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Herzgesunde mediterrane Kost hilft auch bei Rheuma
Die Mittelmeerkost basiert auf der traditionellen Ernährung im Mittelmeerraum. Eine Studie bestätigt, dass Menschen, die sich mediterran ernähren, länger leben als andere Europäer. Diese Kretadiät kann auch Rheumatherapien unterstützen.



Die gesunde mediterranen Ernährung ist jede der Sechzigerjahre: gemüsereich, fleischarm mit wirkungsvollen Komponenten aber auch viel Sonne, Bewegung und wenig Psycho-Dauerstress.


Die mediterrane Ernährung folgt keinem speziellen Diätplan oder –programm, sondern ist eine Ansammlung von traditionellen Essgewohnheiten der Mittelmeer-Region. Mindestens 16 Länder grenzen an das Mittelmeer und die Essgewohnheiten variieren in diesen Ländern je nach Kultur, ethnischem Hintergrund und Religion. Allerdings gibt es einige Faktoren, die alle gemeinsam haben:

• Hoher Verzehr von Früchten, Gemüse, Kartoffeln, Bohnen, Nüssen, Samen, Brot und anderen Getreideprodukten
• Verwendung von Olivenöl zum Kochen und für Dressings
• Mässiger Verzehr von Fisch, geringer Fleischkonsum
• Geringe bis mässige Mengen an Vollfett-Käse und –Jogurt
• Mässiger Weinkonsum, in der Regel mit dem Essen
• Verwendung von einheimischem, saisonalem Obst und Gemüse
• Ein aktiver Lebensstil

Rheuma-Patienten können mit einer mediterranen Ernährung ihre Therapie positiv beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die für ihre aktuellen Empfehlungen zahlreiche wissenschaftliche Studien ausgewertet hat.

Es ist allgemein bekannt, dass die Ernährung Krankheitsaktivität und Schubfrequenz rheumatischer Erkrankungen beeinflussen kann. Nach Auswertung der vorliegenden Daten wirkt sich eine mediterrane Kost tatsächlich günstig auf den Verlauf aus. Allerdings beziehen sich die ausgewerteten Studien nur auf wenige Krankheitstypen – etwa eine rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte oder Spondyloarthritis. Auch wenn die Effekte durch die Ernährungsumstellung nicht gross waren, hat sich das subjektive Befinden der Betroffenen nachweislich verbessert.

Vermutlich sind die positiven Effekte in erster Linie auf die Vermeidung tierischer Fette aus Fleisch und Wurstwaren zurückzuführen, die entzündungsfördernde Bestandteile wie Arachidonsäure und gesättigte Fettsäuren enthalten. Ausserdem werden vermehrt entzündungshemmende Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Fisch, Nüssen und Algen aufgenommen.


Fettfisch wie hier Lachs enthält viel Omega-3-Fettsäuren


„Als flankierende Massnahme zur antirheumatischen Basistherapie möchten wir die mediterrane Ernährung daher allen Rheuma-Betroffenen sehr ans Herz legen“, fasst Prof. Dr. Gernot Keysser von der DGRh zusammen. Durch dieses Ernährungsmuster kann man zusätzlich häufigen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Adipositas entgegenwirken.

Auch sogenannte antiinflammatorische Diäten, klassisches Heilfasten und eine ketogene Diät scheinen Vorteile für Rheuma-Patienten zu haben. Bei der ketogenen Low-Carb-Diät ernähren sich die Testpersonen sehr fettreich und kohlenhydratarm, sodass die Energie überwiegend durch Verstoffwechselung von Ketonkörpern gewonnen wird. Es gibt aber nur wenige aussagekräftige Studien.

Wenn Rheuma-Betroffene ihre Ernährung umstellen wollen, sollten sie zuvor immer mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen und sich bei Bedarf von geschultem Personal begleiten lassen. Nicht jede Ernährungsintervention sei für jeden gleichermassen geeignet, betont die DGRh. So sollte etwa im akuten Rheumaschub oder bei Untergewicht und Essstörungen nicht gefastet werden. Zudem kann die Ernährung nur einen unterstützenden Effekt haben und keine medikamentöse Therapie ersetzen. (eufic, BZfE)

Stichwort: .Ernährung:
(gb)

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