Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Dienstag, 23. Juli 2024
Tipp
24.06.2024
KI-Einsatz in der Metzgerei

Effizient, zuverlässig, lernfähig: Chancen künstlicher Intelligenz sind Thema bei der Metzgereimesse SÜFFA 28.-30.9.2024
News, Tipps, …
Druckansicht 11.06.2024
FORSCHUNG: Bei Zöliakie macht Gluten den Darm zu durchlässig

Von „Das bisschen Gluten im Essen kann doch nicht schaden“ bis „Gluten ist die Ursache für viele Krankheiten“ finden sich viele, oft falsche Aussagen in den Medien und sozialen Netzwerken. Aber was stimmt? Tatsächlich müssen nur Zöliakie-Betroffene komplett auf Gluten verzichten, da es sonst zu gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen kommt. Es ist wichtig, über Gluten aufzuklären und ein besseres Bewusstsein für die Erkrankung Zöliakie zu schaffen.

Die Universität Bielefeld fand anhand einer aktuellen Studie heraus, dass ein Enzym bei Zöliakie nicht verdaute Glutenrestbestandteile im Dünndarm so umbaut, dass diese die Darmschleimhaut direkt schädigen. Der Darm wird so durchlässiger und dadurch gelangen Bakterien oder andere Schadstoffe schneller in den Blutkreislauf. Das fördert wiederum Entzündungsreaktionen ebenso wie das Gluten selbst. Damit haben die Forschenden nachgewiesen, dass Gluten bei Zöliakie-Betroffenen ein sogenanntes Leaky-Gut-Syndrom auslöst. Diese Form des „durchlässigen Darms“ ist in der Medizin bekannt und auch für zahlreiche andere Krankheitsbilder verantwortlich. Diese Erkenntnis hilft den Forschenden, die Prozesse bei Zöliakie durch den Auslöser Gluten im Körper nachzuvollziehen.

Gluten ist aber für Gesunde völlig unproblematisch und darauf zu verzichten, nicht zu empfehlen. Fertige, glutenfreie Brote enthalten beispielsweise im Vergleich zu glutenhaltigen Varianten meist mehr Kalorien durch höhere Fett- und Zuckergehalte. Zudem sind sie teurer. Für Zöliakiepatienten und -patientinnen bieten sie allerdings Normalität und erleichtern den Alltag. Mit dem anerkannten Siegel der durchgestrichenen Ähre ausgestattet, wird die Glutenfreiheit unter 20 ppm (20 mg pro kg) garantiert und das entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Aber auch hier gilt: Eine ausgewogene und gesunde Ernährung basiert auf möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln, unabhängig davon, ob man glutenhaltig oder glutenfrei isst.

Laut Information der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft ist ein Prozent der deutschen Bevölkerung an Zöliakie erkrankt. Die Dunkelziffer ist allerdings höher. Das Klebereiweiss Gluten befindet sich im Korn vieler Getreidesorten wie Weizen oder Dinkel und sorgt bei den Betroffenen für vielfältige Beschwerden: angefangen bei Erbrechen und Durchfall bis zu untypischen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Blutarmut. Einzige Therapiemöglichkeit ist die lebenslange, glutenfreie Ernährung.

Anders als bei einer Glutenunverträglichkeit, lösen schon kleinste Mengen Gluten eine Autoimmunreaktion aus und sollten daher vermieden werden. Der Körper bildet Antikörper, da er fälschlicherweise von einem Fremdstoff ausgeht und in Alarmbereitschaft ist. Dies führt zu chronischen Darmentzündungen, wobei sich die Darmzotten zurückbilden und die Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr so gut aufgenommen werden. Bereits ein Achtel Gramm Weizenmehl reicht aus, um die Reaktion auszulösen. Also ist sogar Küchenhygiene enorm wichtig. (BZfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
23.07.2024
dTIPPS: Grillieren ohne Gesundheitsrisiko
22.07.2024
dFORSCHUNG: Umdenken beim Fleischkonsum findet statt aber langsam
21.07.2024
dTREND: Zwei aktuelle Foodtrends in der Gastronomie
18.07.2024
dWISSEN: Peperoni - je reifer desto gesünder
16.07.2024
dKOMMENTAR: Detailhandel fürchtet Deklarationswahn mit «Transparenzpaket»
15.07.2024 dFORSCHUNG: Ratlosigkeit herrscht was Food Waste ist
14.07.2024 dTIPP: Grillschalen verwenden aber Alu-freie
11.07.2024 dKOMMENTAR: Viel Zucker schädigt die Hirngesundheit
09.07.2024 dTREND: Was und wie wir in Zukunft essen werden
08.07.2024 dTIPP: Holzkohle- oder Gasgrill - Qual der Wahl
07.07.2024 dFORSCHUNG: Gesundsheitsrisiken bei viel Chilischärfe
04.07.2024 dKOMMENTAR: Ist Reis noch zukunftsfähig trotz Klimaänderung?
02.07.2024 dTIPPS: Gemüse, Mais, Obst und Käse grillieren
01.07.2024 dSAISON: Die unterschätzte Fenchelknolle entdecken
30.06.2024 dFORSCHUNG: Pflanzendrink ist nicht gleich Pflanzendrink
27.06.2024 dNEWS: Die offiziell besten Cervelas prämiert
25.06.2024 dNEWS: Coop verkauft neu gefrostete ablaufende Fleischprodukte
23.06.2024 dTIPP: Nussig-bitterer Rucola bringt Charakter auf den Teller
21.06.2024 dNEWS: die offiziell besten Bioprodukte 2024
18.06.2024 dFORSCHUNG: Mann-Frau-Unterschiede beim Fleischkonsum
17.06.2024 dTIPP: Erdbeeren zu pikanten Produkten verarbeiten
16.06.2024 dKOMMENTAR: Influencer werben für ungeeignete Kinderlebensmittel
13.06.2024 dTIPP: Spargeln und Rhabarber vor Saisonende einfrieren
11.06.2024 dFORSCHUNG: Bei Zöliakie macht Gluten den Darm zu durchlässig
10.06.2024 dWISSEN: Wie ungesund sind Nitrate wirklich?
09.06.2024 dFORSCHUNG: gesündere, nachhaltigere Schokolade entwickelt
06.06.2024 dNEWS: Bäckerkrone 2024 geht an «Piraten-Bäckerei»
04.06.2024 dTIPP: Wasserglacé, Sorbet, Frozen Joghurt - do it yourself
03.06.2024 dTREND: Konsum von Schweine-Frischfleisch geht zurück
02.06.2024 dTIPP: Auberginen mit Schale aber nicht roh essen
Ecke für Profis
19.07.2024
.ERNÄHRUNG: Hochwertige Pflanzenöle gesünder als tierische Fette

Die Umstellung von viel gesättigten tierischen Fetten zu viel pflanzlichen ungesättigten Fetten wie bei der mediterranen Kost beeinflusst die Fettzusammensetzung im Blut.
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland