Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 14. August 2022
Tipp
08.07.2022
Messetipp: Südback 2022 mit Innovationen und Inspirationen

Bäckerei / Konditorei-Fachmesse erweitert Angebot um Themen der Glacéherstellung. 22.-25.10.2022 in Stuttgart
Ecke für Profis
Druckansicht01.08.2020
.Verpackung: Schutzfunktion von MAP bis Nanotech
Lebensmittelverpackungen haben eine Schutzfunktion und sind wichtig für das Hinauszögern des chemischen, physikalischen und biologischen Verderbs.


Selbst eine einfache Verpackung wie Glas, Metall, Kunststoff oder Papier kann die Haltbarkeitsdauer eines Produkts verlängern, die Qualität und Sicherheit verbessern, Foodwaste reduzieren und die Verfügbarkeit fördern.


Eine wichtige Aufgabe von Materialien für Lebensmittelverpackungen besteht darin, als physische Barriere zum Schutz des Inhalts gegen Mikroorganismen, Schädlinge und Geruchsannahme zu dienen. Sie verhindern Schäden durch mechanische Einwirkung, Vibration oder Erschütterungen und schützen vor möglichen Verschmutzungen oder Manipulation während Transport und Lagerung.

Ausserdem reagieren die meisten Lebensmittel auf Feuchtigkeit (z. B. werden Kekse weich oder Brot trocknet aus), so dass sie durch die entsprechende Verpackung geschützt werden müssen. Des Weiteren sind Sauerstoff und Licht an der Oxidation des Lebensmittels beteiligt, ein Prozess, der zu Geschmacksveränderungen, Verfärbungen bei Fleisch und einem Verlust des Vitamin-C-Gehalts bei Fruchtsaft führen.

Bei der MAP-Technik, dem Verpacken mit modifizierter Atmosphäre, wird die Luft in der Verpackung durch ein einziges Gas oder ein Gasgemisch ersetzt, das die Haltbarkeitsdauer dieser Lebensmittel verlängert. Beispielsweise lässt sich durch die Verringerung des Sauerstoffgehalts der Verpackung das Wachstum von Bakterien verlangsamen. Eine Kombination dieser Technik mit Verpackungsmaterialien, die den Gastransfer aus der Umgebungsluft begrenzen (z. B. um den Eintritt von Sauerstoff zu verhindern), und Lagerung bei niedrigen Temperaturen verhindert auch das Verderben und sorgt dafür, dass die Lebensmittel länger sicher sind.

Die Verpackung besteht häufig aus mehreren Schichten verschiedener Materialien, wobei jedes von ihnen eine nützliche Funktion hat. Beispielsweise lassen sich Behälter aus Pappe oder Karton zur Beibehaltung der Form mit einem harzbeschichteten Folienbeutel kombinieren, um das Produkt frisch zu halten, da er als eine Feuchtigkeits- oder Luftbarriere dient.

Lebensmittelverpackung und -technologie

In den letzten 50 Jahren wurden in diesem Bereich viele bedeutende bahnbrechende Technologien entwickelt, zum Beispiel: sterile (frei von Bakterien oder anderen Mikroorganismen) Verarbeitung und Verpackung, flexible und wiederverwendbare Behälter, Gasabsorber, mikrowellengeeignete Materialien, Originalitätsverschlüsse (man sieht wenn die Packung geöffnet wurde) und aktive, intelligente und recyclingfähige Verpackungssysteme. In diesem Zeitraum hat sich auch die Anzahl der Lebensmittelhersteller verringert, was zu längeren Lebensmittellieferketten führte, die sich oft über mehrere europäische Länder erstrecken. Dies bedingt insbesondere für frische und gekühlte Lebensmittel eine längere Haltbarkeitsdauer.

Ausserdem gewinnt die Verlängerung der Haltbarkeitsdauer von Lebensmittelprodukten immer mehr an Bedeutung und die Verringerung von Abfall hat in letzter Zeit zugenommen. Die Europäische Kommission hat als Ziel vorgegeben, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung um 50 % zu reduzieren und das Recycling auf 75 % der Verpackungen zu steigern. Nachhaltige Alternativen für petrochemische (Kunststoff) Verpackungen können zum Umweltschutz beitragen:

Materialien aus Nebenprodukten der Lebensmittelverarbeitung sind leicht recycelbar oder biologisch abbaubar und tragen zur Reduzierung von Abfall und Verpackungsmüll bei. Zu den jüngsten Erfindungen bei nachhaltigen Lebensmittelverpackungen zählen beispielsweise Kartons aus Kartoffeln und Molke, ein biologisch abbaubarer Ersatz für Styropor aus Pilzkulturen, und Flaschen auf Zuckerrohrbasis.

Es werden Zusatzstoffe für Verpackungen entwickelt, die die Kompostierdauer oder den biologischen Abbau von Verpackungsmaterialien steuern oder beschleunigen können. Essbare Beschichtungen und Überzüge (aus Inhaltsstoffen wie Kasein, Molke, Kollagen, Ei oder Mais), die sich direkt auf die Lebensmittelprodukte auftragen lassen, um Verpackung einzusparen, werden ebenfalls entwickelt. Auf lange Sicht dürften die nachhaltigen Verpackungsmaterialien die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Verpackungshersteller und des Agrar- und Nahrungsmittelsektors steigern.

Nanotechnologie wird ebenfalls als ein wichtiger Bereich der Entwicklung von innovativen Lebensmittelverpackungen erachtet. Diese angewandte Wissenschaft beinhaltet die Kontrolle von Materie im Atombereich, wobei Nanopartikel in der Regel eine durchschnittliche Grösse von 100 Nanometer oder weniger aufweisen. Diese neuen Materialien haben einzigartige physikalische und chemische Eigenschaften wie grössere Belastbarkeit, geringeres Gewicht, antimikrobielle Eigenschaften oder gesteigerte Beständigkeit bei Hitze, Gasen, UV-Bestrahlung und Feuchtigkeit.

Zu den spannenden Forschungsbereichen zählen die Gestaltung von farbverändernden Nanosensoren zur sofortigen Aufdeckung von undichten Stellen bei vakuumverpackten oder mit Schutzgas verpackten Lebensmitteln, Temperaturschwankungen im Laufe der Zeit und mikrobiellem Wachstum (z. B. das Vorkommen und Wachstum von Bakterien, Viren oder Schimmelpilzen, die Lebensmittel verderben lassen). Ausserdem wurde eine aktive Verpackung entwickelt, die Konservierungsstoffe enthält, die nur dann kontrolliert abgegeben werden, wenn ein Lebensmittel zu verderben beginnt.

Es gibt auch immer mehr sogenannte intelligente Verpackungsmaterialien; sie können den Zustand des verpackten Lebensmittels überwachen und den Verbraucher oder die an der Lieferkette beteiligten Personen darüber informieren.

Beispielsweise können Indikatoren an der Verpackung die Farbe wechseln, um den Verbrauchern mitzuteilen, ob das Produkt über die kritische Temperatur erhitzt oder gekühlt wurde, was die Qualität oder Sicherheit des Produkts beeinträchtigen könnte (z. B. Einfrieren-Auftauen-erneutes Einfrieren).

Verordnung für Lebensmittelverpackungen

In der EU wird jedes Material als ein Lebensmittelkontaktmaterial definiert, das dafür vorgesehen ist, während Produktion, Transport, Lagerung oder Verbrauch von Lebensmitteln mit diesen in Kontakt zu kommen oder bei dem von einem Kontakt mit ihnen auszugehen ist, z. B. Verpackung, Besteck, Behälter, Maschinen etc. Die europäischen Verordnungen gewährleisten, dass die in der EU hergestellten und verwendeten Lebensmittelkontaktmaterialien für ihre vorgesehene Nutzung ungefährlich sind. Beispielsweise dürfen Verpackungsmaterialien, die die Lebensmittel umgeben, weder Zusammensetzung, Geschmack noch Geruch der Lebensmittel auf inakzeptable Weise beeinträchtigen.

Die Hersteller müssen auch dafür sorgen, dass Chemikalien und Partikel des Verpackungsmaterials nicht in das Lebensmittel gelangen und zu Gesundheitsschäden führen. Darüber hinaus gibt es bestimmte Massnahmen (mit detaillierteren Beschränkungen), die bestimmte Materialien wie recycelte Kunststoffe, aktive und intelligente Lebensmittelkontaktmaterialien, regenierte Cellulose und Keramik regulieren. (eufic)
(gb)

Ecke für Profis – die neuesten Beiträge
11.08.2022
d.GASTRONOMIE: Veränderte Konsumgewohnheiten im 2022
05.08.2022
d.BÄCKEREI: Südback-Messe prämiert Innovationen
29.07.2022
d.METZGEREI: die richtigen Proteine geben Vegan-Würsten den Knack
22.07.2022
d.GASTRONOMIE: Eisgekühlter Kaffee - trendiges Sommergetränk
15.07.2022
d.LANDWIRTSCHAFT: Schweizer Erdbeeren schon im März und bis November
10.07.2022d.BÄCKEREI: Ohne Zucker, Transfett, Rahm und Eier
01.07.2022d.TECHNOLOGIE: Algen als ökologischer Rohstoff der Zukunft
24.06.2022d.METZGEREI: Gesundes vom Grill
18.06.2022d.ERNÄHRUNG: Katechine des Grüntees fördern oxidativen Stress
10.06.2022d.TECHNOLOGIE: Wie die ganze Kakaofrucht nutzen
04.06.2022d.MOLKEREI: Sind Ziegenmilchprodukte gesünder?
27.05.2022d.TECHNOLOGIE: Roboter-Megatrend in der Fleischindustrie
20.05.2022d.DETAILHANDEL: Schweizer Bier noch in der Aufholphase
13.05.2022d.VERPACKUNG: Zukunft ist umweltfreundlich, sicher und haltbar
06.05.2022d.METZGEREI: Metzgercenter-Neubau St.Gallen
29.04.2022d.MOLKEREI: Zuckerreduktion in Joghurt
22.04.2022d.ERNÄHRUNG: Gemüse-Abneigung liegt an individueller Bitter-Sensibilität
15.04.2022d.BÄCKEREI: Schweizer Dauerbackwaren-Markt wächst
08.04.2022d.CONFISERIE: Einbruch im Schweizer Süsswarenmarkt
02.04.2022d.CONFISERIE: Der Schweizer Schokolademarkt erholt sich
25.03.2022d.TECHNOLOGIE: Snack-Würzmischungen professionell entwickeln
18.03.2022d.CONFISERIE: Phospholipid-Zusatz statt Temperieren bei Schokolade
12.03.2022d.ERNÄHRUNG: Low-Carb ist nicht besser als ausgewogene Diät
04.03.2022d.DETAILHANDEL: Biotrend setzt sich fort
25.02.2022d.MOLKEREI: Ziegenfrischkäse mit Papayablatt-Extrakt statt Lab
18.02.2022d.TECHNOLOGIE: Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?
11.02.2022d.CONFISERIE: Top-Innovationen 2022 der Süsswarenmesse ISM
04.02.2022d.DETAILHANDEL: Bäuerliche Direktvermarktung: Hofläden boomen
29.01.2022d.METZGEREI: Who is Who bei den Fleischrindern
21.01.2022d.ERNÄHRUNG: Sind Stoffwechsel-Diäten seriös?
Ecke für Profis
11.08.2022
.GASTRONOMIE: Veränderte Konsumgewohnheiten im 2022

Corona hat die Konsumgewohnheiten der Gastronomiegäste beeinflusst. Gewinner waren Snacks und Fingerfood sowie Süssgetränke und Eistee. Verlierer waren Mineralwasser, Bier und Wein. Einige Details aus dem Gastrosuisse-Branchenspiegel 2022.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland