren?

Bei Emulgatoren handelt es sich um Lebensmittelzusatzstoffe, die als Stabilisatoren für Emulsionen fungieren. Es sind Lebensmittelzusatzstoffe, die zur Vermischung von zwei normalerweise nicht miteinander mischbaren Substanzen (z. B. Öl und Wasser) verwendet werden. Emulgatoren haben ein hydrophiles („wasserliebendes“) und ein hydrophobes („ölliebendes“) Ende. Wenn sie einer nicht mischbaren Flüssigkeit zugesetzt werden, positionieren sich die Emulgatormoleküle entlang der sogenannten Grenzschicht, an der sich das Öl vom Wasser trennt. Der Emulgator positioniert sich dabei so, dass sein hydrophiles Ende der Wasserphase und sein hydrophobes Ende der Ölphase zugewandt ist, wodurch Wasser und Öl fein miteinander vermischt werden können. Auf diese Weise erzeugt der Emulgator eine stabile, homogene und glatte Emulsion.

Emulgatoren spielen bei der Herstellung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle, da sie deren Aussehen, Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit verbessern. Ohne den Zusatz eines Emulgators hätten viele der Lebensmittel, die wir heutzutage konsumieren, wie Margarine, Mayonnaise, cremige Sossen, Süssigkeiten, verpackte Fertigprodukte, Süsswaren und diverse Backwaren, nicht die gleichen Eigenschaften.

Bei den derzeit in der Lebensmittelproduktion verwendeten Emulgatoren handelt es sich entweder um aufbereitete Naturprodukte (sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs) oder um synthetische Chemikalien, die eine sehr ähnliche Struktur wie die natürlichen Produkte aufweisen. So wird zum Beispiel der Emulgator Lecithin (E322), der häufig in Schokoladenprodukten verwendet wird, aus Sojabohnen (Öl), Eiern, Tierlebern, Erdnüssen und Weizenkeimen gewonnen. Pektin (E440), ebenfalls ein weit verbreiteter Emulgator, kommt auch auf natürliche Weise in Früchten wie Äpfeln und Birnen vor.

Beispiele von Anwendungen von Emulgatoren in Lebensmitteln

Speiseeis
Speiseeis ist eines der komplexesten Lebensmittel, mit denen wir es zu tun haben. Es enthält Eiskristalle, Luft, Fettpartikel sowie eine nicht gefrorene wässrige Mischung. Während des Gefrierprozesses werden Emulgatoren hinzugefügt, um eine glattere Konsistenz zu erzielen und sicherzustellen, dass das Eis nach dem Servieren nicht zu schnell schmilzt. Ausserdem verbessern sie die Gefrier-Tau-Stabilität. Bei der Herstellung von Speiseeis werden üblicherweise Mono- und Diglyceride von Fettsäuren (E471), Lecithin (E322) und Polysorbate (E432, E436) verwendet. Dies gilt auch für andere Desserts wie Sorbets, Milchshakes, gefrorenes Mousse und gefrorenen Joghurt.

Margarine
Emulgatoren verleihen der Margarine die erforderliche Stabilität, Konsistenz und den Geschmack. Um sicherzustellen, dass die Wassertröpfchen fein in der Ölphase verteilt sind, kommen häufig Mono- und Diglyceride von Fettsäuren (E471) oder Lecithin (E322) zum Einsatz. Citronensäureester von Mono- und Diglyceriden verhindern, dass die Margarine spritzt, während Polyglycerineste (E477) und Milchsäureester für eine gute Qualität der beispielsweise zum Backen von Kuchen verwendeten Margarine sorgen.

Schokolade
Sämtliche Schokoladenprodukte enthalten 0,5 % Lecithin (E322) oder Ammoniumphosphatid (E442). Emulgatoren werden der Schokolade beigefügt, um ihr die richtige Konsistenz zu verleihen. So kann Schokolade zu Tafeln, Schokoriegeln usw. geformt werden. Wenn Schokolade bei zu hohen Temperaturen gelagert wird, können an der Oberfläche graue oder weisse Flecken entstehen. Dies wird als „blühen“ bezeichnet und macht das Produkt für Verbraucher unattraktiv. Sorbitantristearat (E 492) kann diesen Vorgang aufhalten.

Rechtsvorschriften

Wie alle anderen Lebensmittelzusatzstoffe unterliegen auch Emulgatoren strengen EU-Vorschriften, die ihre Sicherheitsbewertung, Zulassung, Verwendung und Kennzeichnung regeln. Diese Vorschriften schreiben vor, dass sämtliche zugesetzten Emulgatoren – wie alle anderen Lebensmittelzusatzstoffe auch – entweder mit ihrem Namen oder der entsprechenden E-Nummer auf den Etiketten der Produkte angegeben werden müssen, in denen sie verwendet werden. Zusätzlich muss ihre jeweilige Funktion angegeben werden (z. B. „Emulgator: E466“ oder „Emulgator: Carboxymethylcellulose“). (Eufic)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
03.12.2025
dKOMMENTAR: Hochverarbeitete Produkte vs. Unausgewogene Ernährung
30.11.2025
dSAISON: Schwarzwurzel, eine Winterrarität
28.11.2025
dTREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu
25.11.2025
dNEWS: Tasse Kaffee wird nochmals teurer
20.11.2025
dNEWS: Markus Roten ist «Metzger des Jahres 2025»
18.11.2025 dTIPP: Halbdörrfrüchte als natürliches Süssungsmittel
16.11.2025 dWISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen
14.11.2025 d NEWS: Schweiz triumphiert an World Cheese Awards
12.11.2025 dNEWS: Barry Callebaut setzt auf kakaofreie Schokolade
07.11.2025 dSAISON: Kardy – Gemüse-Geheimtipp aus der Westschweiz
04.11.2025 dTIPP: Igeho-Messe 15.-19.11.2025 in Basel
03.11.2025 dFORSCHUNG: Herkunft kann über Umweltfreundlichkeit täuschen
29.10.2025 dWISSEN: Hafer ist glutenhaltig – oder doch nicht?
27.10.2025 dKOMMENTAR: Warum Schweizer Brot?
24.10.2025 dWISSEN: Gesunde Baumnuss
23.10.2025 dNEWS: Nationalratskommission lehnt die Ernährungsinitiative ab
22.10.2025 d KOMMENTAR: Welchen Wert hat unser tägliches Brot?
21.10.2025 dNEWS: Der «ausgewogene Teller» für gesunde Ernährung
19.10.2025 dTIPP: Bittere Kürbisse und Zucchetti nicht essen
12.10.2025 dKOMMENTAR: Wie gesund sind Alternativen zu tierischen Lebensmitteln?
10.10.2025 dSAISON: Wildobst Kornelkirsche
09.10.2025 dTIPP: Zürcher Brotfest 25.10.2025
06.10.2025 dTIPP: Süsskartoffel vielseitig garen oder roh essen
05.10.2025 dNEWS: prämierte Neuheiten und Trends der Anuga 2025
03.10.2025 dSAISON: Hagebutte richtig verarbeiten
02.10.2025 dTIPP: OLMA Messe St.Gallen 9.-19. Okt 2025
01.10.2025 dNEWS: Heute ist Internationaler Tag des Kaffees
27.09.2025 dNEWS: Heute ist Tag der Pilze
26.09.2025 dTIPP: Esskastanien für die Herbstküche
25.09.2025 dWISSEN: Allergierisiken durch Lupinensamen
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland