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.ERNÄHRUNG: Nahrungsmittelbilanz 2023 und -Trend für die Schweiz
Das Schweizer Ernährungsbulletin 2023 gibt einen Überblick zum Verzehr und dessen Entwicklung in den vergangenen 8 Jahren. Status und Trends für Lebensmittel in Gramm pro Tag und Person mit Kommentaren.

Milch und Milchprodukte ist die bedeutendste Lebensmittelgruppe, was die verzehrte Menge betrifft: 543 g pro Tag und Person. Wie bereits erwähnt wurde der Kon sum aller Lebensmittel, die zu dieser Gruppe gehören, in Vollmilchäquivalente umgerechnet. Käse ist die grösste Kategorie mit einem angenäherten Verzehr von 242 g pro Tag und Person, gefolgt von Konsummilch mit 139 g pro Tag und Person. Ausserdem wurden die Anteile der Milch berechnet, die zur Verarbeitung zu Milchprodukten (inkl. Konsummilch) bestimmt sind. Käse macht fast die Hälfte der verzehrten Milchprodukte aus (45 %). 26 % der konsumierten Vollmilch ist Konsummilch, gefolgt von Halbhartkäse (18 %) und Rahm (16 %).

Gemüse:
Der angenäherte Verzehr von Gemüse liegt bei 217 g pro Tag und Person. Die Gruppe Gemüse umfasst mehrere Untergruppen. Mit 81 g pro Tag und Person ist Fruchtgemüse (Tomaten, Auberginen, Gurken usw.) die Untergruppe mit dem höchsten angenäherten Verzehr. Die drei am häufigsten verzehrten Gemüse über alle Untergruppen hinweg sind Tomaten (51 g/Tag/Person), Karotten (20 g/Tag/Person) und Zwiebeln (18 g/Tag/ Person).

Früchte:
Mit 201 g pro Tag und Person liegt der angenäherte Verzehr von Früchten etwas unter dem Verzehr von Gemüse. Die beliebtesten Früchte sind Äpfel (37 g/Tag/Person), Bananen (20 g/Tag/Person), Orangen und exotische Früchte (16 g/Tag/Person). Fruchtsäfte wurden von dieser Gruppe getrennt betrachtet. Der angenäherte Verzehr beträgt rund 58 g pro Tag und Person. Orangen- und Apfelsaft machen 60 % bzw. 22 % des gesamten Fruchtsaftverzehrs aus.

Getreide:
Der angenäherte Verzehr von Getreide liegt bei etwa 180 g pro Tag und Person. In dieser Gruppe liegen die Lebensmittel in Form von Mehl (bei den meisten Getreidearten), Körnern (bei Reis) oder in unverarbeitetem Zustand vor. Aus diesem Grund ist es äusserst schwierig, den angenäherten Verzehr mit dem üblichen Konsum von Lebensmitteln auf Getreidebasis (gekochte Teigwaren, Brot, gekochter Reis) zu vergleichen. Mit einem Anteil von 65 % wird Weichweizen weitaus am häufigsten verzehrt, gefolgt von Hartweizen und Reis (16 % bzw. 10 %).

Fleisch und Fisch:
Pro Tag und Person werden 130 g Fleisch verzehrt. Am beliebtesten sind Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch (ca. 60, 30 bzw. 28 g/Tag/Person). Der angenäherte Verzehr von Fisch liegt bei 21 g pro Tag und Person.

Kartoffeln und sonstige Wurzeln und Knollen:
In dieser Gruppe sticht ein Lebensmittel hervor: Kartoffeln mit einem angenäherten Verzehr von 94 g pro Tag und Person.

Tierische und pflanzliche Fette und pflanzliche Öle:
Rapsöl und Sonnenblumenöl sind die am häufigsten verzehrten Öle (13 bzw. 14 g/Tag/Person) in der Gruppe der pflanzlichen Fette und Öle, deren angenäherter Verzehr bei 46 g pro Tag und Person liegt. Es werden damit drei Mal so viel pflanzliche Fette und Öle verzehrt wie Butter (15 g/Tag/Person), die zur Gruppe der tierischen Fette gehört.

Nüsse und Ölfrüchte:
Der angenäherte Verzehr von Nüssen liegt bei 12 g pro Tag und Person. An dieser Gruppe haben Mandeln und Haselnüsse einen Anteil von 26 % bzw. 24 % (3,0 bzw. 2,8 g/Tag/Person). Bei den Ölfrüchten (8,8 g/Tag/ Person) sind Erdnüsse und Oliven am beliebtesten. Hülsenfrüchte (Trockengewicht) Der angenäherte Verzehr liegt bei 3,5 g pro Tag und Person.

Entwicklung des angenäherten Verzehrs

Die Entwicklung des angenäherten Verzehrs von Lebensmitteln der Gruppe Milch und Milchprodukte zeigt einen Rückgang um 3,2 %. Der Verzehr von Konsummilch ging um mehr als 9 % zurück. Im Gegensatz dazu stieg der Verzehr von Frischmilchprodukten um 15 %.

Der Verzehr von Gemüse verringerte sich ebenfalls leicht (-2,7 %). Dabei sank in dieser Gruppe der Verzehr der Untergruppe «Salatartiges Blattgemüse» mit rund 14 % am deutlichsten. Beim Vergleich der beiden Zeiträume ist festzustellen, dass der Verzehr von Früchten stabil blieb. Bei einigen Früchten ist der Verzehr jedoch sprunghaft gestiegen: bei Avocado, Heidelbeeren und Himbeeren (+49 %, +48 % bzw. +23 %). Der angenäherte Verzehr von Fruchtsäften sank um 6,9 %.

Auch der angenäherte Verzehr von Getreide ging zurück, und zwar um 4,2 %, wobei jedoch der Verzehr von Dinkel zulegte (+14 %).

Ein rückläufiger Trend war auch beim angenäherten Verzehr von Fleisch festzustellen (-5,9 %). Wenn auch die Jahre 2016/2017 und 2018/2019 berücksichtigt werden, lässt sich feststellen, dass der Rückgang linear verläuft. Schweine-, Kalb- und Pferdefleisch sind am stärksten vom Rückgang betroffen (ca. -8,0 %, -13 % bzw. -26 %).

Der Verzehr von Eiern stieg innerhalb der 8 Jahre leicht an von 28 auf 29 g pro Tag und Person (+3,0 %). Im Vergleich zu 2014/2015 ging der Verzehr von Fisch leicht zurück (-2,1 %).

Im achtjährigen Beobachtungszeitraum blieb der angenäherte Verzehr von Kartoffeln und sonstigen Wurzeln und Knollen fast unverändert (-2,0 %). Im Gegensatz dazu ist der Verzehr von Süsskartoffeln in diesen acht Jahren um fast 120 % in die Höhe geschnellt.

Der Konsum von Zucker (Saccharose) hat sich im betrachteten achtjährigen Zeitraum um 8,8 % verringert. Dieser Rückgang setzte bereits 2007 ein. Zwischen 2007 und 2021 sank der Konsum von Zucker um 25 %.

Getrocknete Hülsenfrüchte war die Lebensmittelgruppe mit dem deutlichsten Anstieg des angenäherten Verzehrs (+22 %, d. h. von 2,9 g/ Tag/Person im Jahr 2014/2015 auf 3,5 g/Tag/Person im Jahr 2020/2021), die verzehrten Mengen waren allerdings immer noch gering. Zu den Hülsenfrüchten gehören Erbsen, Kichererbsen oder Linsen

Entwicklung des Verzehrs und Kommentar

Der angenäherte Verzehr von Konsummilch geht weiterhin zurück. Dieser Abwärtstrend wurde bereits in einem früheren Artikel des Ernährungsbulletins für den dort untersuchten Zeitraum festgestellt. Im Jahr 2007 betrug der Konsum mehr als 70 kg pro Person und Jahr. Derzeit liegt der jährliche Konsum bei etwa 50 kg pro Person und Jahr, was einem Rückgang um mehr als 30 % innert 15 Jahren entspricht. Es ist unklar, ob dieser Rückgang auf den Ersatz von Kuhmilch durch pflanzliche Getränke zurückzuführen ist. Diese Lebensmittel finden seit einigen Jahren in der Bevölkerung zunehmend Anklang. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind diese pflanzlichen Getränke kein Ersatz für Konsummilch. Deshalb ist es wichtig, dass die Versorgung mit Nährstoffen, die in Kuhmilch vorhanden sind, z. B. Protein, Jod oder Kalzium, mit anderen Lebensmitteln sichergestellt werden.

Abgesehen von pflanzlichen Getränken stieg auch der Konsum anderer Lebensmittel an. Dazu gehören Hülsenfrüchte (+22 %), Nüsse (+2,4 %) und Ölfrüchte (+5,9 %). Einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge dürfte sich diese Zunahme, die mit dem Trend hin zu einem gesünderen und umweltfreundlicheren Lebensstil verbunden ist, fortsetzen.

Der angenäherte Verzehr von Fleisch ging zwischen 2014/2015 und 2020/2021 um 5,9 % zurück. Da die Preise für Fleisch in den Nachbarländern niedriger sind als in der Schweiz, ist diese Lebensmittelgruppe stark vom Einkaufstourismus betroffen. Wegen der Schliessung der Grenzen aufgrund der Pandemie wäre eigentlich ein Anstieg des angenäherten Verzehrs von Fleisch zu erwarten gewesen. Stattdessen ging der Fleischkonsum tendenziell sogar leicht zurück (zwischen 2018/2019 und 2020/2021 um -1,5 %).

Während der Konsum von Geflügelfleisch in der EU und weltweit tendenziell steigt, bestätigen die Daten der FAO (Westeuropa) und von Agristat diesen Aufwärtstrend für den Zeitraum zwischen 2014/2015 und 2020/2021 nicht, auch wenn die nationale Produktion um 28 % gestiegen ist. Verschiedene Prognosen gehen allerdings von einem steigenden Konsum von Geflügelfleisch in den nächsten Jahren aus.

Erstaunlicherweise hat der Rückgang des Fleisch- und Milchkonsums keinen Einfluss auf das Verhältnis von tierischen zu pflanzlichen Proteinen (ca. 60:40), das gleich geblieben ist. Fleischersatzprodukte sind trotz ihres wachsenden Konsums immer noch ein Nischenmarkt, ebenso wie Hülsenfrüchte. Es wird interessant sein, in etwa zehn Jahren zu sehen, ob sich dieses Verhältnis geändert hat. Gemäss verschiedenen Prognosen könnte sich der Markt für Fleisch- und Milchersatzprodukte bis 2030 mehr als verfünffachen. Sowohl OECD als auch FAO prognostizieren für die nächsten Jahre einen tendenziell steigenden Konsum pflanzlicher Proteine.

Schlussfolgerung

Die Daten der Nahrungsmittelbilanz und die Daten des angenäherten Verzehrs ermöglichen einen Einblick in die Ernährungstrends der letzten acht Jahre. In diesem Zeitraum wurde ein Rückgang des Konsums von Fleisch und von Konsummilch beobachtet, ebenso wie ein Anstieg des Konsums von pflanzlichen Produkten, insbesondere Nischenprodukte wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Ölsaaten. Diese Entwicklung könnte auf eine Änderung bestimmter Essgewohnheiten hindeuten, die mit einem Trend hin zu einer vielfältigeren und gesundheitsbewussteren Ernährung verbunden sind. Für die nächsten Jahre ist die Frage interessant, ob sich dieser Trend fortsetzen wird. (Auszug aus dem Bericht des BLV)
(gb)

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