Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Donnerstag, 5. März 2026
News, Tipps, …
Druckansicht 20.07.2021
NEWS: «Tierschutz» kritisiert WEKO-Entscheid zu Biofleischpreisen

Das vom Schweizer Tierschutz STS den Branchenakteuren vorgeschlagene faire Preissystem bei Fleisch (Branchenansatz «maximale Preisrelationen») wird von der Wettbewerbskommission als Wettbewerbsabrede abgelehnt. Faire Preise für Landwirte, für das Tierwohl und für Konsumenten sind demnach unzulässig. Der STS kritisiert diesen Entscheid scharf. Das ist ein herber Schlag für die Bemühungen zur Förderung des Absatzes von Bio- und Labelfleisch.

Der Absatz von Label- und Bioprodukten in verschiedenen Fleischkategorien stagniert oder ist sogar rückläufig. Um die Stagnation zu überwinden und den heute geringen Anteil von Label- und Biotieren zu erhöhen, hat der STS im Rahmen der Kampagne «Absatzoffensive Labelprodukte» verschiedene Studien durchgeführt. Kernproblem sind unfaire Preisrelationen mit einerseits aggressiven Billigangeboten und andererseits eine sich immer weiter öffnende Preisschere zu Bio- und Labelprodukten. Ausserdem werden die Labelproduzenten nicht proportional am Verkaufspreis beteiligt, obwohl sie es sind, die den Mehrwert im Bereich Tierwohl erwirtschaften.

Gemäss einer Studie von Agroscope reagieren Konsumentinnen und Konsumenten sehr sensitiv auf eine Preisänderung bei Label- und Biofleisch. Zur Wiederbelebung der Labelnachfrage hat der STS in Gesprächen mit Marktakteuren einen Branchenansatz für ein faires Preissystem entwickelt (Branchenansatz «maximale Preisrelationen»). Damit wollte der Tierschutz-Dachverband, dass sich die Detailhändler freiwillig an maximale Bandbreiten halten. Die Preisaufschläge bei Bio- und Label-Fleisch hätten dann im Vergleich zu konventionell produziertem Fleisch prozentual nicht höher sein dürfen als dies beim Produzentenpreis der Fall ist. Preisverzerrungen wären so beseitigt und damit der Labelmarkt neu belebt worden.

Der Schweizer Tierschutz STS hat den Branchenansatz «maximale Produzenten- / Konsumentenpreisrelationen» beim Sekretariat der Wettbewerbskommission prüfen lassen. Wie es in der offiziellen Publikation der WEKO nun heisst, verstosse dieser Branchenansatz gegen das Wettbewerbsrecht und beinträchtige den Wettbewerb erheblich.

Der STS kritisiert die Antwort scharf, weil damit auch die eigentliche Problematik der nicht funktionierenden Märkte für tierfreundlich erzeugte Produkte hätte behoben werden können. Der Entschied der WEKO ist nicht nur ein herber Schlag für den Absatz von Tierwohlprodukten, sondern auch für die politisch gewünschte Transformation hin zu einem nachhaltigen und tierwohlorientieren Ernährungssystem.

Der STS fordert Detailhandel und Gastronomie auf, den Absatz von Tierwohlprodukten konkret auszubauen und die hohen Preisdifferenzen zwischen dem Standard- und Labelsegment zu reduzieren. Der Bund hat Rahmenbedingungen zu schaffen, die das nachhaltige bzw. tierfreundliche Produkt besserstellen. Insbesondere hat er zu prüfen, ob analog zu Deutschland eine Ombudsstelle eingerichtet werden könnte, die schädliche Handelspraktiken angeht und an die sich alle von unfairen Handelspraktiken und Preisen Betroffenen anonym wenden können. In diese Richtung geht Deutschland, wo derzeit die EU-Richtlinie über unlautere Handelspraktiken im sogenannten Lieferkettengesetz umgesetzt wird. (STS)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
03.03.2026
dNEWS: Zürich ist offizielle Genussregion 2026
25.02.2026
dTIPP: Wein- und Genussmesse Schlaraffia 5.-8.3.2026
22.02.2026
d NEWS: Milchschwemme in der Schweiz
19.02.2026
dWISSEN: Weisskabis als Vitaminspender
18.02.2026
dKOMMENTAR: Funktionelle Süssigkeiten im Trend aber unnötig
17.02.2026 dNEWS: Coop wuchs im 2025 in allen Bereichen
16.02.2026 dWISSEN: Ingwer – scharfe Knolle und Arzneipflanze
10.02.2026 dNEWS: Migros lanciert «Save Food» gegen Food Waste
06.02.2026 dWISSEN: Rande - gesunde Knolle mit Charakter
02.02.2026 dTIPP: süss-säuerliche Litschi mit feiner Muskatnote
28.01.2026 dKOMMENTAR: USA stellt Ernährungspyramide auf den Kopf
23.01.2026 dWISSEN: die süsslichen Karotten sind beliebtestes Gemüse
21.01.2026 d TIPP: Exotische Passionsfrucht richtig verarbeiten
17.01.2026 dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026 d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026 dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026 dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026 dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026 dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026 dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025 dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025 dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025 dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025 dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025 dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025 dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025 dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025 dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025 dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
09.12.2025 dTIPP: Cicorino Rosso - schmackhafter Hingucker
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland