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Sonntag, 18. Januar 2026
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Druckansicht 07.03.2025
Zürcher Slowfoodmarkt 2025 im Rückblick
Handwerkliche Delikatessen aus natürlichen Zutaten dem Slowfood-Motto «gut, sauber, fair». Fotoreportage.


Vom 28.2. bis 2.3. 2025 hat in Zürich-Oerlikon wieder ein Slowfood-Markt stattgefunden. Nebst vielen Genusshandwerkern nahmen auch Schweizer Slow Food Presidi-Produzenten teil. Mit den Presidi unterstützt Slow Food vom Verschwinden bedrohte, hochwertige Lebensmittel.


Der SLOW FOOD MARKT ZÜRICH 2025 unter dem Patronat der Slow Food Convivia Zürich Stadt und Zürcher Oberland ist Geschichte. Vergangenes Wochenende zog die Publikumsveranstaltung mit rund 100 Ausstellenden auf über 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon rund 14'000 Besucherinnen und Besucher an. Die ausstellenden Slow Food-Produzentinnen und -Produzenten erfreuten sich an guten Verkäufen und vielen neuen Kontakten.


Die mehrfach prämierte Puschlaver Metzgerei Scalino offerierte das Slowfood-Presidioprodukt Furmagin da Cion, eine traditionelle Puschlaver Schweinefleischpastete mit Leber (Fleischkäse). Ferner Schweinsnierstück im Pfeffermantel, Bresoala, Salametti, Coppa, Pferde- und Hirschhobelfleisch.


Die vollen Hallengänge während den drei Markttagen sorgten bei den Organisatoren und Ausstellenden für gute Stimmung, wie der Projektverantwortliche Jean-Michel Leppa bestätigt: «Es freut uns sehr, konnten wir dem Thema Slow Food in all seinen Facetten eine solch tolle Plattform geben. Die äusserst positiven Rückmeldungen von den vielen Marktbesucherinnen und -besuchern sowie von den aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland angereisten Lebensmittelproduzentinnen und -produzenten sorgten für eine überaus gute Stimmung.»


Ultrafrische Premium-Teigwaren von Novena, handwerklich hergestellt im Goms. Natürliche Zutaten, gedünstet, angebraten oder eingekocht sowie Bergquellwasser verleihen den Füllungen Geschmack und Bekömmlichkeit. Nach Hausmacher Art in gewalztem Teig (James Bond hätte gesagt: gewalzt, nicht gepresst). Die Produkte sind Bio-zertifiziert sowie Berg- und Alp-zertifiziert. Inhaber und Firmen-Gründer Romand Bernegger – hier im Gespräch mit einer Kundin - beliefert täglich Delikatessenläden und Gourmettempel.


Die im vielfältigen Rahmenprogramm GOOD FOOD FORUM – nebst den Markt- Verkaufsständen – dargebotenen Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen rückten das Thema Slow Food (und den Genuss mit gutem Gewissen gegenüber der Natur und unserer Umwelt) in ein ebenfalls viel beachtetes Licht. Der Austausch zwischen den Beteiligten war an allen Markttagen intensiv.


Meier Beck: Bio-Knospen Nusstorte mit Bündner Baumnüssen von der mehrfach prämierten Münstertaler Traditions-Bäckerei in Santa Maria. Es ist die erste und einzige Bio-Knospe-Nusstorte mit Bündner Baumnüssen (sie werden in Malans angebaut). Auch die andern Zutaten stammen aus der Region. Neu ist eine handgemachte Biomüeslimischung.


Meistens waren die Inhaber und Macher der Aussteller persönlich am Stand. Zwischen den Lebensmittelspezialistinnen und -spezialisten knüpfte man neue Kontakte und manche Besuchende nahmen Denkanstösse zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln nach Hause.


Vegane Bio-Fleischalternativen der Berner Manufaktur Luya auf Basis von Okara (Soja) und Kichererbsen: Geschnetzeltes, panierte Nuggets und Burger. Luya verspricht viel Geschmack, saftige Textur und gute Proteinverfügbarkeit dank Fermentation.



Käserei Hüpfenboden aus Trubschachen: zwei Jahre gereifter Gotthelf-Emmentalerkäse, besonders mürb und mild, mit nur wenig Propionsäure.



Mürbteigtörtchen mit Posamenter-Dörrzwetschgen, ein Slowfood-Presidio-Produkt. Posamenterprodukte (auch Läckerli, Schnägge, Prune d'Or-Chutney) sind aus Früchten hergestellt, die von landschaftsprägenden Hochstammbäumen aus dem Tafeljura stammen. Sie fördern die nachhaltige Nutzung des Oberbaselbiets und werden unterstützt von Slow Food. Das Projekt wird von 20 Bauern und 11 Verarbeitern getragen. Die Zwetschgen werden von verschiedenen Bauern in den Dörfern im südöstlichen Teil des Kantons Baselland und im Fricktal nach den Richtlinien des Vereins Hochstamm Suisse angebaut.



Taucherli produziert in Adliswil handwerkliche Schokolade «bean to bar» - den ganzen Prozess von der Kakaobohne (von nur einer Kakaofarm) bis zur Tafel: rösten, walzen, conchieren – dies 120 Stunden in der Rundconche, eine rekordlange Veredlungszeit. Viele herkunftsreine Sorten. Besonderheit: Ghana-Schokolade mit 100% Kakao, ohne Zucker.




Die vegane Molkerei New Roots in Oberdiessbach BE stellt ökologische Käsealternativen aus Cashewnüssen, Lupinen oder Kichererbsen her: Weichkäse, Fondue, Raclette, Ricotta, Joghurt und Frischkäse. Der Weichkäse hat ein mildes Aroma und ist bezüglich Konsistenz und Aussehen sehr käseähnlich.

Bild: Mitbegründerin Alice Fauconnet mit Fertigfonduepackung.


Die internationale Slow Food-Bewegung wurde bereits im Jahr 1986 von Carlo Petrini ins Leben gerufen. 1993 nahm die Basisbewegung ihr Engagement auf dem Schweizer Parkett auf. Die Slow Food-Bewegung konnte innerhalb von drei Jahrzehnten schweizweit 3'300 Mitglieder Gewinnen und 20 Presidi-Projekte entwickeln. Von Slowfood anerkannte Produkte folgen dem Motto «gut, sauber, fair» d.h. handwerklich, naturrein, sozialverträglich – als Gegensatz zu Industrie- und Fastfood-Produkten.

Slow Food ist eine globale Basisbewegung mit zahlreichen Mitgliedern und Sympathisant*innen in 160 Ländern. Sie verbinden die Freude an guten Lebensmitteln mit dem Engagement für ihre Gemeinschaft und die Umwelt. Slow Food postuliert ein Recht auf gutes Essen für alle und fordert dazu auf, Verantwortung für das Erbgut der Biodiversität, der Kultur und des Wissens wahrzunehmen. In der Schweiz zählt Slow Food derzeit 3‘300 Mitglieder, welche in 19 Convivien (Regionalgruppen) aktiv sind.
(gb)

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