Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Samstag, 16. Mai 2026
News, Tipps, …
Druckansicht 18.06.2024
FORSCHUNG: Mann-Frau-Unterschiede beim Fleischkonsum

In wohlhabenden Ländern, in denen die Gleichberechtigung der Geschlechter ausgeprägter ist, unterscheidet sich der Fleischkonsum von Männern und Frauen besonders stark. Dies zeigt eine neue Studie zum Konsumverhalten von über 20’000 Personen aus 23 Ländern. Die Ergebnisse können helfen, Strategien für die Einführung von Laborfleisch und pflanzlichen Alternativen zum traditionellen Fleischkonsum zu entwickeln.

In der Tendenz essen Männer mehr Fleisch als Frauen, und Menschen in wohlhabenderen Ländern mehr Fleisch als Menschen in ärmeren Ländern. Paradoxerweise sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Fleischkonsum in Ländern mit einem höheren Grad an Gleichberechtigung und sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung aber grösser, wie eine Studie unter der Leitung der Universität Zürich (UZH) zeigt. Die Forschenden vermuten, dass dies daran liegen könnte, dass die Menschen in diesen Ländern mehr Möglichkeiten haben, ihre Nahrungspräferenzen zum Ausdruck zu bringen.

Christopher Hopwood, Professor für Psychologie an der Universität Zürich, und sein Team untersuchten die Unterschiede beim Fleischkonsum von Männern und Frauen. Dabei berücksichtigten sie Länder mit unterschiedlichem sozioökonomischem Entwicklungsstand – gemessen an Lebenserwartung, Schulbildung und Bruttonationaleinkommen – und unterschiedlich ausgeprägter Gleichstellung der Geschlechter – gemessen an wirtschaftlicher Teilhabe, Bildungsniveau, politischer Partizipation, Gesundheit und Lebenserwartung. Sie analysierten Umfragedaten aus dem Jahr 2021 von 20’802 Personen aus 23 Ländern in Nord- und Südamerika, Europa und Asien. Die Teilnehmenden gaben ihr Geschlecht und die Häufigkeit ihres Fleischkonsums an.

«Mit Ausnahme von China, Indien und Indonesien tendierten Männer dazu, mehr Fleisch zu essen als Frauen», sagt Hauptautor Christopher Hopwood. «Die Geschlechterunterschiede im Fleischkonsum waren in Ländern mit einem höheren Grad an Gleichberechtigung und sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung tendenziell grösser, wobei wir die grössten Unterschiede in Deutschland, Argentinien, Polen und Grossbritannien beobachteten.»

Anreize für pflanzliche Alternativen

«Ein höheres Mass an Geschlechtergleichstellung und sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung gibt Frauen möglicherweise mehr Freiheit, sich bewusst für einen geringeren Fleischkonsum zu entscheiden, und ermöglicht es Männern umgekehrt, häufiger Fleisch zu kaufen und zu essen», so Hopwood.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es für eine Senkung des weltweiten Fleischkonsums unterschiedlicher und auf die jeweiligen Kontexte angepasster Strategien bedarf. In wirtschaftsstarken Ländern ist es laut den Forschenden möglicherweise sinnvoll, den Verbrauchern mehr Möglichkeiten zu bieten, pflanzliche Alternativen oder kultiviertes (im Labor gezüchtetes) Fleisch zu konsumieren. In weniger entwickelten Ländern könnte es hingegen effektiver sein, Anreize für die Produktion von pflanzlichen Alternativen oder kultiviertem Fleisch zu schaffen. (Universität Zürich)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
15.05.2026
dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026
dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026
d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026
dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026
dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026 d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026 dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026 dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026 dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
01.04.2026 dKEIN APRILSCHERZ: Roboter erntet Spargeln (nur reife natürlich)
29.03.2026 dNEWS: Weniger Schweizer Zucker- und Dauerbackwaren verkauft im 2025
24.03.2026 dNEWS: Migros mit deutlich mehr Gewinn im 2025
21.03.2026 dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade verkauft im 2025
19.03.2026 dKOMMENTAR: Schweizer Lebensmittel-Pyramide am Pranger
18.03.2026 dKOMMENTAR: Steuer auf mehrere Risikostoffe statt reine Zuckersteuer
16.03.2026 dWISSEN: Intervallfasten nützt nicht mehr als andere Diäten
11.03.2026 dTREND: vielseitige Süsskartoffel legt stetig zu
05.03.2026 d FORSCHUNG: höherer Kaffeekonsum senkt Demenzrisikio
03.03.2026 dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026 dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026 d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026 dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026 dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026 dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026 dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026 dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
06.02.2026 dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026 dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026 dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026 dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland